New York Schluss: Stabil trotz Iran-Krieg - Strategen: Kaufchance
02.03.2026 - 22:26:51 | dpa.deSowohl die Experten von JPMorgan als auch von Morgan Stanley sehen in Kursschwächen Kaufgelegenheiten für längerfristig orientierte Anleger. Von den ISM-Daten zur Stimmung in der US-Industrie gingen derweil gemischte Impulse aus.
Der Dow Jones Industrial US2605661048 schloss 0,15 Prozent tiefer auf 48.904,78 Punkte. Mitte Februar war der wohl bekannteste Index der Wall Street erstmals über 50.500 Punkte geklettert.
Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 zeigte sich zum Wochenstart mit plus 0,04 Prozent auf 6.881,62 Zähler nahezu unverändert. Für den Nasdaq 100 US6311011026 ging es um 0,13 Prozent auf 24.992,60 Punkte nach oben.
Am Wochenende hatten die USA und Israel den Iran angegriffen und unter anderem das iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet. Aktuell werden weiter Ziele angegriffen, die Teheran mit Gegenschlägen auf Israel und andere Länder beantwortet.
Der Ölpreis schoss in die Höhe. Zeitweise erreichte Brent-Öl den höchsten Stand seit Juli 2024 und US-Öl stieg mit etwas über 75 US-Dollar auf den höchsten Stand seit Juni 2025. Im Sommer vor einem Jahr hatte das US-Militär Anlagen des Iran angegriffen. Laut Morgan Stanley müsste der WTI-Ölpreis allerdings auf 100 Dollar je Barrel steigen, um den bullischen Ausblick für US-Aktien in den nächsten sechs bis zwölf Monaten negativ zu beeinflussen.
Mit Blick auf den viel beachteten ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie im Februar ging dieser zwar im Vergleich zum Vormonat zurück, aber weitaus moderater als erwartet. Er liegt zudem weiter klar über der Schwelle, die auf Wachstum hindeutet. Zugleich war jedoch auch die Preisentwicklung stark, was wiederum Inflationssorgen Vorschub leistet und die Hoffnung auf Zinssenkungen durch die US-Notenbank dämpft.
Aktien aus der Tourismusbranche, etwa von Hotelketten oder Fluggesellschaften, gaben nach. Wynn Resorts US9831341071 oder Hilton US43300A1043 verloren jeweils etwas mehr als 4 Prozent. Fluggesellschaften wie United Airlines US9100471096 oder American Airlines US02376R1023 büßten 2,9 und 4,2 Prozent ein.
Unter den Öl- und Rüstungspapieren, die gefragt waren, legten ConocoPhillips US20825C1045 um 4,2 Prozent zu. ExxonMobil US30231G1022 und Chevron stiegen um jeweils etwas mehr als 1 Prozent. Die Rüstungsaktien RTX US75513E1010 gewannen 4,7 Prozent und die von Lockheed Martin US5398301094 2,8 Prozent. Lockheed beliefert die US-Armee mit dem THAAD-Raketenabwehrsystem.
Unter den sogenannten Glorreichen Sieben gab es mehr Gewinner als Verlierer: Amazon US0231351067 und Alphabet US02079K3059 gaben nach. Apple US0378331005, Tesla US88160R1014, Meta US30303M1027, Microsoft US5949181045 und Nvidia US67066G1040 legten zu. Unter ihnen ragte der KI-Chiphersteller mit einem Plus von 2,9 Prozent am deutlichsten heraus. Damit war die Aktie auch Spitzenwert in Dow Jones.
AES US00130H1059 sackten um fast 18 Prozent ab. Global Infrastructure Partners von BlackRock und die schwedische Beteiligungsgesellschaft EQT einigten sich darauf, den US-Energiekonzern für 15 Dollar je Aktie in bar oder rund 10,7 Milliarden Dollar zu übernehmen. Das entspricht einem Abschlag von etwas mehr als 13 Prozent auf den Schlusskurs am Freitag./ck/jha/
--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---
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