Digitalisierung: Der unterschätzte Streikgrund im öffentlichen Dienst
22.01.2026 - 20:54:12Warnstreiks im öffentlichen Dienst offenbaren ein tieferliegendes Problem: Die stockende Digitalisierung und der Kampf um Mitbestimmung. Während die Gehaltsforderungen die Schlagzeilen bestimmen, geht es den Gewerkschaften um die Zukunft der Verwaltung.
Mehr als nur Geld: Streiks als Symptom tiefer Unzufriedenheit
Deutschlandweit legen Beschäftigte in dieser Woche die Arbeit nieder. Am Donnerstag bestreikten Angestellte in Niedersachsen wichtige Tunnel, nachdem es zuvor bereits in Leipzig, Dresden und bei der Autobahn GmbH zu Protesten kam. Die Gewerkschaften betonen jedoch: Die hohe Streikbereitschaft ist nur ein Symptom. Der dbb beamtenbund und tarifunion nannte in einer Erklärung vom 21. Januar die wahren Kernprobleme: Personalmangel, Bürokratie und eine ins Stocken geratene Digitalisierung. Die Wertschätzung für die Angestellten, so die Gewerkschaften, müsse sich auch in modernen, funktionalen Arbeitsplätzen zeigen.
Dienstvereinbarungen: Das Schlüsselinstrument für die digitale Zukunft
Im Zentrum des Ringens steht die Dienstvereinbarung. Sie ist das zentrale Werkzeug der Personalräte, um die Einführung neuer Technologien mitzugestalten. Der Staat will modernisieren, um effizienter zu werden. Die Personalvertretungen müssen sicherstellen, dass dies nicht zu Lasten der Mitarbeiter geht. Was bedeutet das konkret? Es geht um den Schutz vor digitaler Überwachung, um Datenschutz, mobile Arbeit und die notwendige Qualifizierung für neue Aufgaben.
Die fortschreitende Einführung von Software, E-Akten und Künstlicher Intelligenz (KI) erfordert klare Regeln. Ohne starke Mitbestimmung drohen digitale Werkzeuge zu Überwachungsinstrumenten zu werden oder die Arbeitslast durch schlecht eingeführte Prozesse sogar zu steigen.
Viele Personalräte machen bei Dienstvereinbarungen diese vermeidbaren Fehler. Gerade bei Themen wie KI, mobiler Arbeit und Datenschutz führen unklare Formulierungen schnell zu Konflikten oder ungewollter Überwachung. Ein kostenloses Muster‑E‑Book liefert praxisnahe, bearbeitbare Word‑Vorlagen, rechtssichere Klauseln und konkrete Formulierungen, mit denen Personalräte ihre Verhandlungsposition stärken und Beschäftigte schützen können. Ideal für Personalräte im öffentlichen Dienst, die Digitalisierung sozialverträglich gestalten möchten. Gratis-Muster für Dienstvereinbarungen herunterladen
KI am Arbeitsplatz: Personalräte vor neuen Herausforderungen
Besonders der Einsatz von Künstlicher Intelligenz stellt die Personalvertretungen vor komplexe Aufgaben. Spezifische Gesetze für KI am Arbeitsplatz gibt es bislang kaum, auch wenn der Begriff im Betriebsverfassungsgesetz verankert ist. Ein EU-Rechtsrahmen ist in Arbeit, doch bis dahin sind Dienstvereinbarungen der primäre Weg, KI-Systeme zu regeln.
Die Mitbestimmung bei IT-Systemen ist gesetzlich verankert, sobald diese das Verhalten oder die Leistung überwachen können. In der Praxis führt das oft zu langen Verhandlungen, die Arbeitgeber als Bremsklotz empfinden. Die Personalräte halten dagegen: Nur eine sorgfältige Aushandlung schaffe Akzeptanz und schütze die Rechte der Mitarbeiter nachhaltig.
Ein Ringen um das Verwaltungsmodell des 21. Jahrhunderts
Die aktuellen Tarifkonflikte sind ein Ventil für den aufgestauten Frust. Die “stockende Digitalisierung” ist ein Kernproblem, das weit über Technik hinausgeht. Es stellt sich die grundlegende Frage: Wie soll die öffentliche Verwaltung im digitalen Zeitalter arbeiten? Die Notwendigkeit zur Modernisierung ist unbestritten, doch eine Strategie, die die Beschäftigten mitnimmt, fehlt oft.
Die Personalräte stehen damit vor einer enormen Aufgabe. Sie müssen den Spagat zwischen Modernisierungsdruck und Mitarbeiterschutz meistern. Ihre Forderung nach Mitbestimmung ist daher keine Blockade, sondern ein konstruktiver Ansatz für eine sozialverträgliche Transformation.
Ausblick: Die Forderung nach einem Digitalpakt
Die nächste Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst der Länder ist für den 11. Februar angesetzt. Der Druck wird hoch bleiben. Über die Gehaltsfragen hinaus gewinnt die Debatte um die Arbeitsbedingungen an Schärfe.
Langfristig, so die Überzeugung vieler Experten, führt kein Weg an einem umfassenden Digitalpakt für den öffentlichen Dienst vorbei. Dieser müsste nicht nur Investitionen in Technik, sondern auch verbindliche Standards für Mitbestimmung und Qualifizierung umfassen. Die aktuellen Streiks sind ein unüberhörbares Signal: Die Zeit des Abwartens ist vorbei. Die Zukunft der Verwaltung wird jetzt verhandelt.
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