Duke University: Nasenabstrich erkennt Alzheimer früh
26.03.2026 - 06:31:42 | boerse-global.deForscher der Duke University entwickeln einen Nasenabstrich zur Alzheimer-Früherkennung. Die Methode identifiziert in einer Pilotstudie frühe Krankheitszeichen mit hoher Genauigkeit – und ist dabei deutlich weniger invasiv als gängige Verfahren.
Ein Fenster zum Gehirn in der Nase
Die Wahl des Untersuchungsortes ist klug: Die Riechschleimhaut im oberen Nasenbereich ist direkt mit dem Gehirn verbunden. Bei Alzheimer ist der Geruchssinn oft früh beeinträchtigt. Das Team um Dr. Bradley Goldstein vermutete daher, dass sich hier auch andere Frühzeichen der neurodegenerativen Erkrankung ablesen lassen.
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Für die Studie, veröffentlicht in Nature Communications, entnahmen die Forscher mit einer kleinen Bürste Gewebeproben von 22 Personen. Die Gruppe umfasste Gesunde, Menschen mit Alzheimer-Biomarkern aber ohne Symptome und Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung.
Deutliche Signale in den Genen
Die Analyse der gewonnenen Nerven- und Immunzellen brachte einen Durchbruch. Die Wissenschaftler fanden etwa 40 Gene, deren Aktivität sich zwischen den Gruppen deutlich unterschied. Anhand dieser Muster konnten sie Personen mit beginnender oder diagnostizierter Alzheimer-Erkrankung von gesunden Probanden trennen.
Die Trefferquote lag bei etwa 81 Prozent. Besonders spannend: Der Test erkannte auch Veränderungen bei Menschen, die zwar labortechnische Anzeichen von Alzheimer zeigten, aber noch keine Gedächtnisprobleme hatten.
Schonender als Lumbalpunktion und PET-Scan
Bisherige Standardverfahren sind oft belastend. Eine Lumbalpunktion zur Gewinnung von Rückenmarksflüssigkeit ist invasiv. Amyloid-PET-Scans sind teuer und nicht flächendeckend verfügbar. Bluttests detektieren Marker häufig erst in späteren Stadien.
Der Nasenabstrich dauert dagegen nur Minuten. Nach einem betäubenden Spray wird die Bürste eingeführt – für Patienten wesentlich angenehmer. Könnte dies der Durchbruch für eine breite Früherkennung sein?
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Frühe Diagnose ist der Schlüssel
Die Bedeutung einer frühen und einfachen Diagnose ist enorm. Neue Medikamente, die den Krankheitsverlauf verlangsamen, wirken am besten, bevor massive Gedächtnisschäden auftreten. Ein solcher Test könnte helfen, Patienten rechtzeitig für Therapien zu identifizieren.
Zudem könnte er klinische Studien beschleunigen, indem er präziser Personen im frühesten Krankheitsstadium erkennt. Die Duke University hat für den Ansatz bereits ein US-Patent angemeldet.
Noch ist weitere Forschung nötig
Die Forscher betonen, dass die Methode noch nicht einsatzbereit ist. Zuerst müssen größere Studien die vielversprechenden Ergebnisse validieren und die Genauigkeit weiter verbessern.
Langfristig könnte der Nasenabstrich jedoch zu einem Routine-Werkzeug werden. Sein Ziel: Risikopersonen so früh zu identifizieren, dass präventive Therapien den Ausbruch der Alzheimer-Erkrankung vielleicht sogar verhindern können.
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