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EU-Klimazoll: Erste Preise und Fristen setzen Industrie unter Druck

09.03.2026 - 00:00:11 | boerse-global.de

Die finale Phase des europäischen CO?-Grenzausgleichs CBAM ist gestartet, mit ersten Zertifikatspreisen im April und einer kritischen Anmeldefrist Ende März für Importeure.

EU-Klimazoll: Erste Preise und Fristen setzen Industrie unter Druck - Foto: über boerse-global.de
EU-Klimazoll: Erste Preise und Fristen setzen Industrie unter Druck - Foto: über boerse-global.de

Die definitive Phase des europäischen CO?-Grenzausgleichs (CBAM) ist gestartet. Für Tausende Importeure beginnt nun ein Wettlauf gegen die Zeit, um hohe Strafen zu vermeiden. Die EU-Kommission hat am 6. März 2026 den Fahrplan für die ersten Zertifikatspreise bekanntgegeben – und eine kritische Frist gesetzt.

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Erste CBAM-Preise werden im April veröffentlicht

Der countdown läuft: Am 7. April 2026 veröffentlicht die EU-Kommission erstmals die quartalsweisen Preise für CBAM-Zertifikate. Diese orientieren sich am Durchschnittspreis der EU-Emissionshandelszertifikate (EU ETS). Weitere Veröffentlichungen folgen im Juli und Oktober 2026 sowie im Januar 2027. Ab Februar 2027 müssen Importeure dann Zertifikate für ihre Einfuhren aus dem Jahr 2026 erwerben.

Parallel sucht die Kommission noch bis zum 20. März 2026 über eine Ausschreibung einen Betreiber für die Common Central Platform. Diese digitale Plattform soll den Verkauf und Rückkauf der Zertifikate zentral managen. Die Infrastruktur für den weltweit ersten umfassenden CO?-Grenzausgleich nimmt damit konkrete Formen an.

Kleine Importeure atmen auf – Große stehen in der Pflicht

Eine wichtige Erleichterung bringt das sogenannte Omnibus-Entlastungspaket, das seit Januar 2026 gilt. Unternehmen, die jährlich weniger als 50 Tonnen CBAM-erfasster Waren wie Stahl, Aluminium oder Zement einführen, sind komplett von Meldepflichten befreit. Diese Bagatellgrenze entlastet schätzungsweise 90 Prozent der ursprünglich betroffenen Firmen. Für Strom- und Wasserstoffimporte gilt sie jedoch nicht.

Für alle anderen wird es ernst. Sie müssen sich bis zum 31. März 2026 als „zugelassener CBAM-Erklärender“ bei ihrer nationalen Behörde registrieren lassen. Wer bis zu diesem Stichtag einen Antrag stellt, darf seine Importe vorläufig fortsetzen, auch während die Bearbeitung läuft. Doch Vorsicht: Wer die Frist verpasst, riskiert die Blockade seiner Waren am Zoll und empfindliche Strafen. Diese können das Fünffache des regulären Zertifikatspreises pro fehlendem Nachweis betragen.

Strengere Regeln und politischer Widerstand formieren sich

Während kleine Importeure entlastet werden, verschärft die EU die Regeln für Großabnehmer. Wer ab 2026 pauschale Standard-Emissionswerte anstelle tatsächlicher Daten seiner Lieferanten angibt, muss einen Aufschlag zahlen. Dieser beginnt bei 10 Prozent in 2026 und steigt bis 2028 auf 30 Prozent. Ziel ist es, Importeure zu präzisen Lieferketten-Daten zu zwingen.

Doch der politische Widerstand gegen das Gesamtkonzept wächst. Die Industrieminister Italiens und Frankreichs unterzeichneten am 3. März 2026 in Rom eine gemeinsame Erklärung. Sie fordern von der EU-Kommission schnellere und tiefgreifendere Reformen von CBAM und EU-ETS. Der aktuelle Entwurf eines Temporären Dekarbonisierungsfonds biete ihren energieintensiven Industrien keinen ausreichenden Schutz vor unfairem globalen Wettbewerb und Überkapazitäten, so die Kritik.

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Globale Lieferketten stehen vor tiefgreifenden Veränderungen

Der nächste große Meilenstein für Importeure des Jahres 2026 ist der 30. September 2027. Bis dahin müssen die ersten jährlichen CBAM-Erklärungen eingereicht und die entsprechenden Zertifikate abgegeben werden.

Die Auswirkungen des Mechanismus sind bereits global spürbar. Hersteller außerhalb der EU investieren massiv in bessere CO?-Bilanzierung. Die EU-Kommission prüft bereits, den CBAM auf rund 180 weitere Produkte auszuweiten, vor allem auf verarbeitete Waren mit hohem Stahl- und Aluminiumanteil. Sogar die Halbleiterindustrie in Asien bereitet sich auf eine mögliche Einbeziehung vor, die Produktionskosten und Lieferketten erheblich verändern würde.

Eines steht fest: Die CO?-Intensität wird zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor im internationalen Handel. Für die europäische Industrie und ihre globalen Partner beginnt eine neue Ära.

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