DIHK warnt vor schleichender Deindustrialisierung
06.01.2026 - 09:04:12Die deutsche Wirtschaft steht am Scheideweg – und braucht jetzt radikale Steuerentlastungen. Das ist die eindringliche Botschaft des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) an die Bundesregierung. Die Spitzenorganisation fordert einen sofortigen Kurswechsel, um den Abwärtstrend zu stoppen.
Dramatische Zahlen untermauern die Warnung
Die Dringlichkeit des Appells belegen neue, alarmierende Daten. Seit 2019 hat der Industriesektor rund 400.000 Arbeitsplätze verloren. Im vergangenen Jahr gingen über 1.600 Industrieunternehmen insolvent – der höchste Wert seit zwölf Jahren. Für DIHK-Chefin Helena Melnikov sind das keine konjunkturellen Einbrüche mehr, sondern Anzeichen eines strukturellen Wandels. Immer mehr Firmen gäben auf oder verlagerten Kapazitäten ins Ausland.
Besonders betroffen ist der Mittelstand, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Hohe Kosten und bürokratische Hürden trieben viele in die Enge. Jedes dritte Unternehmen plane, Investitionen in Deutschland zu reduzieren. Jedes vierte denke über weiteren Personalabbau nach.
Drei-Punkte-Plan für steuerliche Entlastung
Als Gegenmittel präsentiert der DIHK einen konkreten Forderungskatalog. Das Kernargument: Die deutsche Steuerlast ist international nicht mehr wettbewerbsfähig. Während der OECD-Schnitt bei 23 Prozent liegt, zahlen deutsche Firmen oft rund 30 Prozent. Dagegen setzt die Kammer drei Hauptforderungen:
- Senkung der Gesamtsteuerlast auf maximal 25 Prozent, um Kapitalflucht in Länder wie die USA oder Österreich zu stoppen.
- Abschaffung des Solidaritätszuschlags für alle Unternehmen. Der „Soli“ wirke wie eine Investitionssteuer und treffe exportstarke Firmen besonders hart.
- Verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für Maschinen, Digitalisierung und grüne Technologien. Nur so ließe sich der massive Investitionsstau auflösen.
„Investitionen, die heute nicht getätigt werden, fehlen morgen als Produktionskapazität und Innovation“, warnt Melnikov. Die Zukunftsfähigkeit der gesamten Wirtschaft stehe auf dem Spiel.
Energiepolitik als Standortrisiko
Doch nicht nur die Steuerpolitik steht in der Kritik. DIHK-Präsident Peter Adrian attackiert die aktuelle Energie- und Klimapolitik scharf. Er warnt vor einem „Besserwisser-Kurs“, der Teile der Industrie ruinieren könne. Das Ziel der Klimaneutralität sei richtig, aber der Weg dorthin müsse pragmatischer werden.
Die hohen Energiepreise, getrieben durch Abgaben und Netzentgelte, setzten deutsche Hersteller massiv unter Druck. Wenn die heimische Produktion unwirtschaftlich werde, importiere man einfach aus Ländern mit niedrigeren Umweltstandards – ein klimapolitischer Bärendienst. Der DIHK fordert daher eine Senkung der Stromsteuer und eine Reform der Netzentgelte.
Düstere Prognose für 2026
Die Forderungen kommen vor einem trüben wirtschaftlichen Hintergrund. Für 2026 erwartet der DIHK ein Wachstum von lediglich 0,7 Prozent. Selbst diese magere Zahl sei trügerisch, da sie teilweise auf kalendarischen Effekten beruhe. Die eigentliche Konjunktur bleibe schwach.
Für eine echte Erholung brauche es private Investitionen. Doch in den Vorständen herrsche vielerorts eine „Abwartehaltung“. Ohne politischen Impuls von außen werde sich das nicht ändern. Sogar die Luftfahrt, entscheidend für den Exportstandort Deutschland, leide unter explodierenden Standortkosten. Der DIHK fordert hier die Abschaffung der Luftverkehrsteuer.
Wettlauf mit dem Ausland
Die Analyse des DIHK spiegelt eine wachsende Frustration in der Wirtschaft wider. Gesetze wie das „Wachstumschancengesetz“ werden als völlig unzureichend angesehen. Während die USA mit ihrem „Inflation Reduction Act“ oder asiatische Staaten mit Subventionen um Investitionen werben, kämpfen deutsche Firmen mit komplexer Regulierung wie dem Lieferkettengesetz.
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Die Antwort der Bundesregierung auf die Forderungen gilt als Gradmesser ihrer wirtschaftspolitischen Handlungsfähigkeit. Kann die Koalition angesichts knapper Kassen ein Finanzierungsmodell für eine Steuerreform finden? Ohne Durchbruch drohe die Stagnation der Jahre 2024 und 2025 anzuhalten.
Die Botschaft des DIHK ist eindeutig: Die Zeit des Analysierens ist vorbei, jetzt muss gehandelt werden. Die Weichen, die in den kommenden Monaten gestellt werden, dürften die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands für das gesamte Jahrzehnt prägen.
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