Konsultation, Wohnungsgesetz

EU startet Konsultation für neues Wohnungsgesetz

12.03.2026 - 00:00:19 | boerse-global.de

Die EU-Kommission erarbeitet einen Affordable Housing Act, der Kurzzeitvermietungen regulieren und den sozialen Wohnungsbau erleichtern soll. Ein erster Gesetzesentwurf wird für 2026 erwartet.

EU startet Konsultation für neues Wohnungsgesetz - Foto: über boerse-global.de
EU startet Konsultation für neues Wohnungsgesetz - Foto: über boerse-global.de

Die EU-Kommission startet eine öffentliche Befragung für ein geplantes "Gesetz für erschwinglichen Wohnraum". Mit dem sogenannten Affordable Housing Act will Brüssel die wachsende Wohnungskrise in Europa bekämpfen. Der Fokus liegt auf der Regulierung von Kurzzeitvermietungen und der Stärkung lokaler Behörden.

Die Konsultation ist ein Kernstück des im Dezember vorgestellten Europäischen Plans für bezahlbaren Wohnraum. Bürger, Experten und Verwaltungen können jetzt ihre Vorschläge einbringen.

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Was plant Brüssel konkret?

Die Kommission sammelt bis Anfang April gezielt Informationen. Ein Schwerpunkt: Kriterien zur Identifizierung von Gebieten mit extremem Wohnungsdruck, sogenannten "housing stress areas".

Das künftige Gesetz soll vor allem Kurzzeitvermietungen wie Airbnb regulieren. Ziel ist ein Ausgleich zwischen Tourismus und bezahlbarem Dauerwohnraum. Zusätzlich prüft die Kommission weitere Maßnahmen für mehr Wohnungsangebot und niedrigere Preise.

Warum die EU jetzt handeln muss

Die Zahlen sind alarmierend. Laut einer Eurobarometer-Umfrage ist bezahlbarer Wohnraum die größte Sorge der Stadtbewohner in Europa. Seit 2013 stiegen die Immobilienpreise EU-weit um über 60 Prozent, die Mieten um rund 20 Prozent.

Gleichzeitig explodieren die Angebote für Kurzzeitvermietungen – und verschärfen die Krise weiter. Die Kommission schätzt, dass Europa jährlich 650.000 Wohnungen zu wenig baut. Betroffen sind nicht nur Geringverdiener, sondern zunehmend auch die Mittelschicht, junge Menschen und Fachkräfte.

Parlament fordert Turbo für den Wohnungsbau

Parallel zur Kommission erhöht das Europäische Parlament den Druck. In einer Resolution forderten die Abgeordneten diese Woche konkrete Schritte: Baugenehmigungen sollen künftig innerhalb von 60 Tagen erteilt werden.

Zudem sprachen sie sich für steuerliche Anreize aus, etwa einen stark reduzierten Mehrwertsteuersatz auf den Wohnungsbau. Die Forderungen sind zwar nicht bindend, setzen die Mitgliedstaaten aber politisch unter Druck.

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Ein sensibler Balanceakt

Die Wohnungspolitik bleibt grundsätzlich Sache der Nationalstaaten. Die EU-Kommission betont daher, ihre Maßnahmen sollen nur ergänzen und unterstützen. Ein wichtiges Instrument: die geplante Lockerung des EU-Beihilferechts.

Sie soll es Ländern künftig leichter machen, sozialen Wohnungsbau staatlich zu fördern – ohne langwierige Genehmigungen aus Brüssel. Finanziell hat die EU bereits rund 43 Milliarden Euro aus dem aktuellen Haushalt mobilisiert.

Wie geht es jetzt weiter?

Nach Auswertung der Konsultation im April erarbeitet die Kommission den Gesetzesentwurf. Für 2026 ist zudem der erste EU-Wohnungsgipfel geplant, der alle Akteure an einen Tisch bringen soll.

Bevor die Amtszeit der aktuellen Kommission endet, soll ein Fortschrittsbericht vorgelegt werden. Die Weichen für eine aktivere EU-Wohnungspolitik sind gestellt. Ob sie wirkt, hängt nun stark von der Kooperation der nationalen Regierungen ab.

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