Drax, Aktie

Drax Aktie: Rekordstrom trotz Gewinnrückgang

26.02.2026 - 12:30:33 | boerse-global.de

Der britische Energiekonzern Drax meldet Rekordwerte bei erneuerbarer Stromerzeugung, investiert massiv in Batteriespeicher und plant ein KI-Datenzentrum, um sinkende Biomasse-Margen zu kompensieren.

Drax Aktie: Rekordstrom trotz Gewinnrückgang - Foto: über boerse-global.de
Drax Aktie: Rekordstrom trotz Gewinnrückgang - Foto: über boerse-global.de

Drax Group hat am Donnerstag seine Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr vorgelegt – und dabei ein gemischtes Bild gezeichnet. Einerseits produzierte der britische Energiekonzern so viel erneuerbare Energie wie nie zuvor: 6 Prozent des gesamten britischen Stroms und 11 Prozent der erneuerbaren Energien des Vereinigten Königreichs stammten aus Drax-Kraftwerken. Andererseits sank das bereinigte EBITDA um 11 Prozent auf 947 Millionen Pfund, verglichen mit 1.064 Millionen Pfund im Vorjahr. Verantwortlich dafür waren vor allem niedrigere Strompreise.

Die Aktie reagierte dennoch positiv und legte um 3,12 Prozent auf 882,5 Pence zu – nicht weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 937,5 Pence. Der Grund: Drax übertraf die Analystenschätzungen deutlich. Das EBITDA lag 4 Prozent über den Erwartungen, der Gewinn je Aktie von 137,7 Pence sogar 11 Prozent darüber. Dazu trugen günstige Bedingungen im Biomasse-Geschäft im Dezember, niedrigere Finanzierungskosten und die Auswirkungen des laufenden Aktienrückkaufprogramms bei.

Milliarden für Batteriespeicher

Der eigentliche Clou der Zahlen liegt jedoch in der strategischen Neuausrichtung. Drax investiert massiv in Batteriespeichersysteme (BESS) und will damit die sinkenden Margen im Biomasse-Geschäft kompensieren. Seit Oktober hat der Konzern 710 Megawatt an BESS-Projekten zu seiner Pipeline hinzugefügt – Investitionen in Höhe von rund 500 Millionen Pfund. Parallel dazu hat Drax für etwa 36 Millionen Pfund die Flexitricity-Plattform übernommen, die bereits mehr als 0,9 Gigawatt an Speicherkapazitäten verwaltet.

Die Wette auf Batteriespeicher ist nachvollziehbar: Bis 2030 benötigt Großbritannien laut Prognosen 30 Gigawatt Speicherkapazität – aktuell sind nur 7 Gigawatt am Netz. Die wachsende Einspeisung erneuerbarer Energien vergrößert die Preisspannen am Strommarkt, was die Wirtschaftlichkeit von Speichern verbessert. Drax hat sich bereits Tolling-Verträge über 450 Megawatt mit einer Laufzeit von 10 bis 15 Jahren gesichert, Gesamtvolumen: rund 300 Millionen Pfund. Diese Vereinbarungen erfordern kein Vorabkapital und keine laufenden Wartungskosten.

Biomasse-Vertrag als Anker

Im November sicherte sich Drax einen vierjährigen Vertrag mit der britischen Regierung für seine vier Biomasse-Einheiten. Der Contract for Difference läuft von April 2027 bis März 2031 und garantiert einen Strompreis von 109,90 Pfund je Megawattstunde bei einer jährlichen Erzeugung von etwa 6 Terawattstunden. Dafür benötigt Drax rund 3 Millionen Tonnen Biomasse-Pellets pro Jahr, wovon etwa 2 Millionen Tonnen aus eigenen Produktionsanlagen im Südosten der USA stammen. Das Währungsrisiko hat der Konzern für die gesamte Vertragslaufzeit abgesichert.

Die Pellet-Produktion selbst erzielte mit 4,2 Millionen Tonnen einen Rekordausstoß – ein Plus von 5 Prozent gegenüber 2024. Allerdings machten die kanadischen Standorte massive Probleme: Steigende Rohstoffpreise fraßen die Margen auf, trotz indexierter Umsatzerlöse. Drax reagierte radikal und schloss das Werk in Williams Lake, setzte das Longview-Projekt auf Eis und nahm Wertberichtigungen in Höhe von 337 Millionen Pfund auf die kanadischen Anlagen vor. Weitere 48 Millionen Pfund wurden für die Entwicklung von Bioenergiestandorten mit CO2-Abscheidung abgeschrieben.

Kapitalrückfluss für Aktionäre

Trotz der Gewinneinbußen bleibt Drax großzügig gegenüber seinen Aktionären. Das Unternehmen schloss im Oktober ein 300 Millionen Pfund schweres Rückkaufprogramm ab und startete direkt ein dreijähriges Folgeprogramm über 450 Millionen Pfund. Finanziert wird dies durch einen erwarteten Mittelzufluss von rund 500 Millionen Pfund aus dem Auslaufen der Renewables-Obligation-Regelung im Jahr 2027. Die Dividende stieg um 11,5 Prozent auf 29 Pence je Aktie, was einer Gesamtausschüttung von etwa 99 Millionen Pfund entspricht.

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Die Bilanz bleibt solide: Die Nettoverschuldung sank auf 784 Millionen Pfund, was einem Verschuldungsgrad von 0,8 entspricht – deutlich unter dem langfristigen Zielwert von etwa 2,0. Liquidität und zugesagte Kreditlinien belaufen sich auf 942 Millionen Pfund. Für 2026 plant Drax Investitionen zwischen 210 und 250 Millionen Pfund, davon je etwa 100 Millionen für Wachstums- und Instandhaltungsprojekte.

Blick nach vorn gedämpft

Für das laufende Jahr erwartet Drax ein EBITDA von 662 Millionen Pfund – im Einklang mit den Analystenschätzungen. Ab 2027, wenn die Renewables-Obligation-Programme auslaufen, rechnet der Konzern mit 600 bis 700 Millionen Pfund EBITDA jährlich aus dem bestehenden Geschäft. Das wäre ein deutlicher Rückgang gegenüber den aktuellen Niveaus. Die Differenz sollen die neuen Investitionen in Batteriespeicher füllen – allein daraus könnten 2027 und 2028 etwa 100 Millionen Pfund zusätzlich kommen.

Interessant ist auch der Vorstoß in Rechenzentren: Drax prüft den Bau eines KI-Datenzentrums auf dem Kraftwerksgelände. Die erste Phase mit rund 100 Megawatt könnte ab 2027 in Betrieb gehen. Das Gelände bietet 4 Gigawatt Netzanschluss, 2,6 Gigawatt aktive Erzeugungskapazität, Wasserentnahmerechte und Kühlsysteme – ideale Voraussetzungen für energieintensive KI-Anwendungen.

Der Umbau von Drax ist in vollem Gange. Ob die Wette auf Batteriespeicher und Datenzentren die wegbrechenden Biomasse-Margen kompensieren kann, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Die Aktionäre scheinen das Konzept zu honorieren – vorerst.

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