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EU AI Act: KMU müssen jetzt KI-Systeme erfassen

14.01.2026 - 21:13:12

Der EU AI Act verpflichtet Unternehmen zur Inventarisierung und Risikobewertung ihrer KI-Systeme. Frühzeitige Umsetzung vermeidet Strafen und schafft Vertrauen.

Der EU AI Act zwingt kleine und mittlere Unternehmen zum Handeln. Sie müssen alle eingesetzten KI-Systeme inventarisieren und nach Risiko klassifizieren. Wer jetzt startet, vermeidet hohe Strafen und schafft Vertrauen.

Das weltweit erste umfassende KI-Gesetz ist seit August 2024 in Kraft. Es folgt einem risikobasierten Ansatz: Je gefährlicher eine KI für Gesundheit, Sicherheit oder Grundrechte sein könnte, desto strenger sind die Regeln. Die meisten Vorschriften gelten ab August 2026, doch erste Pflichten sind bereits wirksam.

Erster Schritt: Die große KI-Inventur

Viele KMU haben keinen vollständigen Überblick, welche KI-Tools im Einsatz sind. Das ist die erste große Compliance-Lücke. Erfasst werden müssen nicht nur selbst entwickelte Lösungen, sondern auch externe Dienste wie Textgeneratoren oder Analyse-Tools.

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Checkliste für die Bestandsaufnahme:
* Inventarisierung: Alle KI-Anwendungen im Unternehmen auflisten.
* Zweck: Dokumentieren, wofür jedes System genutzt wird.
* Daten: Klären, welche personenbezogenen Daten verarbeitet werden.
* Verantwortung: Zuständige Personen für jedes System benennen.

Das Herzstück: Die Risikobewertung

Jedes KI-System muss einer von vier Risikostufen zugeordnet werden. Daraus leiten sich die konkreten Pflichten ab.

  • Verbotene KI: Systeme mit inakzeptablem Risiko, wie staatliches Social Scoring, sind komplett verboten.
  • Hochrisiko-KI: Dazu zählen Anwendungen in kritischen Bereichen wie Personalauswahl, Medizin oder Justiz. Sie unterliegen den strengsten Auflagen.
  • Begrenztes Risiko: Für Chatbots oder Deepfake-Generatoren gelten vor allem Transparenzpflichten. Nutzer müssen über die KI-Interaktion informiert werden.
  • Minimales Risiko: Die meisten Alltagsanwendungen wie Spamfilter bleiben weitgehend unreguliert.

Von der Theorie zur Praxis: Diese Maßnahmen sind Pflicht

Nach der Einstufung folgt die Umsetzung. Für Hochrisiko-Systeme ist der Aufwand besonders hoch. Unternehmen müssen ein durchgängiges Risikomanagement etablieren und umfangreiche technische Dokumentation vorhalten.

Eine weitere zentrale Pflicht ist die Schulung der Mitarbeiter. Der AI Act verlangt „AI Literacy“ – die Belegschaft muss Funktionsweise, Grenzen und Risiken wie Voreingenommenheit verstehen.

Umsetzungs-Checkliste für Hochrisiko-KI:
* Risikomanagement: Prozess zur fortlaufenden Risikoidentifikation und -minderung einrichten.
* Datenqualität: Sicherstellen, dass Trainingsdaten repräsentativ und frei von Verzerrungen sind.
* Dokumentation: Detaillierte technische Dokumentation für jedes System führen.
* Menschliche Aufsicht: Gewährleisten, dass Menschen die Systeme effektiv überwachen können.
* Schulungen: Zielgruppenspezifische Programme zur Steigerung der KI-Kompetenz anbieten.

Regulierung als Chance: Mehr als nur Bürokratie

Die neue Regulierung bedeutet zwar Aufwand, bietet aber auch Vorteile. Sie schafft europaweit einheitliche Spielregeln und damit Planungssicherheit. Frühstarter minimieren nicht nur das Risiko von Bußgeldern – bis zu 7 % des weltweiten Umsatzes – sondern bauen auch Vertrauen bei Kunden auf.

Die EU hat Unterstützungsangebote für KMU geschaffen. Dazu gehören kostenlose regulatorische Reallabore („Sandboxes“), in denen KI-Anwendungen getestet werden können. Nationale Anlaufstellen und Leitfäden, etwa von den Mittelstand-Digital Zentren, sollen den Einstieg erleichtern.

Ein Marathon hat begonnen

Die vollständige Anwendung aller Regeln steht für August 2026 an. Doch die Reise hat begonnen: Erste Verbote und Transparenzpflichten gelten schon heute. KI-Compliance wird zum Dauerprozess, regelmäßige Überprüfungen zur Normalität.

Unternehmen, die jetzt eine Strategie entwickeln und ihre Systeme klassifizieren, sichern sich nicht nur rechtlich ab. Sie positionieren sich als verantwortungsvolle Player im KI-Zeitalter.

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PS: Die Übergangsfristen der EU-KI-Verordnung laufen schrittweise – einige Pflichten gelten bereits, andere treten ab August 2026 in Kraft. Ohne rechtzeitige Klassifizierung und Dokumentation drohen Sanktionen; unser kompakter Umsetzungsleitfaden listet Fristen, Kennzeichnungspflichten und technische Dokumentationsanforderungen auf und zeigt konkrete Sofort-Maßnahmen für KMU. Inklusive Praxisbeispielen und Checklisten zum direkten Einsatz. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden jetzt sichern

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