Digitales, Ursprungszeugnis

Digitales Ursprungszeugnis verdrängt Papier im Außenhandel

18.01.2026 - 12:52:12

Industrie- und Handelskammern setzen das volldigitale Ursprungszeugnis (dUZ) verbindlich durch. Papieranträge sind nur noch als teure Ausnahme möglich, was Unternehmen zur raschen Umstellung zwingt.

Deutsche Exporteure müssen sich auf eine neue Ära der Dokumentenabwicklung einstellen. Das volldigitale Ursprungszeugnis (dUZ) wird zum Standard – und macht Papieranträge zur teuren Ausnahme.

Seit September 2025 ist das System bundesweit verfügbar. Doch erst seit Januar 2026 setzen Industrie- und Handelskammern (IHK) mit verschärften Vorgaben den digitalen Wandel konsequent durch. Regionale Kammern wie die IHK Ostwürttemberg stellen bereits ausschließlich elektronische Ursprungszeugnisse und Beglaubigungen aus. Der klassische Papierantrag bleibt nur noch für Notfälle reserviert.

Auch die IHK Düsseldorf geht diesen Weg. Analoge Anträge sind dort zwar theoretisch möglich, werden aber mit speziellen Verwaltungsgebühren belegt und erfordern eine vorherige Abstimmung. Die Botschaft ist klar: Wer nicht digital arbeitet, wird finanziell benachteiligt.

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Vom Stempel zur digitalen Signatur

Das dUZ-System markiert einen technologischen Sprung. Sein Vorgänger, das elektronische Ursprungszeugnis (eUZ), musste im Unternehmen noch ausgedruckt werden. Seit dem 15. September 2025 ermöglicht das dUZ dagegen einen komplett papierlosen Workflow.

Das Zertifikat wird als fälschungssicheres PDF mit Verifizierungsmetadaten ausgestellt. Zollbehörden, Banken und Kunden weltweit können die Echtheit sofort über Online-Portale prüfen – physische Stempel oder Unterschriften entfallen. Die Systemintegration erlaubt zudem, Daten direkt aus ERP-Systemen in den Antrag zu übernehmen, ohne manuelle Neu-Eingabe.

Diese Entwicklung folgt internationalen Standards, insbesondere dem überarbeiteten Kyoto-Übereinkommen der Weltzollorganisation. Es fordert die Digitalisierung von Grenzverfahren, um Handelshemmnisse abzubauen.

Unterstützung für die Umstellung

Die Wirtschaft befindet sich in einer aktiven Anpassungsphase. Um den Übergang zu erleichtern, haben die Kammern umfangreiche Unterstützungsprogramme aufgelegt.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und regionale IHKs bieten gezielte Schulungen an. Ein Seminar in Frankfurt am Main befasste sich kürzlich mit dem digitalen Ursprungszeugnis und dem Akkreditiv – eine wichtige Frage für die Akzeptanz bei Banken.

Logistikmanager berichten, dass die technische Umstellung zwar initialen Aufwand erfordert. Etwa die Benennung eines „UZ-Administrators“ im Unternehmen. Doch die langfristigen Vorteile wie reduzierte Kurierkosten und schnellere Bearbeitungszeiten zeichnen sich bereits ab. Der Wegfall des „Medienbruchs“ – das Drucken und erneute Digitalisieren von Daten – gilt als größter Effizienzgewinn.

Internationale Akzeptanz als Schlüsselfaktor

Die „schrittweise Ablösung“ des Papiers soll 2026 in einer umfassenden Digitalpflicht münden. Analysten erwarten, dass der Parallelbetrieb von Papier- und Digitalsystemen weiter schwindet, wenn mehr Kammern „Digital-First“- oder „Digital-Only“-Politiken einführen.

Die internationale Akzeptanz bleibt dabei kritisch. Während wichtige Handelspartner sich bereits auf das dUZ-Format eingestellt haben, arbeiten deutsche Handelsvertreter weiter an der weltweiten Anerkennung. Die IHK-Organisation stellt mehrsprachige Erklärschreiben bereit, um Exporteuren bei der Glaubhaftmachung digitaler Zertifikate gegenüber skeptischen Partnern zu helfen.

Unternehmen, die noch nicht umgestellt haben, sollten ihre Prozesse jetzt aktualisieren. Denn die administrativen Engpässe werden zunehmen, je stärker die Papieroption eingeschränkt wird.

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