Diabetes-Forschung: Normale Blutzuckerwerte schützen das Herz
15.02.2026 - 18:49:11Eine aktuelle Analyse großer Präventionsstudien definiert die Ziele im Kampf gegen Typ-2-Diabetes neu. Sie zeigt: Wer im Vorstadium der Krankheit seine Blutzuckerwerte vollständig normalisiert, senkt sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen drastisch. Das markiert einen Paradigmenwechsel.
Remission ist das neue Ziel
Die Vorstellung, Typ-2-Diabetes sei unaufhaltsam, weicht der wissenschaftlichen Erkenntnis: Eine Remission – normale Blutzuckerwerte ohne Medikamente – ist erreichbar. Eine neue Auswertung zweier Langzeitstudien liefert nun den entscheidenden Anstoß für eine Neuausrichtung der Strategien.
Die Analyse der US-amerikanischen DPPOS– und der chinesischen DaQing-Studie belegt: Das Erreichen normaler Blutzuckerwerte im Prädiabetes-Stadium verhindert nicht nur den Ausbruch von Diabetes. Es verbessert auch die langfristigen Überlebenschancen und reduziert kardiovaskuläre Ereignisse signifikant.
Dieser Ansatz geht weit über bisherige Empfehlungen hinaus, die primär auf die Verzögerung des manifesten Diabetes abzielten.
Was bedeutet „Remission“ konkret?
Fachgesellschaften definieren eine Diabetes-Remission klar:
* Der Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) liegt stabil unter 6,5 %.
* Dieser Zustand hält mindestens drei Monate an.
* Alle blutzuckersenkenden Medikamente wurden abgesetzt.
Experten bevorzugen den Begriff „Remission“ gegenüber „Heilung“. Warum? Ein Rückfall bleibt möglich, wenn die Lebensstiländerung nachlässt.
Die wissenschaftliche Grundlage ist das Konzept der „persönlichen Fettschwelle“. Typ-2-Diabetes entsteht, wenn ein Mensch seine Toleranzgrenze für Fett in Leber und Bauchspeicheldrüse überschreitet. Wird dieses überschüssige Fett entfernt, können sich die Organe erholen. Bereits eine Gewichtsabnahme von etwa 10 % kann die Insulinresistenz umkehren.
Der Königsweg: Intensive Lebensstiländerung
Die wirksamste Methode zur Umkehr von Typ-2-Diabetes bleibt eine tiefgreifende Änderung des Lebensstils. Im Zentrum steht eine signifikante Gewichtsreduktion.
Die wegweisende DiRECT-Studie zeigte: Patienten, die durch eine stark kalorienreduzierte Ernährung 15 Kilogramm oder mehr abnahmen, erzielten in sehr hohen Raten eine Remission. Diese Gewichtsabnahme reduziert das Leber- und Bauchspeicheldrüsenfett drastisch und stellt so die Insulinproduktion wieder her.
Neben der Ernährung ist regelmäßige körperliche Aktivität eine entscheidende Säule. Bewegung verbessert die Insulinsensitivität der Zellen. Studien belegen, dass strukturierte Bewegungsprogramme allein bereits bei einem Viertel der Teilnehmenden zu einer Remission führen können. Die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining zeigt die besten Ergebnisse.
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Medikamente beschleunigen den Erfolg
Während der Lebensstil die Grundlage bildet, revolutionieren moderne Medikamente die Therapiemöglichkeiten. Eine neue Generation von Wirkstoffen, sogenannte Polyagonisten wie Tirzepatid, kombinieren die Effekte mehrerer körpereigener Hormone.
Sie führen nicht nur zu einer deutlichen Verbesserung der Blutzuckerwerte, sondern auch zu einer Gewichtsreduktion, die in ihrem Ausmaß teilweise mit chirurgischen Eingriffen vergleichbar ist.
Andere Medikamentenklassen wie SGLT-2-Hemmer zeigen ebenfalls vielversprechende Ergebnisse. Eine Studie ergab kürzlich: Die zusätzliche Gabe eines SGLT-2-Inhibitors zu einer Diät erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Remission signifikant. Diese Medikamente haben zudem positive Effekte auf Herz und Nieren.
Wohin entwickelt sich die Behandlung?
Die Zukunft der Diabetes-Behandlung liegt in der Personalisierung. Der Fokus verschiebt sich vom Management der Symptome hin zur Umkehr der Krankheitsursachen. Die Erkenntnis, dass bereits im Prädiabetes eine Normalisierung des Blutzuckers angestrebt werden sollte, ist hierbei entscheidend.
Es wird erwartet, dass diese neuen Daten in die kommenden Behandlungsleitlinien einfließen. Die American Diabetes Association (ADA) aktualisiert ihre „Standards of Care“ jährlich. Für 2026 werden weitere Anpassungen in den Bereichen Gewichtsmanagement und Technologieeinsatz erwartet. Auch in Europa werden aktualisierte Leitlinien präsentiert.
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