DSK fordert: Kinderschutz muss bei EU-Cookie-Reform Priorität haben
13.02.2026 - 20:33:11Die deutschen Datenschutzbehörden appellieren an die EU, bei der geplanten Vereinfachung der Cookie-Regeln den Schutz von Kindern nicht zu vernachlässigen. Dieser Vorstoß fällt in eine entscheidende Phase der europäischen Digitalpolitik.
Anlässlich des Safer Internet Day hat die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden (DSK) die Gesetzgeber in Brüssel und Berlin aufgefordert, die Rechte von Kindern im digitalen Raum deutlich zu stärken. Hintergrund sind die geplanten Reformen im EU-Gesetzespaket „Digital Omnibus“, das unter anderem die berüchtigten Cookie-Banner reduzieren soll. Die Behörden warnen: Eine pauschale Lockerung der Regeln dürfe nicht auf Kosten der Sicherheit von Minderjährigen gehen.
Kernforderung: Kinderrechte in der DSGVO verankern
Im Zentrum des Appells steht die Forderung, den Schutz von Kinderdaten gesetzlich stärker in der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu verankern. Kinder seien besonderen Risiken ausgesetzt, da sie die langfristigen Folgen der Datensammlung oft nicht überblicken könnten, so die DSK. Die Behörden stützen sich auf ein bereits im November 2025 vorgelegtes Zehn-Punkte-Papier.
Zu den konkreten Vorschlägen gehören strengere Regeln für das Profiling von Minderjährigen, besondere Schutzmaßnahmen bei Kinder-Gesundheitsdaten und eine genauere Risikobewertung für junge Nutzer. Diese Punkte müssten im laufenden „Digital Omnibus“-Verfahren zwingend berücksichtigt werden.
EU-Pläne: Ende der Cookie-Banner?
Der Vorstoß der DSK trifft auf weitreichende Reformpläne der EU-Kommission. Der „Digital Omnibus“ sieht eine grundlegende Änderung der Cookie-Logik vor. Bisher müssen Nutzer nicht essenziellen Cookies aktiv zustimmen (Opt-in). Künftig könnten Unternehmen Tracking-Cookies auch auf Basis eines „berechtigten Interesses“ setzen.
Für Nutzer würde dies eine Umkehr zum Opt-out-Prinzip bedeuten: Cookies würden standardmäßig gesetzt, ein Widerspruch müsste aktiv erfolgen. Langfristig soll die Steuerung über zentrale Einstellungen im Browser laufen. Das Gesetzespaket könnte frühestens Ende 2026 verabschiedet werden und ab 2027 in Kraft treten.
Spagat zwischen Nutzerfreundlichkeit und Grundrechtsschutz
Die Debatte offenbart ein klassisches Spannungsfeld. Auf der einen Seite drängt die EU-Kommission auf vereinfachte Regeln, weniger Bürokratie und ein Ende der „Banner-Müdigkeit“. Viele Unternehmen unterstützen diesen Kurs und erhoffen sich mehr Rechtssicherheit.
Auf der anderen Seite mahnen Aufsichtsbehörden wie die DSK zur Vorsicht. Ihr Fokus auf den Kinderschutz macht deutlich: Eine pauschale Vereinfachung reicht nicht aus. Nötig ist eine differenzierte Regelung, die die Risiken für verschiedene Nutzergruppen genau abwägt. Für Unternehmen könnte das bedeuten, dass sie ihre Prozesse für Kinderdaten verschärfen müssen – selbst wenn die allgemeinen Cookie-Vorschriften gelockert werden.
Was bedeutet das für die Praxis?
Obwohl der finale Rechtsrahmen noch unklar ist, zeichnen sich klare Trends ab. Der politische Druck für einen stärkeren Kinderschutz wird im Gesetzgebungsprozess voraussichtlich zunehmen. Unternehmen, die sich an Kinder und Jugendliche richten, sollten die Entwicklungen in Brüssel genau beobachten.
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Unabhängig von den Reformen bleibt eine transparente und rechtskonforme Datenschutzpraxis essenziell. Die aktuelle Rechtslage, geprägt durch Urteile des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), verlangt weiterhin eine klare Information der Nutzer. Firmen sind gut beraten, ihre Cookie-Banner und Datenschutzerklärungen regelmäßig zu überprüfen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie Europa die Balance zwischen Nutzerkomfort, Wirtschaftsinteressen und Grundrechten neu justiert.
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