Einigung, Streik

dpa-Tarifstreit: Einigung nach historischem Streik

31.03.2026 - 09:00:35 | boerse-global.de

Die Deutsche Presse-Agentur einigt sich mit Gewerkschaften auf gestaffelte Lohnzuwächse bis 2027. Der erste Vollstreik in der Unternehmensgeschichte erwies sich als entscheidend für den Verhandlungserfolg.

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Nach einem historischen Streik und wochenlangen Verhandlungen hat die Deutsche Presse-Agentur (dpa) einen Tarifabschluss mit den Gewerkschaften erzielt. Für die rund 800 Beschäftigten bedeutet das spürbare Gehaltssteigerungen bis Ende 2027.

Die Einigung, die am späten Freitagnachmittag erzielt und am Montag bekanntgegeben wurde, gilt als klarer Erfolg der Arbeitnehmervertretungen. Sie unterstreicht die Wirksamkeit des erstmaligen ganztägigen Warnstreiks in der Unternehmensgeschichte. Die Tarifparteien ver.di und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hatten sich in der fünften Verhandlungsrunde auf ein Paket geeinigt, das noch bis zum 24. April von den Gewerkschaftsgremien bestätigt werden muss.

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Gestaffelte Gehaltserhöhungen bis 2027

Der Kern des Abschlusses sind gestaffelte Gehaltserhöhungen über eine Laufzeit von 24 Monaten. Ab April 2026 steigen die Gehälter zunächst um einen Festbetrag von 110 Euro monatlich. Bereits im Juli folgen weitere 90 Euro. Zum 1. Juli 2027 ist dann eine zusätzliche prozentuale Steigerung von 2,5 Prozent vorgesehen.

Besonderes Augenmerk legt der Abschluss auf den journalistischen Nachwuchs. Für Volontäre und jüngere Beschäftigte erhöhen sich die Vergütungen rückwirkend zum 1. März 2026 um 200 Euro. Diese überproportionale Anhebung soll den Einstieg in den Journalismus attraktiver machen.

Laut Gewerkschaften erhöhen sich die Einkommen der dpa-Beschäftigten durch die Einigung im Schnitt um 6,5 Prozent innerhalb von zwei Jahren. Für Volontäre bedeutet das ein Plus von 8,4 Prozent.

Streik als entscheidender Wendepunkt

Die Einigung war hart erkämpft. Vier Verhandlungsrunden waren zuvor ohne Ergebnis geblieben. Die Situation eskalierte am 20. März 2026, als ver.di und DJV zum ersten ganztägigen Streik in der dpa-Geschichte aufriefen. Rund 800 Beschäftigte legten die Arbeit nieder, was zu spürbaren Lücken in der Nachrichtenproduktion führte.

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Dieser historische Arbeitskampf erwies sich als entscheidend. Über 300 Streikende aus allen Landesbüros und der Hamburger Zentrale beteiligten sich. Der ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel betonte, der fünfte Verhandlungstermin habe „unter spürbarem Eindruck des ersten ganztägigen Streiks“ gestanden. Die hohe Beteiligung brachte Bewegung in die festgefahrenen Gespräche.

Signalwirkung für die gesamte Medienbranche

Der Tarifkonflikt bei der dpa spiegelt einen breiteren trend im deutschen Mediensektor wider. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten pochen Beschäftigte zunehmend auf faire Entlohnung. Die ursprünglichen Forderungen der Gewerkschaften lagen deutlich über den ersten Angeboten der Arbeitgeberseite.

Die nun gefundene Lösung – eine Kombination aus Festbeträgen und prozentualen Erhöhungen – zielt darauf ab, besonders den unteren und mittleren Einkommensgruppen zu helfen. Die Tatsache, dass ein Streik nötig war, sendet ein klares Signal an andere Medienarbeitgeber. Es zeigt die Entschlossenheit der Gewerkschaften in einer Branche unter Druck.

Als größte Nachrichtenagentur des Landes setzt die dpa oft Standards für die gesamte Branche. Der erfolgreiche Abschluss könnte daher als Präzedenzfall für kommende Tarifrunden im Medienbereich dienen. Die nächsten Wochen bis zur finalen Bestätigung am 24. April werden zeigen, ob der soziale Frieden bei der zentralen Nachrichtenquelle des Landes dauerhaft gesichert ist.

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