Digitale, Gewalt

Digitale Gewalt erreicht die Mitte der Gesellschaft

10.02.2026 - 11:43:12

Digitale Gewalt erreicht historische Höchststände und führt zu schweren psychischen Folgen sowie einem gefährlichen Schweigen in öffentlichen Debatten.

Gut ein Drittel der Internetnutzer in Deutschland sieht sich regelmäßig mit Hasskommentaren konfrontiert. Aktuelle Daten des Bundeskriminalamtes und von Organisationen wie HateAid zeigen: Digitale Gewalt ist längst kein Randphänomen mehr. Besonders junge Menschen zwischen 16 und 44 Jahren sind betroffen – fast die Hälfte von ihnen begegnet online feindseligen Inhalten.

Hasspostings vervierfacht – BKA warnt vor „Verrohung“

Die Sicherheitsbehörden schlagen Alarm. Das BKA verzeichnet in seinem jüngsten Lagebild einen historischen Höchststand bei Straftaten, die über das Internet begangen wurden. Die Zahl der strafbaren Hasspostings hat sich innerhalb weniger Jahre vervierfacht. Ein Grund für den Anstieg ist die verbesserte Erfassung durch Meldestellen. Das Dunkelfeld bleibt dennoch riesig.

Die psychischen Folgen für die Betroffenen sind schwerwiegend. Sie reichen von Stress und Schlafstörungen bis hin zu digitalem Burnout. Das Gehirn verarbeitet die Angriffe ähnlich wie physische Bedrohungen.

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Der „Silencing-Effekt“ lähmt die Debatte

Die Aggression im Netz hat einen gefährlichen Nebeneffekt: Sie bringt Menschen zum Schweigen. Studien deuten darauf hin, dass sich mehr als die Hälfte der Nutzer aus Angst vor Anfeindungen seltener zu ihrer Meinung bekennt oder sich ganz aus Diskussionen zurückzieht. Dieser „Silencing-Effekt“ bedroht den offenen Diskurs.

Hinzu kommt das Phänomen des „Doomscrolling“ – das zwanghafte Durchforsten negativer Nachrichten und Kommentare. Es verstärkt bei vielen das Gefühl von Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit.

Gesetze gegen Hass: Theorie vs. Praxis

Rechtlich sollen der Digital Services Act (DSA) und das deutsche Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) Nutzer schützen. Plattformen sind verpflichtet, illegale Inhalte schnell zu löschen und transparente Meldewege anzubieten. Die Bundesnetzagentur überwacht dies als zentrale Koordinierungsstelle.

Doch die Praxis hinkt hinterher. Organisationen wie HateAid kritisieren, dass viele gemeldete Inhalte nicht konsequent entfernt werden. Die Beschwerdesysteme der Plattformen funktionieren oft unzureichend. Experten raten dennoch, die Meldewege zu nutzen. Es kann das psychologische Gefühl der Handlungsfähigkeit zurückgeben.

So schützen Sie Ihre mentale Gesundheit online

Gegen die Flut der Negativität helfen technische Einstellungen und mentale Strategien:

  • Feed kuratieren: Nutzen Sie aktiv die „Stummschalten“- und „Blockieren“-Funktionen. Es geht nicht um eine Filterblase, sondern um den Schutz vor destruktivem Lärm.
  • Digitale Pausen einlegen: Planen Sie feste bildschirmfreie Zeiten ein – besonders vor dem Schlafengehen. Ein „Digital Detox“ entlastet das Nervensystem.
  • Gegenrede mit Bedacht: Sie müssen nicht jede Diskussion führen. Steigen Sie nur ein, wenn Sie sich mental dazu in der Lage fühlen. Der Selbstschutz hat Vorrang.
  • Hilfe holen: Bei massiven Angriffen wie Shitstorms oder Cybermobbing bieten spezialisierte Beratungsstellen Unterstützung – von der Psychoberatung bis zur Prozesskostenhilfe.

Die Lösung liegt nicht nur in Gesetzen. Schulen und Unternehmen setzen vermehrt auf Schulungen zur digitalen Zivilcourage. Der bewusste Umgang mit sozialen Medien ist im Jahr 2026 keine Flucht, sondern eine notwendige Gesundheitsvorsorge.

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