DGUV warnt vor Kabelbränden durch Mehrfachsteckdosen
10.01.2026 - 23:12:12BERLIN. Der aktuelle Wintereinbruch mit seinen Minusgraden hat eine unterschätzte Gefahr in deutschen Büros und Homeoffices wieder in den Fokus gerückt: das Hintereinanderschalten von Mehrfachsteckdosen. Sicherheitsexperten und Feuerwehren warnen eindringlich vor der Brandgefahr durch überlastete Kabel.
Auslöser ist die aktualisierte DGUV Information 203-071, die erst diese Woche in Fachkreisen diskutiert wurde. Sie dient als Leitfaden für die wiederkehrende Prüfung elektrischer Betriebsmittel. Der Zeitpunkt ist kein Zufall – zu Jahresbeginn überprüfen viele Unternehmen ihre Sicherheitskonzepte. Die DGUV erinnert Arbeitgeber an ihre Pflicht, alle mobilen elektrischen Geräte, auch einfache Steckdosenleisten, regelmäßig durch eine befähigte Person prüfen zu lassen.
Die Praxis, eine Steckdosenleiste in die nächste zu stecken, bleibt eine der häufigsten Verstöße bei DGUV-V3-Prüfungen. Die Gefahr ist dabei keineswegs nur theoretisch. Sie entsteht durch zwei physikalische Effekte, die Sicherheitsmechanismen außer Kraft setzen können.
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Zum einen droht eine Überlastung. Standard-Steckdosenleisten sind für maximal 3.500 bis 3.680 Watt ausgelegt. Werden sie hintereinandergeschaltet, verliert man schnell den Überblick über die Gesamtlast. Ein 2.000-Watt-Heizlüfter im Homeoffice, kombiniert mit PC und Monitor, kann die erste Leiste an der Wand schnell überlasten. Die Folge: Die Kontakte erhitzen sich, die Isolierung schmilzt – oft, bevor die Sicherung auslöst.
Zum anderen erhöht sich die Schleifenimpedanz. Jeder Kontakt und jedes Kabelmeter erhöht den Widerstand im Schutzleiter. Bei mehreren hintereinandergeschalteten Leisten kann dieser Widerstand so hoch werden, dass der Sicherungsautomat einen Kurzschluss nicht mehr rechtzeitig erkennt. Statt in Millisekunden auszulösen, reagiert er verzögert oder gar nicht. Der Kurzschlussstrom erzeugt dann extreme Hitze und kann einen Kabelbrand entfachen.
Perfekter Sturm durch Heizungsausfälle
Die Dringlichkeit des Themas wird durch die jüngsten Infrastrukturprobleme unterstrichen. In der ersten Januarwoche 2026 führten Störungen in Teilen Berlins und anderen Regionen zu Heizungsausfällen. Die naheliegende Reaktion: der Einsatz mobiler Elektroheizer.
Feuerschutzverbände wie das Institut für Schadenverhütung (IFS) beobachten, dass diese Hochleistungsgeräte oft über unzureichende Verkabelung betrieben werden. Die Kombination aus Heiznotstand und unsachgemäßer Installation schafft den „perfekten Sturm“ für Elektrobrände. Feuerwehren betonen: Heizlüfter, Wasserkocher oder Laserdrucker gehören niemals an hintereinandergeschaltete Steckdosenleisten.
Haftungsrisiko für Arbeitgeber
Für Unternehmen geht es dabei um mehr als nur Sachschäzen. Nach der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und der DGUV Vorschrift 3 trägt der Arbeitgeber die Verantwortung für den sicheren Zustand aller elektrischen Geräte.
Rechtsexperten warnen vor gravierenden Konsequenzen bei einem Brand durch eine nicht entfernte, hintereinandergeschaltete Leiste: Die Versicherung kann die Leistung verweigern, wenn grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen wird. Das Ignorieren des Warnhinweises „Nicht hintereinander stecken“ fällt darunter. Im Falle von Personenschäden drohen den verantwortlichen Führungskräften sogar strafrechtliche Konsequenzen.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
Angesichts der anhaltenden Kälte und der zu erwartenden strengeren Kontrollen durch Versicherer und DGUV-Prüfer in 2026 raten Sicherheitsexperten zu sofortigen Maßnahmen:
- Büros durchsuchen: Eine physische Inspektion aller Arbeitsplätze, besonders unter Schreibtischen und in Serverräumen, um hintereinandergeschaltete Leisten zu finden und zu entfernen.
- Private Heizgeräte verbieten: Den Einsatz privater Heizlüfter streng reglementieren oder ganz untersagen – sie sind der Hauptauslöser für Überlastungen im Winter.
- Feste Installationen vorziehen: Wo möglich, sollten Steckdosenleisten durch fest installierte Wandsteckdosen oder elektrifizierte Brüstungskanäle ersetzt werden.
Die Botschaft der Sicherheitscommunity ist klar: Bequemlichkeit darf niemals die physikalischen Grenzen der Elektrik überwiegen. Die paar Sekunden, die man durch das Hintereinanderschalten einer Steckdosenleiste spart, können im schlimmsten Fall die Existenz eines Unternehmens kosten.
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