Doppelspitze, Köpfe

Doppelspitze: Zwei Köpfe führen besser als einer

09.02.2026 - 23:30:12

Immer mehr deutsche Unternehmen führen mit einer Doppelspitze, um komplexe Märkte zu bewältigen und Fachkräfte zu binden. Das Modell bietet Chancen, erfordert aber klare Regeln.

Immer mehr deutsche Unternehmen setzen auf geteilte Führung. Das Modell soll komplexe Märkte beherrschbar machen und Fachkräfte binden.

Die klassische Alleinspitze verliert an Glanz. Stattdessen entscheiden sich immer mehr Firmen für eine Doppelspitze. Zwei aktuelle Beispiele aus dem Mittelstand zeigen: Die geteilte Verantwortung gilt als Antwort auf dynamische Märkte und den Wunsch nach agileren Strukturen.

Neue Führungsduos im Mittelstand

Erst in dieser Woche verdeutlichten personelle Neuausrichtungen den Trend. Bei der Bensheimer EDNT IT-Services GmbH trat am 9. Februar Lucas Knapp in die Geschäftsleitung ein und bildet fortan eine Doppelspitze. Das Familienunternehmen will so an sein Umsatzplus von rund 20 Prozent im Vorjahr anknüpfen und mit technologischer Exzellenz durch den dynamischen IT-Markt steuern.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Wieländer + Schill, einem Spezialisten für Karosseriewerkzeuge. Seit Jahresbeginn führt dort Thorsten Herfort gemeinsam mit Gesellschafter Stephan Paschke das Unternehmen. Ihr Ziel: Die Marktpräsenz ausbauen und die Position als 360-Grad-Anbieter stärken. Die Aufgabenteilung soll mehr Raum für interne Prozesse und Kundenkontakt schaffen.

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Warum zwei Chefs besser sein können

Die strategischen Vorteile einer Co-Führung sind vielfältig. Der wichtigste: die Bündelung komplementärer Kompetenzen. Zwei Führungspersönlichkeiten können sich mit unterschiedlichen Expertisen und Stärken ideal ergänzen – eine einzelne Person stößt hier schneller an Grenzen.

Zudem sorgt das Vier-Augen-Prinzip für robustere Entscheidungen und senkt das Risiko von Fehlentwicklungen. Die geteilte Arbeitslast erlaubt einen stärkeren Fokus auf Kernbereiche und eine faire Verteilung repräsentativer Pflichten. Nicht zuletzt macht das Modell das Unternehmen resilienter, da es nicht von einer Einzelperson abhängt. Es kann auch die Diversität in Führungsetagen fördern.

Die größten Stolpersteine des Modells

Doch die Doppelspitze ist kein Garant für Erfolg. Die größte Gefahr lauert in unklaren Kompetenzen und unterschiedlichen strategischen Zielen. Konflikte und Machtkämpfe können eine Organisation schnell lähmen.

Damit die Tandemführung funktioniert, sind klare Regeln unerlässlich. Dazu gehören eine offene, regelmäßige Kommunikation und eine präzise Abgrenzung der Verantwortungsbereiche. Die Basis bildet jedoch immer ein Fundament aus gegenseitigem Vertrauen und guter persönlicher Chemie, bei der das eigene Ego dem Unternehmenserfolg untergeordnet wird.

Vom Ausnahmemodell zum strategischen Werkzeug

Geteilte Führung ist im deutschen Mittelstand, besonders in Familienunternehmen, historisch nicht unbekannt. Neu ist die bewusste Wahl als strategisches Instrument für die komplexe, globalisierte Wirtschaft. Der einsame Entscheider an der Spitze weicht der Erkenntnis, dass kollaborative Ansätze besser auf disruptive Veränderungen reagieren können.

Experten sehen darin einen Teil des größeren Wandels in der Führungskultur. Autoritäre Stile werden von kooperativen Ansätzen abgelöst, die auf Teamarbeit und Eigenverantwortung setzen. Eine gut funktionierende Doppelspitze kann diesen Kulturwandel im ganzen Unternehmen vorleben und beschleunigen.

Attraktiv für Fachkräfte und komplexe Märkte

Die Popularität der Doppelspitze wird voraussichtlich weiter steigen. Treiber sind die wachsende Marktkomplexität, der anhaltende Fachkräftemangel und der Wunsch nach flexibleren Arbeitsmodellen. Insbesondere für die Gewinnung hochqualifizierter Frauen für Top-Positionen könnte das Modell ein Schlüssel sein.

Der langfristige Erfolg hängt davon ab, wie sorgfältig Unternehmen die passenden Tandems zusammenstellen und die Rahmenbedingungen für ihre Zusammenarbeit gestalten. Die Beispiele von EDNT und Wieländer + Schill werden daher genau beobachtet – sie könnten zur Blaupause für die Führungsetagen von morgen werden.

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