Elektroautos: Software definiert jetzt das Fahrgefühl
08.02.2026 - 01:05:11Die nächste Phase der Elektromobilität hat begonnen. Es geht nicht mehr nur um den Austausch des Antriebs, sondern um eine digitale Neuerfindung des Automobils von Grund auf. Wegweisende Ankündigungen zu softwaredefinierten Fahrzeugen zeigen: Das Auto wird zum lernfähigen Computer auf Rädern.
Diese Woche markiert einen Wendepunkt. Die Branche rückt von der Hardware ab und macht die Software zum Herzstück von Fahrwerk und Batterie. Die jüngsten Durchbrüche bei Drive-by-Wire-Systemen und KI-gesteuerten Batterien ebnen den Weg für Autos, die sich per Update verbessern lassen. Das verspricht mehr Sicherheit, Effizienz und eine längere Lebensdauer.
Das digitale Fahrwerk: Präzision aus dem Rechenzentrum
Der physische Zusammenhang zwischen Lenkrad und Rädern löst sich auf. Chinesischer Hersteller Li Auto stellte diese Woche seine nächste Generation der L9-Flaggschiff-SUV vor. Es basiert auf einer vollständigen Chassis-by-Wire-Architektur. Das bedeutet: Lenkung, Vierradlenkung und Bremsen werden rein elektronisch gesteuert – ohne mechanische Verbindung.
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Das Ziel ist eine bisher unerreichte Präzision, die für höhere Automatisierungsstufen unerlässlich ist. Auch europäische Hersteller setzen auf Integration. BMWs „Neue Klasse“-Elektroautos bauen die Hochvoltbatterie strukturell in das Fahrwerk ein. Das spart Gewicht und erhöht die Steifigkeit.
Die Finanzmärkte honorieren den Trend. Technologiegigant Qualcomm meldete Rekordumsätze im Automobilsegment. Das Wachstum von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr führt das Unternehmen auf die hohe Nachfrage nach seinen Snapdragon Digital Chassis-Plattformen zurück. Sie liefern die Rechenpower für Assistenzsysteme und Konnektivität.
Die lernende Batterie: KI verlängert die Lebensdauer
Während das Fahrwerk digital wird, erwacht auch das Herzstück des E-Autos zum Leben: die Batterie. Der Fokus verschiebt sich von der reinen Kapazität hin zu intelligenter Verwaltung. Neue Chemie und künstliche Intelligenz sollen Langlebigkeit und Alltagstauglichkeit revolutionieren.
Ein Meilenstein gelang dem Batterieriesen CATL zusammen mit Changan Automobile. Die Partner kündigten eine globale Strategie für Natrium-Ionen-Batterien an und präsentierten das erste in Serie gefertigte Auto mit dieser Technologie. Das System kombiniert die alternative Chemie mit einem verbesserten Batteriemanagement.
Der Clou: Eine dynamische Kühlung verlangsamt den Alterungsprozess der Zellen, besonders unter Stress. So soll die Batterie über 400 Kilometer Reichweite bieten und selbst bei extremen -40°C noch über 90 Prozent ihrer Kapazität halten. Das behebt eine Schwachstelle heutiger Lithium-Ionen-Akkus.
Die Integration von KI und maschinellem Lernen ist der nächste Schritt. Algorithmen analysieren Echtzeitdaten, um Lade- und Entladevorgänge zu optimieren. Das senkt Energiekosten und schont die Batterie. Updates erfolgen künftig „over-the-air“ – das Energiesystem des Autos wird so lernfähig und anpassbar.
Digitale Zwillinge ebnen den Weg zur Festkörperbatterie
Im Hintergrund beschleunigt die Digital-Twin-Technologie die Entwicklung. Bevor ein physischer Prototyp entsteht, werden Fahrwerk und Batterie in einer virtuellen Umgebung getestet und perfektioniert. Diese „Digital Twin 2.0“-Umgebung vereint Design und Simulation.
Der Effekt ist enorm: Die Zeit bis zur Markteinführung neuer Innovationen verkürzt sich laut Branchenanalysen um bis zu 30 Prozent. Dieser schnellere Zyklus ist entscheidend für die nächste große Revolution: die Festkörperbatterie.
Am 5. Februar gaben Karma Automotive und Factorial Energy eine Kooperation bekannt. Ziel ist es, Festkörperbatterien in ein Serienfahrzeug in den USA zu integrieren. Die quasi-festkörperbatterie-Zellen sollen im 2027er Karma Kaveya Supercar zum Einsatz kommen. Die Technologie verspricht höhere Energiedichte, mehr Sicherheit und ultraschnelles Laden.
Ausblick: Das Update-fähige Auto wird Standard
Die Verschmelzung von digitalem Fahrwerk und intelligenter Batterie markiert einen Wendepunkt. Das Auto entwickelt sich vom statischen Produkt zum dynamischen, softwaredefinierten Ökosystem. Diese Architekturen sind die Voraussetzung für das vollautonome Fahren der Zukunft.
Der Markt wächst rasant. Allein für fortschrittliche Batteriemanagementsysteme prognostizieren Analysten ein Volumen von 75 Milliarden Euro bis 2033. Die nächsten Schritte sind klar: Drive-by-Wire wird zum Standard, KI zum Kern jeder Batterie. Die ersten Festkörperbatterien werden zwischen 2026 und 2028 in limitierten Fahrzeugen erwartet.
Die Botschaft ist eindeutig: Die Zukunft der Mobilität wird nicht mehr in der Werkhalle, sondern im Software-Update definiert.
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