EU-Indien-Freihandelsabkommen, Milliarden-Entlastung

EU-Indien-Freihandelsabkommen: Milliarden-Entlastung für deutsche Exporteure

06.02.2026 - 23:43:12

Das neue Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien beseitigt Zölle auf über 96 Prozent der EU-Exporte. Besonders die deutsche Industrie und Automobilbranche erhält einen beispiellosen Marktzugang.

Das neue Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien eröffnet deutschen Unternehmen einen beispiellosen Zugang zum Milliardenmarkt. Besonders die Industrie profitiert von drastischen Zollsenkungen.

Brüssel/Neu-Delhi. Fast zwei Jahrzehnte lang wurde verhandelt, nun ist der Deal perfekt: Das historische Freihandelsabkommen (FTA) zwischen der Europäischen Union und Indien verspricht einen Handelsboom. Für deutsche Exporteure, insbesondere aus dem Maschinenbau und der Automobilindustrie, fallen hohe Zollbarrieren. Das Abkommen umfasst eine Wirtschaftszone mit fast zwei Milliarden Verbrauchern.

Ein beispielloser Marktzugang für Europas Industrie

Der Kern des Deals ist ambitioniert. Indien öffnet seinen Markt für europäische Waren wie nie zuvor. Konkret sollen die Zölle auf 96,6 Prozent aller EU-Exporte nach Indien wegfallen oder stark sinken. Für europäische Unternehmen bedeutet das jährliche Zolleinsparungen in Höhe von rund vier Milliarden Euro.

Besonders im Fokus stehen klassische deutsche Stärkebranchen. Die Zölle auf den Großteil der Industriegüter – darunter Maschinen, Chemikalien, Luftfahrttechnik und Metalle – werden komplett gestrichen. Diese Produkte bilden das Rückgrat des deutschen Exports nach Indien. Der Wegfall der teils hohen Handelshürden könnte die Wettbewerbsfähigkeit entscheidend steigern.

Anzeige

Viele Exporteure unterschätzen die Anforderungen an die Zollanmeldung: Warum 73% aller Zollanmeldungen bei der ersten Prüfung durchfallen – und wie Sie Verzögerungen und Zusatzkosten vermeiden. Dieser kostenlose Praxis-Leitfaden erklärt Feld für Feld, welche Angaben besonders geprüft werden, liefert ein Beispiel für fehlerfreie Ausfuhrdokumente und enthält sofort umsetzbare Checklisten. Besonders nützlich für Maschinenbauer und Automobilzulieferer, die jetzt von geänderten Zöllen betroffen sind. Jetzt kostenlosen Zoll-Leitfaden herunterladen

Durchbruch für die Automobilbranche

Eine der bedeutendsten Neuregelungen betrifft die Automobilindustrie. Bislang schützte Indien seinen Markt mit Importzöllen von bis zu 110 Prozent auf fertige Fahrzeuge. Künftig gilt für eine Jahresquote von 250.000 Autos ein reduzierter Satz von nur noch 10 Prozent.

Noch wichtiger für die langfristige Strategie ist jedoch die Liberalisierung bei Teilen. Die Zölle auf Automobilkomponenten sollen schrittweise innerhalb von fünf bis zehn Jahren abgeschafft werden. Das ändert die Spielregeln für die Produktion vor Ort. Bisher machten hohe Abgaben auf importierte Bausätze die lokale Montage teuer. Jetzt werden flexible Produktionsstrategien und eine tiefere Integration europäischer Zulieferer möglich.

Compliance bleibt König – trotz aller Freiheiten

Doch Vorsicht: Die neuen Handelsfreiheiten ersetzen nicht die bestehenden Pflichten. Das Abkommen hebt die strengen EU-Exportkontrollen und Sanktionsregelungen nicht auf. Gerade für Unternehmen, die sensible Technologien wie Elektronik, Sensoren oder spezielle Software liefern, bleibt eine gründliche Prüfung unerlässlich.

Die wirtschaftlichen Chancen müssen daher eng mit den etablierten Compliance-Prozessen verknüpft werden. Die erfolgreiche Nutzung des Abkommens hängt maßgeblich davon ab, ob Unternehmen die neuen Regelungen in ihr rechtliches und operatives Rahmenwerk integrieren können.

Strategisches Signal in unsicheren Zeiten

Das Abkommen wird als strategischer Meilenstein gewertet. In einer Zeit globaler Handelsspannungen setzen die EU und Indien, die beiden größten Demokratien der Welt, ein starkes Zeichen für regelbasierten Freihandel. Die Europäische Kommission rechnet damit, dass sich die EU-Exporte nach Indien bis 2032 verdoppeln könnten. Davon würde besonders Deutschland profitieren, das bereits heute mit einem bilateralen Handelsvolumen von 31 Milliarden Euro (2024) Indiens wichtigster EU-Partner ist.

Bevor der Deal in Kraft tritt, muss er noch vom Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten ratifiziert werden. Parallel laufen weitere Verhandlungen, etwa zum Investitionsschutz. Doch die europäische Industrie beginnt bereits jetzt, ihre Strategien für den indischen Markt an die verheißungsvollen neuen Rahmenbedingungen anzupassen.

Anzeige

PS: Bevor Sie Ihre Exportstrategie nach Indien anpassen — prüfen Sie Ihre Zollprozesse. Der Praxis-Leitfaden enthält eine Schritt-für-Schritt-Ausfüllhilfe, Praxisbeispiele und Tipps, wie Sie die Zollabwicklung beschleunigen und Nachfragen der Behörden vermeiden. Ideal für Unternehmen, die Teile oder komplette Fahrzeuge exportieren und Lieferverzögerungen verhindern möchten. Sparen Sie Zeit bei der Abwicklung und vermeiden Sie vermeidbare Sanktionen. Praxis-Leitfaden zur Zollanmeldung gratis sichern

@ boerse-global.de