Dortmund startet Großbefragung für Innenstadt-Sanierung
23.01.2026 - 09:40:12Die Dortmunder Innenstadt soll zum Sanierungsgebiet werden. Seit gestern erhalten rund 8.600 Anwohner, Gewerbetreibende und Eigentümer Post vom Amt für Stadterneuerung. Sie müssen bis zum 6. März detaillierte Daten zu ihren Immobilien liefern. Diese „Vorbereitenden Untersuchungen“ sind der entscheidende Schritt, um später Fördermittel und steuerliche Anreize für den Umbau zu sichern.
Pflicht zur Auskunft für Eigentümer
Anders als bei früheren Dialogformaten ist die Teilnahme an dieser Erhebung nicht freiwillig. Für Eigentümer und Mieter gilt eine gesetzliche Auskunftspflicht nach dem Baugesetzbuch. Ohne diese Datenbasis kann die Stadt keine Fördermittel von Bund und Land beantragen – und auch keine steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten für Sanierungen anbieten.
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Das Untersuchungsgebiet ist klar umrissen:
* Die gesamte Fläche innerhalb des Wallrings
* Inklusive der Wallstraßen selbst
* Plus Bahnhofsvorplatz und das Dreieck zwischen Burgwall, Bornstraße und den Gleisanlagen
Vom Einkaufszentrum zum lebendigen Quartier
Hinter dem formalen Schritt steckt ein fundamentaler Wandel. Wo früher der Einzelhandel dominierte, sollen künftig gemischte Quartiere entstehen. Leerstände und der Rückzug großer Kaufhäuser haben den Handlungsdruck erhöht. Die reine Fokussierung auf Konsum gilt als nicht mehr zukunftsfähig.
Ein förmliches Sanierungsgebiet würde der Stadt neue Werkzeuge geben:
* Aktive Leerstandsbekämpfung durch Vorkaufsrechte
* Förderung der Klimaanpassung mit mehr Grün gegen Hitzeinseln
* Erzwingung von Nutzungsmischung, etwa durch Umbau von Büroflächen zu Wohnraum
Zwischen Chance und Regulierung
Die Immobilienbranche beobachtet den Prozess mit gemischten Gefühlen. Die verheißenen steuerlichen Anreize könnten den Wert von Bestandsimmobilien steigern. Gleichzeitig fürchten einige Eigentümer den „Sanierungsvermerk“ im Grundbuch und eine stärkere Regulierung durch die Behörden.
Die Fragebögen sollen den Blick hinter die Fassaden ermöglichen. Wo liegen Investitionsstaus? Wer wäre bereit zu investieren, wenn die Rahmenbedingungen stimmen? Die Auswertung läuft im Laufe des Jahres. Bestätigen die Daten „städtebauliche Missstände“, könnte der Rat die Sanierungssatzung Ende 2026 oder Anfang 2027 beschließen. Bis dahin bleibt die City eine planerische Baustelle.


