EU führt ab 2026 Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe ein
14.02.2026 - 01:41:12Die Europäische Union plant verbindliche Obergrenzen für kritische Nährstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln. Ab 2026 sollen EU-weite Höchstmengen für Substanzen wie Vitamin A, D, B6, Eisen und Folsäure gelten. Damit reagiert Brüssel auf wachsende Sicherheitsbedenken in einem Milliardenmarkt.
Boomender Markt mit Risiken
Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel (NEM) in Deutschland hat ein Volumen von über vier Milliarden Euro. Rund ein Drittel der Erwachsenen greift regelmäßig zu den Präparaten. Doch Experten warnen: Für die meisten gesunden Menschen sind die Pillen und Pulver überflüssig. Die neuen Regeln sollen Verbraucher vor Überdosierungen und fragwürdigen Inhaltsstoffen schützen.
Sinnvoll nur für bestimmte Gruppen
Gesundheitsorganisationen wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind sich einig: Eine Supplementierung ist meist nur für spezifische Risikogruppen sinnvoll. Dazu zählen:
* Schwangere mit Folsäure-Empfehlung
* Menschen mit diagnostiziertem Vitamin-D- oder B12-Mangel
Eine ausgewogene Ernährung liefert für den Großteil der Bevölkerung alle notwendigen Nährstoffe. Der Lebensmittelverband Deutschland verweist jedoch auf Studien, die eine nicht durchgängig bedarfsdeckende Versorgung in Teilen der Bevölkerung belegen.
Die Gefahren der Überdosierung
Die Einnahme ist nicht ohne Risiko. Eine langfristig zu hohe Zufuhr kann zu gesundheitlichen Schäden führen. Die Stiftung Warentest warnte kürzlich, dass viele Vitamin-D-Präparate so hoch dosiert sind, dass bei dauerhafter Einnahme Nierenschäden drohen.
Ein weiteres Problem sind Verunreinigungen. Behörden rufen immer wieder Produkte zurück, die mit nicht deklarierten Arzneistoffen versetzt sind. Besonders in sozialen Medien verbreitete Trends bergen die Gefahr, auf Produkte mit fragwürdiger Zusammensetzung hereinzufallen.
Neue Regeln für mehr Sicherheit
Bislang existierten in Deutschland nur unverbindliche BfR-Empfehlungen. Die neuen, EU-weit verbindlichen Höchstmengen sollen ein verlässlicheres Sicherheitsniveau schaffen. Betroffen sind unter anderem:
* Selen und Mangan
* Folsäure und Vitamin B6
* Vitamin A, E und D
* Eisen
Auch für bestimmte Pflanzenstoffe wie Berberin werden Mengenbeschränkungen erwartet. Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) hat hier bereits Sicherheitsbewertungen vorgelegt.
Aufklärung bleibt zentral
Trotz der gesetzlichen Verschärfungen bleibt die Eigenverantwortung der Verbraucher entscheidend. Experten raten dringend von einer Einnahme ohne ärztliche Diagnose ab. Eine Blutuntersuchung kann einen tatsächlichen Mangel aufdecken.
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Verbraucher sollten Werbeversprechen kritisch hinterfragen. Nahrungsergänzungsmittel durchlaufen kein Wirksamkeits-Prüfverfahren wie Arzneimittel, sondern müssen lediglich registriert werden. Die gesündeste Basis bleibt eine ausgewogene Ernährung – sie kann durch keine Pille ersetzt werden.
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