DIHK-Prognose: Deutsche Wirtschaft tappt weiter im Stagnationsmodus
17.02.2026 - 14:31:12 | boerse-global.deDie deutsche Wirtschaft kämpft sich mühsam aus der Flaute, doch für einen kräftigen Aufschwung fehlt weiterhin der Schwung. Das zeigt die aktuelle Konjunkturprognose des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) für 2026. Die Wirtschaft stabilisiere sich zwar, bleibe aber strukturell zu schwach für eine echte Erholung, so die ernüchternde Bilanz der Spitzenverbände.
Nur „Babyschritte“ aus der Krise
Für das laufende Jahr prognostiziert der DIHK ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,0 Prozent. Das ist eine leichte Verbesserung gegenüber der November-Prognose von 0,7 Prozent. DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov dämpfte jedoch die Erwartungen und sprach von Fortschritten nur in „Babyschritten“.
Ein wesentlicher Teil dieses Wachstums ist rein statistischer Natur: 2026 hat mehr Arbeitstage als das Vorjahr, weil weniger Feiertage auf einen Werktag fallen. Ohne diesen Kalendereffekt wäre die Expansion kaum spürbar. Diese Einschätzung deckt sich mit aktuellen Prognosen der Bundesregierung. Die Rezession ist zwar wohl überwunden, von einem Boom kann aber keine Rede sein.
Für 2025 verzeichnete die Wirtschaft ein minimales Plus von 0,2 Prozent und entging damit der befürchteten tiefen Rezession. Die lange Stagnation hat den Unternehmen dennoch zugesetzt.
Geschäftsklima bleibt verhalten
Die Stimmung in den Betrieben ist weiterhin gedrückt. Das ergibt die DIHK-Umfrage unter rund 26.000 Unternehmen. Der Geschäftsklimaindex stieg zwar leicht um zwei Punkte auf 95,9 Punkte, liegt damit aber deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 110 Punkten.
Die aktuelle Lage wird ambivalent bewertet: Jeweils 25 Prozent der Firmen schätzen ihre Situation als „gut“ oder „schlecht“ ein. Für die Zukunft überwiegt die Skepsis. Trotz angekündigter Reformpakete der Ampelkoalition erwartet jedes vierte Unternehmen eine Verschlechterung der Geschäftslage in den nächsten zwölf Monaten.
Investitionsstau und Jobabbau als Warnzeichen
Besorgniserregend ist die anhaltende Investitionsschwäche. Unternehmen tätigen vor allem Ersatzinvestitionen, um verschlissene Maschinen oder Software auszutauschen. Investitionen in Kapazitätsausbau oder Innovationen bleiben dagegen aus. Melnikov sprach von einem „Tiefpunkt“ bei Innovationsinvestitionen – eine gefährliche Entwicklung für den Standort Deutschland.
Die Zurückhaltung erreicht nun auch den Arbeitsmarkt. Die Umfrage zeigt eine negative Personalplanung:
* 23 Prozent der Firmen planen, Stellen abzubauen.
* Nur 12 Prozent wollen neue Mitarbeiter einstellen.
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Die bisherige Robustheit des Arbeitsmarktes scheint unter der anhaltenden Wirtschaftsschwäche zu bröckeln.
Dauerbaustellen: Hohe Kosten und Bürokratie
Die größten Hindernisse für die Unternehmen sind unverändert: Die hohen Arbeitskosten und Energiepreise belasten die Wettbewerbsfähigkeit im Inland massiv. Zudem klagen die Betriebe weiter über bürokratische Hürden. Versprochene Entlastungen kommen bei ihnen noch nicht an.
Auch externe Faktoren trüben die Aussichten. Zwar rechnen 22 Prozent der Unternehmen mit steigenden Exporten – ein leichter Anstieg. Die geopolitischen Unsicherheiten bleiben jedoch groß. Der DIHK nannte insbesondere die Handels- und Zollpolitik der USA als erhebliches Risiko. Die exportstarke deutsche Industrie fürchtet zunehmenden Protektionismus.
Appell an die Politik: Reformen jetzt umsetzen
Die Veröffentlichung der Prognose fällt in eine entscheidende Phase für die schwarz-rote Bundesregierung. Die Wirtschaft wartet auf die zügige Umsetzung der versprochenen Strukturreformen.
DIHK-Präsident Peter Adrian hatte zuvor einen „Neustart“ in der Wirtschaftspolitik gefordert. Der Verband stellt der Regierung ein ambivalentes Zeugnis aus: Die angekündigten Reform- und Entlastungspakete gingen in die richtige Richtung, das Tempo der Umsetzung sei jedoch zu langsam. Das Vertrauenskapital der Koalition schwinde, solden sich die Rahmenbedingungen für die Unternehmen nicht spürbar verbessern.
Die Botschaft des DIHK ist klar: Ohne echte Verbesserungen bei Energie, Steuern und Bürokratie werden die „Babyschritte“ nicht ausreichen, um im globalen Wettbewerb Schritt zu halten.
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