Diabetes-Gesellschaft, Bewegungspflicht

Diabetes-Gesellschaft fordert Bewegungspflicht im Büro

18.02.2026 - 19:39:12

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft erklärt Bewegung am Arbeitsplatz zur medizinischen Notwendigkeit und fordert ein gesetzliches Umdenken gegen den Bewegungsmangel.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) erklärt Bewegung am Arbeitsplatz zur medizinischen Notwendigkeit. Ihr aktuelles Positionspapier warnt vor den Folgen der „Sitz-Epidemie“ und fordert ein gesetzliches Umdenken. Hintergrund sind alarmierende Daten zum Bewegungsmangel der Deutschen.

„Sitz-Falle“ erreicht historischen Höchststand

Die Zahlen sind eindeutig: Menschen in Deutschland verbringen werktags durchschnittlich über zehn Stunden im Sitzen. Die tägliche Sitzdauer stieg zuletzt auf 613 Minuten – ein Negativrekord. Nur etwa 30 Prozent der „Vielsitzer“ schaffen es, dieses Defizit in der Freizeit auszugleichen.

Sportwissenschaftler wie Ingo Froböse warnen seit Langem vor den Konsequenzen. Ohne einen gesellschaftlichen Wandel steuere das Gesundheitssystem auf eine Überlastung durch lebensstilbedingte Krankheiten zu. Die DDG unterstützt diese Einschätzung jetzt mit voller Autorität.

DDG: Alte Vorschriften behindern moderne Medizin

Professorin Dr. Julia Szendrödi, Präsidentin der DDG, stellt soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt. Gesundheitsversorgung müsse auch den Abbau von Barrieren im Berufsleben bedeuten. Sporadische Gesundheitstage reichten nicht aus.

Die Fachgesellschaft kritisiert veraltete Regelwerke. Diese würden präventive Maßnahmen am Arbeitsplatz oft behindern. Die Forderung lautet: Politik und Arbeitgeber müssen Vorschriften an den aktuellen Stand der Wissenschaft anpassen. Das betreffe die gesamte Belegschaft, deren Diabetes-Risiko durch Bewegungsmangel massiv steige.

Homeoffice verschärft das Problem oft

Die Kluft zwischen Wissen und Umsetzung im Büroalltag bleibt groß. Eine Studie des Büromöbelanbieters Ergotopia zeigt: Es fehlt oft nicht an Zeit, sondern an etablierten Routinen. Interessant: Psychotherapeuten oder Einkäufer integrieren aktive Pausen oft bewusster als andere Büroberufe.

Experten weisen darauf hin, dass Homeoffice und hybride Modelle das Problem teilweise verschärfen. Zwar entfällt der Arbeitsweg, doch die Wege im heimischen Büro sind oft noch kürzer. Hinzu kommt die „Angstvermeidung“ – die Sorge, bei Bewegungspausen als unproduktiv zu gelten.

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Wirtschaft spürt die finanziellen Folgen

Die ökonomischen Implikationen sind immens. Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Belastungen, die stark mit Inaktivität korrelieren, sind Hauptursachen für Fehltage.

Aktuell sorgt auch der steuerliche Rahmen für Unsicherheit. Leistungen zur Gesundheitsförderung sind zwar bis zu einem gewissen Betrag steuerfrei. Verfahren vor dem Bundesfinanzhof deuten jedoch auf Rechtsunsicherheiten hin, besonders bei Gehaltsumwandlungen. Dies könnte Unternehmen von Investitionen in Gesundheitsprogramme abhalten.

Druck auf Politik und Unternehmen wächst

Die Veröffentlichung des DDG-Papiers markiert den Auftakt einer intensiveren Debatte. Alle Augen richten sich nun auf die Jahrespressekonferenz der Gesellschaft am kommenden Dienstag. Dort werden konkrete Forderungen an die Bundesregierung erwartet.

Die Frage ist nicht mehr, ob Bewegungspausen notwendig sind, sondern wie sie verbindlich integriert werden. Für Unternehmen wird ein integriertes Bewegungskonzept zunehmend zum Standard im Wettbewerb um Fachkräfte. Der einfache Obstkorb reicht nicht mehr.

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