E-Commerce startet 2026 mit neuen Steuerpflichten
04.01.2026 - 03:23:12Ab 2026 gelten für Online-Händler in der EU neue Meldepflichten für Kryptozahlungen (DAC8) und geänderte Umsatzsteuersätze. Die Zeit zur Vorbereitung auf die große Reform ViDA beginnt.
Der Jahreswechsel bringt für Online-Händler in der EU keine Revolution, aber ein komplexes Puzzle aus neuen Meldepflichten und geänderten Steuersätzen. Während die große Reform „VAT in the Digital Age“ (ViDA) noch auf sich warten lässt, müssen sich Unternehmen ab sofort auf konkrete Änderungen einstellen.
DAC8: EU schließt Steuerlücke bei Krypto-Zahlungen
Die wohl wichtigste Neuerung betrifft den Handel mit digitalen Währungen. Seit dem 1. Januar 2026 ist die Richtlinie DAC8 in Kraft, die eine automatische Meldung von Krypto-Transaktionen an die Steuerbehörden vorschreibt. Das betrifft nicht nur spezialisierte Handelsplattformen, sondern auch jeden E-Commerce-Shop, der Zahlungen in Bitcoin & Co. akzeptiert.
Experten warnen: Die Finanzämter könnten die gemeldeten Krypto-Daten künftig mit den Umsatzsteuermeldungen abgleichen. Für Händler bedeutet das, dass die Dokumentation von Kryptozahlungen ab sofort den gleichen strengen Standards genügen muss wie bei Euro-Überweisungen. Wer hier schludert, riskiert bei der nächsten Betriebsprüfung erhebliche Probleme.
Umsatzsteuer: Diese EU-Länder ändern ihre Sätze
Für Händler, die über den One-Stop-Shop (OSS) grenzüberschreitend verkaufen, heißt es jetzt: Steuerschlüssel aktualisieren. Mehrere Mitgliedstaaten haben zum Jahreswechsel ihre Umsatzsteuersätze angepasst.
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Niederlande: Teurere Hotelübernachtungen
Besonders spürbar wird die Änderung für Reiseanbieter. Die Niederlande haben den ermäßigten Steuersatz für Beherbergungsleistungen gestrichen. Statt bisher 9 % werden für Hotelzimmer, Ferienwohnungen und Campingplätze nun 21 % fällig. Buchungsplattformen müssen ihre Preiskalkulation dringend anpassen, um Margenverluste zu vermeiden.
Finnland: Neue Regelung für Lebensmittel und Co.
Auch im Norden Europas gelten neue Sätze. Finnland hat seinen ermäßigten Steuersatz, der für Lebensmittel, Restaurantbesuche und Personenbeförderung gilt, auf 13,5 % festgesetzt. Online-Händler, die etwa Nahrungsergänzungsmittel nach Finnland liefern, sollten ihre Systeme umgehend prüfen.
Deutschland: Gastronomie atmet auf
Eine gute Nachricht kommt dagegen aus Deutschland. Entgegen früherer Diskussionen gilt für Speisen in der Gastronomie auch 2026 weiterhin der ermäßigte Satz von 7 %. Getränke werden allerdings weiter mit 19 % besteuert. Die Branche wertet dies als wichtiges Signal für Planungssicherheit.
E-Rechnung: Die Schonfrist in Deutschland läuft ab
Seit Jahresbeginn befinden sich deutsche Unternehmen im zweiten Jahr der Übergangsphase zur verpflichtenden E-Rechnung. Zwar sind Papierrechnungen oder einfache PDFs für 2026 noch erlaubt – aber nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Empfängers.
In der Praxis bedeutet das: Die Schonfrist endet faktisch jetzt. Immer mehr Großunternehmen drängen ihre Lieferanten zur Umstellung auf Formate wie XRechnung oder ZUGFeRD, um eigene Prozesse zu automatisieren. E-Commerce-Händler im B2B-Bereich, die hier nicht nachziehen, riskieren Wettbewerbsnachteile.
ViDA: Die große Reform kommt später
Trotz der aktuellen Änderungen gilt: Die wirklich großen Umwälzungen stehen noch bevor. Das EU-Reformpaket „VAT in the Digital Age“ (ViDA) tritt erst ab 2027 schrittweise in Kraft. Die wichtigsten Meilensteine im Überblick:
- Juli 2027: Der OSS wird auf den Energiehandel ausgeweitet.
- Juli 2028: Die große OSS-Erweiterung folgt, inklusive eigener Warenverbringungen. Zudem wird die Umkehr der Steuerschuldnerschaft für grenzüberschreitende B2B-Umsätze verpflichtend.
- 2030: Start der harmonisierten digitalen Meldepflichten für innergemeinschaftliche Lieferungen.
Das Jahr 2026 wird damit zum entscheidenden Vorbereitungsjahr. Unternehmen sollten die Zeit nutzen, um ihre Systeme und Datenprozesse für die kommende Granularität der Meldungen fit zu machen.
Drei Prioritäten für Händler in dieser Woche
Um sicher ins neue Steuerjahr zu starten, sollten Online-Händler jetzt drei Punkte prüfen:
- OSS-Systeme aktualisieren: Sind die neuen Steuersätze für die Niederlande (21 %) und Finnland (13,5 %) korrekt im Shop-Backend hinterlegt?
- Krypto-Compliance prüfen: Fallen eigene Zahlungsabwicklungen unter die neuen DAC8-Meldepflichten?
- E-Rechnungs-Standort bestimmen: Ist die Umstellung auf elektronische Rechnungen für B2B-Kunden weit genug fortgeschritten?
Wer diese Hausaufgaben erledigt, ist für ein regulatorisch anspruchsvolles, aber planbares Jahr 2026 gut gerüstet.
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