Elektronische Patientenakte: Sicherheitslücken trotz Gesetzesänderung
02.03.2026 - 07:30:50 | boerse-global.deDie elektronische Patientenakte (ePA) in Deutschland kämpft auch nach über einem Jahr im Vollbetrieb weiter mit Sicherheitsproblemen. Trotz einer jüngsten Gesetzesänderung zum Schutz von Abrechnungsdaten warnen Experten vor grundlegenden Schwachstellen. Das Vertrauen in das Prestigeprojekt der Gesundheitsdigitalisierung steht auf dem Spiel.
Was genau ist das Problem?
Die ePA soll die medizinische Versorgung durch zentrale Gesundheitsdaten revolutionieren. Doch seit ihrem Start begleiten schwere Sicherheitsbedenken das Projekt. IT-Experten des Chaos Computer Clubs (CCC) deckten immer wieder Lücken auf, die theoretisch unberechtigte Zugriffe ermöglichen könnten.
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Ein Kernproblem bleibt die undurchsichtige Steuerung der Zugriffsrechte. Patienten können oft kaum nachvollziehen, wer auf welche ihrer Daten zugreift. Besonders heikel ist die Situation für Jugendliche und deren informationelle Selbstbestimmung. Kritiker bemängeln nicht nur die Benutzeroberfläche, sondern die gesamte technische Architektur im Hintergrund.
Gesetzgeber zieht Notbremse bei Abrechnungsdaten
Auf die anhaltende Kritik hat der Gesetzgeber nun reagiert. Eine Änderung im Sozialgesetzbuch stellt sicher, dass eingestellte Abrechnungsdaten von Vertragsärzten nur noch für die Versicherten selbst sichtbar sind. Diese Regelung gilt für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren.
Branchenbeobachter sehen darin jedoch nur eine Teillösung. Die Maßnahme dämmt ein konkretes Risiko ein, behebt aber nicht die grundlegenden architektonischen Schwächen. Die Sorge bleibt: Ohne ein überarbeitetes Sicherheitskonzept könnten jederzeit neue Angriffsszenarien auftauchen.
Eine Geschichte voller Pannen und Verschiebungen
Die Sicherheitsdebatte ist kein neues Phänomen. Bereits Ende 2024, kurz vor der geplanten Einführung, demonstrierte der CCC gravierende Lücken. Die Enthüllungen zwangen zu Nachbesserungen und verschoben den bundesweiten Start mehrfach.
Trotz zusätzlicher Absicherungen meldete der CCC auch nach dem Start im Frühjahr 2025 weitere potenzielle Schwachstellen. Diese Historie von wiederkehrenden Problemen hat das Vertrauen in die digitale Infrastruktur nachhaltig beschädigt.
Wackliges Fundament für ambitionierte Zukunftspläne
Das Vertrauen von Ärzten und Patienten ist jedoch entscheidend für den Erfolg der ePA. IT-Sicherheitsexpertinnen wie Bianca Kastl vom CCC kritisieren, dass auch im Echtbetrieb grundlegende Probleme bei Authentifizierung und Identitäten bestehen.
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Die Ärzteschaft sorgt sich um Datenschutz und die Wahrung der Schweigepflicht. Die Angst, sensible Gesundheitsdaten könnten in falsche Hände geraten, bremst die Akzeptanz im Praxisalltag aus. Droht die ePA so zur kaum genutzten Datensammlung zu werden?
Dabei sind die Zukunftspläne ambitioniert: Ein erweiterter Medikationsplan, strukturierte Laborergebnisse und eine Volltextsuche sollen bis 2027 folgen. Diese Funktionen können aber nur auf einem stabilen und vertrauenswürdigen Sicherheitsfundament gedeihen. Die Verantwortlichen stehen in der Pflicht, die Lücken endgültig zu schließen – sonst verpufft das Potenzial der digitalen Akte.
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