EU-Kommission, Kampf

EU-Kommission startet europaweiten Kampf gegen Cybermobbing

11.02.2026 - 02:22:12

Die EU-Kommission stellt einen Aktionsplan vor, der eine Blaupause für nationale Melde-Apps und neue Leitlinien für Schulen gegen digitale Gewalt vorsieht.

Die EU-Kommission will mit einer neuen Melde-App und einem Aktionsplan Kinder und Jugendliche besser vor digitaler Gewalt schützen. Der Vorstoß, passend zum internationalen „Safer Internet Day“ präsentiert, ist eine direkte Antwort auf alarmierende Zahlen: Jedes sechste Kind in Europa zwischen 11 und 15 Jahren war bereits Opfer von Cybermobbing.

Blaupause für nationale Melde-Apps

Kernstück der Initiative ist die Entwicklung einer europaweit einheitlichen Vorlage für eine Meldepflicht. Die Kommission wird keine eigene App veröffentlichen, sondern eine technische Blaupause bereitstellen. Diese können die Mitgliedstaaten ab dem dritten Quartal 2026 an ihre nationalen Hilfesysteme und Rechtsrahmen anpassen. Vorbild ist die erfolgreiche französische App „3018“.

Die geplanten nationalen Apps sollen mehrere Funktionen bündeln: Nutzer können Vorfälle direkt melden, digitale Beweise wie Screenshots sicher speichern und werden direkt mit Beratungsstellen oder Hotlines verbunden. „Unser Ziel ist ein Meldeverfahren, das einfacher ist als das Mobben selbst“, erklärte EU-Kommissar für Kinder und Jugend, Glenn Micallef.

Der Aktionsplan geht über reine Meldewege hinaus. Noch 2026 sollen aktualisierte Leitlinien für Lehrer veröffentlicht werden, um Cybermobbing stärker im Unterricht zu behandeln. Ein besonderer Fokus liegt auf neuen, durch Künstliche Intelligenz (KI) ermöglichten Bedrohungen.

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Künstliche Intelligenz eröffnet neue Missbrauchsrisiken – von sexualisierten Deepfakes bis zu automatisierten Entscheidungen, die Jugendliche betreffen. Die EU-KI-Verordnung ist seit August 2024 in Kraft und stellt Anforderungen an Kennzeichnung, Risikoklassen und Dokumentation. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt kompakt, was Behörden, Schulen und App-Anbieter jetzt beachten und welche Fristen gelten. Er enthält praktische Checklisten und Umsetzungs-Schritte, mit denen Sie schnell Compliance-Lücken schließen können. Jetzt kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen

Explizit thematisiert die Kommission sexualisierte Deepfakes – täuschend echte Fälschungen, die oft Mädchen und junge Frauen treffen. Hier soll das ab Mitte 2026 voll anwendbare europäische KI-Gesetz solche missbräuchlichen Anwendungen gezielt verbieten.

Teil einer größeren EU-Strategie

Die Initiative fügt sich in die umfassendere EU-Strategie für einen sichereren digitalen Raum ein. Sie ergänzt den Digital Services Act (DSA), der Plattformen bereits zu mehr Schutz von Minderjährigen verpflichtet. Besonders gefährdet sind laut Kommission neben Mädchen auch Kinder aus einkommensschwachen Haushalten und Angehörige von Minderheiten.

Der koordinierte Ansatz soll die bisher oft fragmentierten nationalen Bemühungen bündeln. Parallel arbeitet Brüssel an weiteren Projekten, darunter einer EU-Lösung zur privatsphärefreundlichen Altersüberprüfung. Die kommenden Monate sind entscheidend für die technische Ausgestaltung und die Vorbereitung in den Mitgliedstaaten.

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