Digitale, Handwerkskarte

Digitale Handwerkskarte soll Bürokratie-Dschungel lichten

20.01.2026 - 06:52:12

Die Bundesregierung will mit einer digitalen Gewerbekarte Verwaltungsaufwand für Handwerksbetriebe reduzieren. Der ZDH begrüßt die Pläne, fordert aber eine praxistaugliche Umsetzung.

Die Bundesregierung will dem deutschen Handwerk mit einer digitalen Gewerbekarte den Alltag erleichtern. Bis Mitte 2026 soll der Gesetzesrahmen für das zentrale Modernisierungsprojekt stehen.

Das Vorhaben ist ein Kernstück der Strategie des sogenannten Entlastungskabinetts. Es zielt darauf ab, den Nachweis der Eintragung in die Handwerksrolle zu digitalisieren. Papierbasierte Prozesse sollen so der Vergangenheit angehören. Für die Wirtschaft ist die Entbürokratisierung überfällig: Der administrative Aufwand kostet Unternehmen in Deutschland jährlich Milliardenbeträge.

ZDH fordert spürbare Entlastung im Alltag

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) begrüßt die Pläne, pocht aber auf eine zügige und praxistaugliche Umsetzung. In einer Stellungnahme Mitte Januar 2026 betonte der Verband, dass Maßnahmen bei den Betrieben ankommen müssen. Der ständige Papierkrieg für behördliche Nachweise koste „Zeit, Geld und Nerven“.

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Viele Dokumentationspflichten seien überflüssig, so der ZDH. Oft müssten Unternehmer Informationen belegen, die den Behörden bereits digital vorlägen. Diese Last bremse nicht nur das Wachstum, sondern schrecke auch junge Meister von einer Betriebsgründung ab.

Digitale Nachweise als bundesweiter Trend

Die digitale Handwerkskarte ist kein Einzelfall. Sie spiegelt einen generellen Trend zur Digitalisierung beruflicher Berechtigungsnachweise wider. Ein paralleles Projekt läuft im Gesundheitshandwerk, zu dem etwa Augenoptiker oder Hörakustiker zählen.

Diese Betriebe müssen sich bis zum 1. Januar 2026 an die Telematikinfrastruktur des Gesundheitswesens anbinden. Grundvoraussetzung dafür ist der Elektronische Berufsausweis (eBA). Diese separate digitale ID ermöglicht sichere Kommunikation und Legitimierung – ähnlich wie die geplante Handwerkskarte.

Vom Gesetz zur gelebten Praxis

Nachdem der Gesetzesrahmen Mitte 2026 stehen soll, rückt die technische Umsetzung in den Fokus. Entscheidend für den Erfolg wird ein sicheres, nutzerfreundliches System sein, das sich nahtlos in bestehende Behördenportale einfügt. Für Handwerksbetriebe zählt nur ein messbarer Effekt: deutlich weniger Zeit für Papierkram und Verwaltung.

Die Branche bleibt trotz der ambitionierten Agenda vorsichtig. Vergangene Entbürokratisierungsversprechen seien nicht immer eingelöst worden, heißt es. Der wahre Test, so der ZDH, sei, was im Alltag der Betriebe tatsächlich ankommt. Ob die digitale Handwerkskarte zum Meilenstein der Digitalisierung wird oder ein weiterer gut gemeinter Plan bleibt, entscheiden die kommenden Monate. Der anhaltende Dialog zwischen Politik und Wirtschaft, wie ihn aktuell die Handwerkskammern mit Informationsveranstaltungen vorantreiben, ist dafür entscheidend.

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