EU und Indien loten Anschluss an milliardenschweres Forschungsprogramm aus
08.02.2026 - 02:43:12Die Europäische Union und Indien prüfen eine historische Partnerschaft in der Spitzenforschung. Nach dem kürzlich vereinbarten Freihandelsabkommen könnten indische Forscher künftig direkt an Horizon Europe, dem 95,5 Milliarden Euro schweren EU-Forschungsprogramm, teilnehmen. Diese Gespräche markieren eine neue Stufe der strategischen Annäherung zwischen den beiden Demokratien.
Von der Ko-Finanzierung zur vollen Assoziierung
Bisher müssen indische Wissenschaftler ihre Teilnahme an EU-Projekten über eigene nationale Mittel finanzieren. Ein Assoziierungsabkommen würde das grundlegend ändern: Universitäten und Forschungseinrichtungen aus Indien könnten dann direkt Gelder aus dem Topf von Horizon Europe beantragen und erhalten. Sie stünden damit auf Augenhöhe mit ihren europäischen Partnern und könnten sogar internationale Konsortien leiten.
Im Gegenzug würde Indien einen finanziellen Beitrag zum Programm leisten. Experten sehen darin einen enormen Schub für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Lösungen für globale Herausforderungen wie Klimawandel oder Gesundheit könnten so schneller entwickelt werden.
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Aufbauend auf Handels- und Technologie-Pakt
Die Forschungsgespräche sind kein isolierter Schritt. Sie bauen auf dem gerade erst geschlossenen umfassenden Freihandelsabkommen (FTA) auf, das nach fast zwanzigjährigen Verhandlungen Ende Januar 2026 besiegelt wurde. Das Abkommen soll Zölle für rund 90 Prozent der indischen Exporte in die EU sofort abschaffen. Es schafft eine Freihandelszone für fast zwei Milliarden Menschen.
Gleichzeitig erneuerten beide Seiten kürzlich ihr Wissenschafts- und Technologieabkommen bis 2030. Der EU-Indien Handels- und Technologierat (TTC) arbeitet bereits an der Abstimmung in Schlüsselbereichen wie digitalen Technologien und grüner Innovation. Diese Initiativen bilden das Fundament für die aktuellen, weitreichenderen Forschungsgespräche.
Geopolitisches Signal in unsicheren Zeiten
Die parallelen Fortschritte in Handel und Forschung senden ein starkes geopolitisches Signal. In einer Zeit zunehmender globaler Spannungen suchen sowohl die EU als auch Indien verlässliche Partnerschaften mit demokratischen Verbündeten. Die vertiefte Kooperation wird auch als Strategie gesehen, wirtschaftliche Abhängigkeiten zu diversifizieren.
Die Partnerschaft kombiniert Indiens Größe und Fachkräfte mit europäischer Technologie und Kapital. Der Fokus liegt auf Zukunftsfeldern: Halbleiter-Lieferketten, Künstliche Intelligenz, grüner Wasserstoff und digitale Infrastruktur. Ein neu angekündigtes Startup-Partnerschaftsprogramm und vereinfachte Mobilität für Studierende und Fachkräfte sollen den Wissensaustausch zusätzlich fördern.
Was kommt als Nächstes?
Die Gespräche über Horizon Europe sind zunächst explorativ und nicht bindend. Sie sollen den Rahmen für mögliche spätere Verhandlungen abstecken. Bei Erfolg wäre Indien das 23. nicht-europäische Land, das dem Programm assoziiert wird.
Das Freihandelsabkommen muss derweil noch den juristischen Feinschliff erhalten und von allen EU-Mitgliedstaaten, dem Europaparlament sowie der indischen Regierung ratifiziert werden. Es wird erwartet, dass es Anfang 2027 in Kraft tritt. Gemeinsam könnten diese beiden Säulen – Handel und Forschung – die Beziehungen zwischen der EU und Indien für die kommenden Jahrzehnte prägen.
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