EPFL-Roboterhand, Roboterhand

EPFL-Roboterhand löst sich ab und krabbelt autonom

22.01.2026 - 13:43:12

Eine neuartige Roboterhand der ETH Lausanne kann sich vom Arm lösen, selbstständig zu Zielen krabbeln und wieder andocken. Die Technologie soll Rettungseinsätze und Logistik revolutionieren.

Eine Roboterhand, die sich vom Arm löst, selbstständig zu Zielen krabbelt und wieder andockt, könnte Rettungseinsätze und Logistik revolutionieren. Forscher der ETH Lausanne (EPFL) haben diese futuristische Technologie entwickelt, die jetzt im Fachjournal Nature Communications vorgestellt wurde.

Vom Greifer zum Krabbler: Ein dualer Roboter

Herzstück der Innovation ist ein radikales „Dual-Mode“-Design. An einem Roboterarm befestigt, arbeitet die Hand als normaler Greifer. Erreicht sie ein Ziel nicht, löst sie sich vom Handgelenk, fällt auf eine Oberfläche und setzt ihre Finger als Beine ein. So kann sie selbstständig in enge Spalten schlüpfen, Gegenstände holen und zum Arm zurückkehren.

„Diese Loko-Manipulations-Fähigkeit – die Kombination aus Fortbewegung und Greifen – ist ein großer Schritt“, erklärt das Team. Die Hand besitzt keine menschliche Anatomie mit Daumen und Handfläche. Stattdessen sind fünf identische, mehrgliedrige Finger symmetrisch um eine runde „Handfläche“ angeordnet. Sie können sich in beide Richtungen biegen, sodass die Hand von allen Seiten zugreifen kann.

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Einsatz in Katastrophengebieten und Lagern

Die praktischen Anwendungen sind vielfältig. In Katastrophengebieten könnte die abgetrennte Hand durch Trümmer navigieren, um Verschüttete zu lokalisieren oder kleine Hilfsgüter zu transportieren. In der Industrie und Logistik wäre sie ideal für Wartungsarbeiten in engen Rohren oder zum Bergen von Kleinteilen aus unzugänglichen Regalen.

Magnetische Stecker und ein Verriegelungsmechanismus sorgen für präzises Andocken am Roboterarm. Diese autonome Rückkehr ist entscheidend, um in gefährlichen Umgebungen menschliche Eingriffe zu vermeiden.

Überwindung biologischer Grenzen

„Unser Ziel war nicht, die menschliche Hand nachzuahmen, sondern sie zu übertreffen“, betont Seniorautorin Aude Billard. Die biologische Hand ist durch ihren asymmetrischen Aufbau limitiert. Das radialsymmetrische Design der Roboterhand macht spezielle Orientierungen überflüssig und ermöglicht Griffe, die für Menschen unmöglich sind.

Der Weg zur modularen Robotik

Der aktuelle Prototyp beweist die Machbarkeit. Die weitere Entwicklung wird auf mehr Onboard-Intelligenz, Reichweite und Tragkraft zielen. Experten sehen in der Technologie einen Wendepunkt hin zur modularen Robotik: Dabei agieren einzelne Maschinenteile unabhängig und kooperieren wie ein Schwarm, um komplexe Aufgaben zu lösen.

Die EPFL-Forscher haben gezeigt, dass der beste Weg, die Reichweite eines Roboters zu erweitern, manchmal darin liegt, ihn loszulassen.

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