EU-Mercosur-Abkommen, Milliarden-Entlastung

EU-Mercosur-Abkommen: Milliarden-Entlastung für deutsche Exporteure

17.01.2026 - 00:21:12

Nach 27 Jahren Verhandlungen unterzeichneten die EU und der südamerikanische Mercosur-Staatenbund heute ein historisches Freihandelsabkommen. Für die exportstarke deutsche Wirtschaft bedeutet dies milliardenschwere Zollersparnisse und besseren Zugang zu einem Markt mit über 260 Millionen Konsumenten.

Der Kern des Deals ist der schrittweise Abbau von Zöllen auf 90 Prozent aller gehandelten Waren. Europäische Unternehmen sparen dadurch nach Berechnungen der EU-Kommission jährlich rund vier Milliarden Euro an Zollabgaben. Diese direkte steuerliche Entlastung verbessert die Wettbewerbsposition deutscher Produkte erheblich.

Besonders profitieren Schlüsselbranchen: Die hohen Einfuhrzölle auf Automobile (35 Prozent), Maschinen (bis zu 18 Prozent) und Chemieerzeugnisse (bis zu 18 Prozent) werden sukzessive abgeschafft. Auch die Pharmaindustrie sowie Hersteller von Wein oder Süßwaren erhalten massive Kostensenkungen. Das ermöglicht preislich attraktivere Angebote und die Chance auf größere Marktanteile.

Neue Compliance-Herausforderungen für Unternehmen

Doch der Zollwegfall allein reicht nicht. Um die steuerlichen Vorteile zu nutzen, müssen Firmen strenge Ursprungsregeln einhalten. Sie müssen nachweisen, dass ihre Produkte zu einem ausreichenden Teil in der EU hergestellt wurden. Das erfordert eine genaue Analyse der Lieferketten und eine Anpassung interner Prozesse.

Die Ausstellung und Verwaltung von Ursprungsnachweisen wird zur zentralen Aufgabe im Mercosur-Geschäft. Experten raten Unternehmen dringend, ihre Verträge mit Lieferanten und Kunden zu überprüfen und Klauseln zu Zoll und Warenursprung anzupassen. Nur so sind sie auf das Inkrafttreten vorbereitet.

Anzeige

Passend zum Thema Lieferketten und Ursprungsnachweise: Viele Unternehmen unterschätzen die Folgen fehlerhafter Lieferantenerklärungen. Ein falsch ausgefülltes Formular kann Präferenznachweise ungültig machen, zu Zollnachforderungen, längeren Lieferzeiten und hohen Kosten führen. Das kostenlose E‑Book erklärt praxisnah, wie Sie Langzeit‑Lieferantenerklärungen prüfen, Verträge mit Zulieferern anpassen und interne Prozesse dokumentieren. Enthalten sind ausfüllbare Vorlagen, Prüf-Checklisten und Formulierungsvorschläge für sichere Lieferketten. Lieferantenerklärungen jetzt gratis herunterladen

Strategischer Schub für die deutsche Wirtschaft

Das Abkommen hat weit mehr als nur finanzielle Bedeutung. In einer Zeit von Handelskonflikten und Lieferkettenumbrüchen bietet der erleichterte Zugang zum Mercosur-Markt eine wichtige Diversifizierungsmöglichkeit. Deutsche Unternehmen können ihre Abhängigkeit von einzelnen Märkten wie China verringern.

Zudem sichert der Vertrag den Zugang zu südamerikanischen Rohstoffen, die für die technologische Transformation – etwa in der Elektromobilität – entscheidend sind. Für rund 12.500 deutsche Exporteure in die Region, viele davon Mittelständler, eröffnen sich damit verlässlichere Wachstumsperspektiven.

Ein langer Weg mit politischen Hürden

Die heutige Unterzeichnung beendet einen Marathon, der 1999 begann. Immer wieder blockierten Bedenken zu Umweltstandards – insbesondere zur Abholzung des Amazonas – und der Widerstand europäischer Landwirte den Deal. Länder wie Frankreich fürchteten Wettbewerbsnachteile durch günstigere Agrarimporte.

Als Antwort enthält das Abkommen nun verbindliche Nachhaltigkeitskapitel, die sich auf das Pariser Klimaabkommen beziehen. Für sensible Agrarprodukte wurden Schutzmechanismen vereinbart. Die Aufteilung in einen Handelsteil und ein umfassenderes Assoziierungsabkommen soll zudem eine schnellere, vorläufige Anwendung ermöglichen.

Wann profitieren die Unternehmen?

Trotz der Unterzeichnung gilt noch Geduld. Der nächste Schritt ist die Zustimmung des Europäischen Parlaments, die in den kommenden Monaten erwartet wird. Ein Votum könnte im Frühjahr 2026 fallen. Anschließend kann der Rat die vorläufige Anwendung der Handelsteile beschließen.

Beobachter rechnen damit, dass die ersten Zollsenkungen frühestens Mitte 2026 wirksam werden. Die Zeit bis dahin sollten Unternehmen nutzen, um ihre Prozesse strategisch auf die neuen Handelsbedingungen vorzubereiten und so die historische Chance von Anfang an voll auszuschöpfen.

Anzeige

PS: Sie bereiten sich auf den Marktzugang in Mercosur vor? Vermeiden Sie teure Fehler bei Ursprungsnachweisen und Lieferantenerklärungen. Dieser kostenlose Leitfaden bietet schnell einsetzbare Mustervorlagen, ein Prüfprotokoll für die Warenprüfung sowie konkrete Formulierungen zur Absicherung Ihrer Lieferverträge. Mit diesen Vorlagen stellen Sie sicher, dass Ihre Exporte präferenzberechtigt bleiben und ohne Verzögerung durch den Zoll kommen. Kostenlose Vorlagen für Lieferantenerklärungen sichern

@ boerse-global.de