Start, Rollout

eMedikationsplan: Start verschoben auf Oktober 2026

21.02.2026 - 10:09:12 | boerse-global.de

Der bundesweite Rollout des eMP startet erst im Oktober, nach einer Pilotphase. Gleichzeitig zeigt sich eine geringe Nutzung der elektronischen Patientenakte, während technische Updates die Praxen fordern.

Der bundesweite Start des elektronischen Medikationsplans (eMP) wird verschoben. Statt März setzen die Verantwortlichen nun auf eine gestreckte Einführung mit einem Flächenstart im Oktober. Diese Woche zeigt: Die digitale Gesundheitsinfrastruktur bleibt eine Baustelle.

Neuer Fahrplan: Pilotphase startet im Juli

Die gematik und die Kassenärztliche Bundesvereinigung bestätigten den neuen Zeitplan. Demnach beginnt im Juli eine kontrollierte Pilotphase in ausgewählten Modellregionen. Der bundesweite Rollout folgt dann im Oktober.

Experten werten die Verschiebung als Eingeständnis: Die technische Stabilität der Telematikinfrastruktur hat Vorrang vor politischen Prestigeterminen. Der neue eMP soll strukturierte Dosierangaben für komplexe Einnahmeschematen enthalten. Eine wichtige Neuerung: Apotheken erhalten Schreibrechte, um auch rezeptfreie Medikamente zu ergänzen.

ePA-Nutzung: Ernüchternde Bilanz nach einem Jahr

Die Verschiebung trifft auf eine Phase der Ernüchterung. Gut ein Jahr nach dem Start der „ePA für alle“ zeigt eine aktuelle Erhebung des Verbraucherzentrale Bundesverbands: Die aktive Nutzung liegt bei lediglich rund 3,6 Prozent.

Ramona Pop, Vorständin des vzbv, kritisierte komplizierte Freischaltungsprozesse. Um die Akte attraktiver zu machen, sollen noch dieses Jahr neue Funktionen kommen. Dazu gehören Push-Benachrichtigungen, die über neue Dokumente informieren. Eine Volltextsuche in den Akten ist frühestens ab 2027 geplant.

Akuter Druck: Konnektoren-Update mit harter Frist

Während über Zukunftsfunktionen diskutiert wird, mussten Praxen diese Woche eine akute Hürde nehmen. Ein kritisches Firmware-Update für bestimmte Konnektoren hatte eine Frist bis zum 17. Februar. Nicht aktualisierte Geräte verloren danach die Verbindung zur TI.

Dieser Vorfall unterstreicht die Fragilität der Hardware-Infrastruktur. Er beschleunigt die Diskussion um die TI 2.0. Das Ziel: Weg von physischen Konnektoren in den Praxen, hin zu Rechenzentrumslösungen.

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Ein Schlüssel dafür ist „Proof of Patient Presence“ (PoPP), das für Mitte 2026 erwartet wird. Es soll den ePA-Zugriff ohne physisches Stecken der Gesundheitskarte ermöglichen – ein großer Schritt für Videosprechstunden.

Ärzte und Apotheker: Erleichterung und Forderungen

Die Vertretungen der Leistungserbringer reagieren mit gemischten Gefühlen. Die KBV hatte stets betont, dass Systemstabilität vor neuen Features kommen müsse. Die Verschiebung wird in Ärztekreisen daher als notwendige Qualitätssicherung interpretiert.

Apotheker begrüßen die geplante OTC-Erfassung im eMP. Sie ist oft die einzige Chance, Wechselwirkungen mit selbstgekauften Medikamenten zu erkennen. Dass die Funktion erst Ende 2026 flächendeckend kommt, wird bedauert, aber angesichts der Komplexität akzeptiert.

2026: Vom Durchbruchs- zum Konsolidierungsjahr

Das Jahr entwickelt sich zum Jahr der technischen Sanierung. Der Fokus liegt nicht mehr auf schnellen neuen Anwendungen, sondern auf der „Entrümpelung“ der Infrastruktur und besserer Bedienbarkeit.

Für Patienten bedeutet das: Der volle Nutzen der ePA als Steuerungsinstrument für die Medikation rückt in den Herbst. Bis dahin wird weiter gebaut – allerdings, so scheint es, nun gründlicher.

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