EU-KI-Gesetz schützt Urheber nicht ausreichend
10.02.2026 - 21:31:12Ein irischer Parlamentsausschuss warnt: Das neue EU-KI-Gesetz bietet Kreativen kaum Schutz vor Datenklau. Journalisten und Künstler fordern schärfere Regeln.
Dublin – Das europäische KI-Gesetz ist nach Ansicht eines irischen Parlamentsausschusses völlig unzulänglich. Es schütze das geistige Eigentum von Künstlern, Journalisten und Musikern nicht vor der unerlaubten Nutzung durch KI-Systeme. Das Gremium forderte am Dienstag in einer Anhörung deutlich schärfere Regeln.
„Das aktuelle Recht ist unzulänglich und wurde unzulänglich umgesetzt“, kritisierte Séamus Dooley von der Nationalen Journalisten-Gewerkschaft (NUJ). Die EU-Urheberrechtsrichtlinie sei „völlig wirkungslos“, um Verlage zu schützen, ergänzte Deirdre Veldon von NewsBrands Ireland. Beide sehen die Existenzgrundlage der Kreativbranche in Gefahr.
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„Ganzer Diebstahl“ von Trainingsdaten
Im Kern geht es um die riesigen Datensätze, mit denen KI-Modelle wie ChatGPT trainiert werden. Diese enthalten oft urheberrechtlich geschütztes Material – verwendet ohne Erlaubnis oder Bezahlung. „Das ist ein ganzer Diebstahl“, brachte es ein Vertreter auf den Punkt.
Der Ausschuss hatte bereits in einem Zwischenbericht mit 85 Empfehlungen gefordert, dass Inhalte nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Urheber für KI-Training genutzt werden dürfen. Das KI-Gesetz der EU verlangt zwar Transparenz über die Trainingsdaten, doch die Branche hält das für zu lasch.
Irland zwischen KI-Boom und Kulturwirtschaft
Die Debatte hat für Irland besondere Brisanz. Das Land ist ein wichtiger europäischer Tech-Standort, hat aber auch eine lebendige Kreativwirtschaft. Die nationale KI-Strategie „AI – Here for Good“ will Irland zum Vorreiter für ethische KI machen.
Doch ohne besseren Urheberschutz könnte dieses Ziel scheitern. Eine Analyse zeigt, dass ein erheblicher Teil der irischen Arbeitsplätze durch KI-Veränderungen betroffen ist. Es geht also nicht nur um Recht, sondern um kulturelle Identität und wirtschaftliche Zukunft.
Forderung: Nationale Regeln über EU-Mindeststandard hinaus
Der Ausschuss sieht das EU-Gesetz nur als „Mindeststandard“. Irland solle strengere nationale Regeln schaffen. Konkret empfiehlt das Gremium einen ständigen Parlamentsausschuss für KI-Fragen und eine nationale KI-Behörde bis August 2026.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die EU und ihre Mitgliedstaaten den Balanceakt schaffen: KI-Innovation fördern, ohne die Urheberrechte zu opfern. Für Irlands Kreativbranche ist klar: Ohne faire Bezahlung und Kontrolle über ihre Werke hat die KI-Zukunft einen schweren Stand.
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