EU-Mitgliedstaaten, Aufweichung

EU-Mitgliedstaaten stoppen Aufweichung des Datenschutzes

24.02.2026 - 22:20:12 | boerse-global.de

Die EU-Mitgliedstaaten haben eine geplante Aufweichung des Datenschutzes verhindert. Die DSGVO behält ihren strengen Anwendungsbereich, was Unternehmen Planungssicherheit, aber auch hohe Compliance-Anforderungen bringt.

Die EU-Länder haben einen Vorstoß der Kommission blockiert, der den Schutz personenbezogener Daten hätte aushöhlen können. Statt einer Lockerung der DSGVO zementieren sie deren strenge Anwendung – eine klare Botschaft an die globale Wirtschaft.

Kern der DSGVO bleibt unangetastet

Im Streit um die Zukunft des europäischen Datenschutzes haben sich die Mitgliedstaaten durchgesetzt. Ihr kürzlich finalisierter Kompromiss für das „Digital-Omnibus“-Gesetzespaket streicht einen umstrittenen Passus: Die Definition von personenbezogenen Daten in der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bleibt unverändert. Die Kommission hatte eine Änderung vorgeschlagen, die pseudonymisierte Daten leichter aus dem Schutzbereich der Verordnung hätte herausnehmen können. Kritiker sahen darin eine gefährliche Schwächung des Datenschutzes.

Anzeige

Angesichts der Milliarden-Bußgelder bleibt eine lückenlose Dokumentation für Unternehmen unerlässlich, um die strengen DSGVO-Anforderungen rechtssicher zu erfüllen. Diese kostenlose Excel-Vorlage unterstützt Sie dabei, Ihr Verarbeitungsverzeichnis nach Art. 30 DSGVO fehlerfrei und zeitsparend aufzubauen. Kostenlose Excel-Vorlage zur DSGVO-Dokumentation sichern

Warum die Staaten die Bremse zogen

Hintergrund des Kommissionsvorschlags war die angeblich notwendige Anpassung an die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Doch der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) und der Europäische Datenschutzbeauftragte (EDSB) schlugen Alarm. Sie warnten, die Änderung gehe weit über die Urteile hinaus und würde eine riesige rechtliche Grauzone schaffen. Unternehmen hätten so die strengen DSGVO-Pflichten umgehen können. Die Mitgliedstaaten folgten dieser Kritik und stärkten stattdessen die Rolle der Aufsichtsbehörden. Sie verwiesen auf die Bedeutung künftiger, praxisnaher Leitlinien des EDSA zur Pseudonymisierung.

Klare Konsequenzen für die Wirtschaft

Für Unternehmen bedeutet die Entscheidung vor allem eines: Planungssicherheit. Die Hoffnung auf eine rechtliche Lockerung und geringeren Compliance-Aufwand hat sich zerschlagen. Die DSGVO behält ihren weiten Anwendungsbereich. Investitionen in Datenschutz-Managementsysteme bleiben unerlässlich. Die Position interner Datenschutzbeauftragter und Compliance-Abteilungen wird gestärkt. Gleichzeitig bleibt das Risiko hoch: Allein 2025 verhängten Behörden EU-weit Bußgelder in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro. Seit 2018 summiert sich die Strafsumme auf über sieben Milliarden.

Anzeige

Da die DSGVO-Vorgaben weiterhin streng ausgelegt werden, müssen Datenschutzbeauftragte ihre Leistungen und Compliance-Fortschritte gegenüber der Geschäftsführung klar belegen können. Dieser kostenlose Leitfaden inklusive Excel-Vorlage zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Arbeit professionell dokumentieren und den Wert des Datenschutzes in Zahlen ausdrücken. Gratis-E-Book für den professionellen Datenschutz-Jahresbericht herunterladen

Ausblick: Fokus auf Durchsetzung und Leitlinien

Mit der Position des Rates beginnt nun der Trilog mit Kommission und Parlament. Eine grundlegende Änderung der Definition ist damit vom Tisch. Die strategische Konsequenz für Führungskräfte ist klar: Nicht auf Lockerung setzen, sondern bestehende Compliance-Strukturen stärken. Der Fokus liegt nun auf den angekündigten Leitlinien des EDSA zur Pseudonymisierung. Sie werden den Standard setzen, wie Daten für Innovationen genutzt werden können, ohne Grundrechte zu verletzen. Die Botschaft aus Brüssel ist eindeutig: Die DSGVO bleibt der globale Goldstandard – und ihre konsequente Durchsetzung oberste Priorität.

Hol dir den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

Hol dir den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt kostenlos anmelden
Jetzt abonnieren.