EngineAI, T800

EngineAI T800: Kampfroboter stürmt mit Kung-Fu die CES

18.01.2026 - 23:03:12

Ein chinesischer Roboter zeigt auf der CES 2026 atemberaubende Kampfkunst – und will damit die Industrie revolutionieren. Die Grenze zwischen Science-Fiction und Realität verschwimmt: Das Shenzhener Unternehmen EngineAI begeisterte das Fachpublikum in Las Vegas mit der Vorstellung seines humanoiden Roboters T800. Die Maschine führte hochdynamische Kampfsport-Bewegungen vor, die einen Quantensprung in Agilität und Kraft demonstrieren.

Der etwa 1,73 Meter große und 75 Kilogramm schwere T800 zeigte komplexe Tritte und Drehungen mit einer bislang ungesehenen Fluidität. Das Spektakel dient einem klaren Ziel: Es soll die technologische Überlegenheit für den geplanten industriellen Einsatz unter Beweis stellen. Bereits im Dezember 2025 hatte ein erstes Video für Furore gesorgt – viele vermuteten CGI-Tricks. EngineAI konterte mit ungewöhnlichen Beweisen: Hinter den Kulissen-Material und ein Clip, in dem der Roboter CEO Zhao Tongyang zu Boden kickt.

Die Leistung speist sich aus einer ausgeklügelten Technik. Hochdrehmoment-Gelenke mit bis zu 450 N·m Spitzendrehmoment und einer momentanen Spitzenleistung von 14.000 Watt ermöglichen die explosiven Bewegungen. 29 Gelenke sorgen für den nötigen Bewegungsspielraum. Gesteuert wird der T800 von einer KI auf Basis eines Nvidia AGX Orin-Moduls und eines Intel-Prozessors, die Daten eines 360-Grad-Sensorsystems verarbeiten.

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Der wahre Kampf findet in der Fabrikhalle statt

Doch was bedeutet das konkret für die Industrie? EngineAI sieht den T800 nicht als Jahrmarktsattraktion, sondern als Arbeitskraft. Die bei den Kampfbewegungen demonstrierte dynamische Stabilität soll ihn für Aufgaben in Logistik, Fertigung und Lagerhaltung prädestinieren. Die Fähigkeit, in unwegsamem Gelände das Gleichgewicht zu halten oder schwere Lasten zu tragen, steht im Fokus.

Diese Strategie folgt einem globalen trend. Immer mehr humanoide Roboter werden für den praktischen Einsatz entwickelt. Trainiert werden sie oft durch Nachahmungslernen (Imitation Learning), bei dem menschliche Bewegungen auf die Maschine übertragen werden. Diese Methode eignet sich sowohl für Kung-Fu als auch für das Sortieren von Paketen.

Chinas Roboter-Offensive erreicht den Weltmarkt

Der Auftritt des T800 unterstreicht den Aufstieg chinesischer Robotikfirmen. Unternehmen wie Unitree Robotics und AgiBot präsentierten in Las Vegas ähnlich beeindruckende Humanoiden. Getrieben wird dieser Boom von einer nationalen Strategie für “embodied Intelligence” in China. Über 150 Firmen sind inzwischen in diesem Sektor aktiv.

Die rasante Entwicklung zwingt den Markt, seine Erwartungen neu zu justieren. Bewegungen, die vor wenigen Jahren für zweibeinige Roboter undenkbar schienen, wirken heute so natürlich, dass sie mit CGI verwechselt werden. Der Fortschritt resultiert aus der Konvergenz leistungsstarker KI-Modelle, präziser Aktuatoren und hochentwickelter Sensorik.

Serienproduktion startet bereits 2026

EngineAI drängt auf eine schnelle Kommerzialisierung. Das Unternehmen hat bereits Vorbestellungen für mehrere T800-Modelle eröffnet. Ein Basismodell soll bei etwa 25.000 US-Dollar starten, erste Auslieferungen sind für Juni 2026 geplant. Ein derart leistungsfähiger Roboter zu diesem Preis könnte die Adoption in der Industrie deutlich beschleunigen.

Die eigentliche Bewährungsprobe steht jedoch noch aus. Nun muss der T800 den Sprung von der Messebühne in den unstrukturierten Alltag schaffen. Kann er in dynamischen Umgebungen zuverlässig arbeiten? Wie gelingt die Integration in menschliche Arbeitsabläufe? Der spektakuläre Kick war die Marketing-Volte. Sein Potenzial, eine neue Welle der Automation einzuläuten, könnte die wirklich revolutionäre Leistung werden.

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