Disney, Millionenstrafe

Disney zahlt Millionenstrafe wegen Datenschutzverstößen

13.02.2026 - 00:23:12

Walt Disney muss 2,75 Millionen Euro zahlen, weil Widersprüche gegen Datenverkauf nicht korrekt umgesetzt wurden. Die kalifornische Justiz setzt damit ein klares Signal für die Einhaltung des CCPA.

Die kalifornische Justiz verhängt eine Rekordstrafe gegen den Medienriesen. Grund sind Mängel bei der Umsetzung von Nutzer-Widersprüche gegen Datenverkauf.

Der Walt Disney Konzern muss wegen Verstößen gegen das kalifornische Datenschutzgesetz 2,75 Millionen Euro zahlen. Das gab Generalstaatsanwalt Rob Bonta diese Woche bekannt. Es ist die bislang höchste Strafe unter dem California Consumer Privacy Act (CCPA). Der Vorwurf: Disney habe Widersprüche von Nutzern gegen den Verkauf ihrer Daten nicht korrekt umgesetzt.

Die Untersuchung ergab gravierende Lücken im System. Nutzer, die in Apps wie Disney+ oder Hulu der Datenweitergabe widersprachen, wurden oft nur auf dem genutzten Gerät oder Dienst abgemeldet. Die Entscheidung galt nicht für das gesamte Nutzerkonto. Dies verstieß gegen das Gesetz, das einen klaren und einfachen globalen Widerspruch vorschreibt.

Fragmentierte Widerspruchssysteme als Kernproblem

Die kalifornischen Ermittler fanden ein zersplittertes System vor. Ein Widerspruch auf dem Smartphone schützte die Daten nicht auf dem Smart-TV oder im Webbrowser – trotz desselben Kontos. Selbst bei eingeloggten Nutzern flossen Daten teilweise weiter an Werbenetzwerke.

„Verbraucher sollten nicht einen komplizierten, geräteweisen Prozess durchlaufen müssen, um ihre Daten zu schützen“, so die Position des Staates. Die fragmentierte Umsetzung machte das grundlegende Recht auf Opt-Out praktisch wirkungslos.

Auflagen gehen über Geldstrafe hinaus

Neben der Zahlung muss Disney seine Datenschutzprozesse grundlegend überarbeiten. Das Unternehmen muss nun robuste Systeme einführen, die einen Widerspruch wirklich universell umsetzen. Konkret bedeutet das:

  • Vollständiger Stopp von Datenverkauf und -weitergabe nach einem Opt-Out.
  • Ende der verhaltensbasierten Werbung für widersprechende Nutzer.
  • Klare Hinweise für Nutzer über die Datenverwendung.
  • Einfacher und auffälliger Widerspruchsmechanismus.
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Das Urteil des Los Angeles Superior Court sendet eine klare Botschaft an die gesamte Branche. Kalifornien setzt sein Vorreiter-Gesetz mit Nachdruck durch.

Siebter und größter CCPA-Fall setzt Maßstab

Die Disney-Strafe ist der siebte und mit Abstand größte Fall unter Generalstaatsanwalt Bonta. Bislang betrafen vergleichbare Verfahren Firmen wie Sephora oder DoorDash. Die Höhe der Strafe unterstreicht den verschärften Fokus auf große Medien- und Technologiekonzerne.

Für die Branche sind die Konsequenzen klar: Unzureichende, nutzerunfreundliche Datenschutzkontrollen bergen massive rechtliche und finanzielle Risiken. Der Fall zeigt, dass die kalifornischen Behörden die Verbraucherrechte nicht nur theoretisch gewähren, sondern auch praktisch durchsetzen wollen.

Branche unter Druck, Disney in Erklärungsnot

Die Streaming-Branche dürfte ihre Compliance nun dringend überprüfen. Die technische Herausforderung, einen Widerspruch wirklich accountweit zu respektieren, ist erheblich. Für Verbraucher stärkt der Fall das Vertrauen in die Schlagkraft des CCPA.

Disney wies in einer Stellungnahme jede Schuld von sich. Das Unternehmen sehe sich als Vorreiter im Datenschutz und investiere kontinuierlich in transparente Praktiken. Die Einigung erfolgte ohne Schuldanerkenntnis.

Der Fall fällt in eine sensible Phase für Disney. Erst vor wenigen Monaten zahlte der Konzern rund 9,3 Millionen Euro in einem separaten Verfahren wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den Kinderschutz im Internet (COPPA). Die wiederholten hohen Strafen setzen den Medienriesen unter erheblichen Erklärungsdruck gegenüber Nutzern und Aktionären.

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