DGUV aktualisiert Standards für Warnkleidung
18.01.2026 - 18:13:12Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat ihre Richtlinien für Warnkleidung grundlegend überarbeitet. Die neue Fassung berücksichtigt erstmals Nachhaltigkeit und aktive Beleuchtungssysteme.
Mit der Veröffentlichung der aktualisierten „DGUV Information 212-016“ setzt die Berufsgenossenschaft neue Maßstäbe für die Sichtbarkeit von Beschäftigten. Das Dokument löst die Version von Juli 2021 ab und bietet Arbeitgebern sowie Sicherheitsfachkräften eine entscheidende Hilfestellung. Es geht um den Schutz von Menschen, die im Straßenverkehr, auf Baustellen oder im Gleisbereich arbeiten. Die überarbeitete Fassung integriert den aktuellen europäischen Normenstand und führt neue Aspekte ein.
Anpassung an europäische Normen
Ein zentraler Grund für die Überarbeitung war die Angleichung an die geltende Europäische Norm DIN EN ISO 20471. Diese internationale Vorschrift definiert die Anforderungen an „warnende Kleidung, die die Anwesenheit des Trägers visuell signalisieren kann“. Sie legt Mindestflächen für fluoreszierendes Hintergrundmaterial und retroreflektierende Bänder fest – entscheidend für die Sichtbarkeit bei Tag, in der Dämmerung und bei Nacht.
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Die Norm unterteilt Kleidung in drei Klassen, wobei Klasse 3 die höchste Auffälligkeit bietet. Sie ist für die gefährlichsten Umgebungen gedacht, etwa in der Nähe von Hochgeschwindigkeitsverkehr. Die aktualisierte DGUV-Information erläutert diese Klassen detailliert. Sie hilft Unternehmen, das passende Schutzniveau basierend auf konkreten Risiken wie Verkehrsgeschwindigkeit und Wetterbedingungen auszuwählen. Die Pflicht zur korrekten Gefährdungsbeurteilung und Ausstattung der Belegschaft liegt beim Arbeitgeber.
Neue Schwerpunkte: Nachhaltigkeit und Technik
Die Überarbeitung von 2025 bringt mehrere wichtige Neuerungen mit sich, die technologischen Fortschritt und geänderte Praktiken im Arbeitsschutz widerspiegeln. Eine der bemerkenswertesten Ergänzungen ist ein neuer Abschnitt zu Kleidung mit aktiven Leuchtelementen. Diese gehen über traditionelle passive Reflektoren hinaus.
Weitere bedeutende Änderungen sind:
* Nachhaltigkeitsaspekte: Erstmals enthält die Information konkrete Hinweise zur Nachhaltigkeit von Warnkleidung. Arbeitgeber werden angehalten, den gesamten Lebenszyklus der Kleidung bei der Beschaffung zu berücksichtigen.
* Aktive Beleuchtung: Ein neuer Paragraph behandelt den Einsatz aktiver Systeme wie integrierter LEDs. Sie können die Sichtbarkeit eines Arbeiters über die Möglichkeiten retroreflektierender Materialien hinaus steigern.
* Überarbeitete Branchenregeln: Die Kapitel zur Auswahl von Warnkleidung für Bahnarbeiten und zur Kombination mit Wetterschutzkleidung wurden grundlegend überarbeitet. Sie bieten nun klarere und praxisnähere Empfehlungen.
* Verbesserte Situationshilfen: Das Dokument enthält aktualisierte Empfehlungen für verschiedene Gefahrensituationen und Wetterlagen. Dies unterstützt Arbeitgeber bei differenzierteren Entscheidungen.
Diese Updates stellen sicher, dass die Richtlinie ein praxisrelevantes Werkzeug für die Unfallverhütung in Bau, Logistik, kommunalen Dienstleistungen und im Rettungswesen bleibt.
Konsequenzen für Arbeitgeber
Die Veröffentlichung der überarbeiteten DGUV-Information verpflichtet Arbeitgeber, ihre bestehenden Gefährdungsbeurteilungen und Vorschriften für persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass die bereitgestellte Warnkleidung den Anforderungen der aktualisierten, an die DIN EN ISO 20471 angeglichenen Richtlinie entspricht.
Diese Verantwortung umfasst nicht nur die Erstbeschaffung, sondern auch das laufende Management der Kleidung. Arbeitgeber müssen ihre Beschäftigten in der korrekten Nutzung unterweisen und für eine professionelle Reinigung und Wartung sorgen. Nur so bleiben die Schutzeigenschaften über die Zeit erhalten. Verschmutzte oder beschädigte Kleidung ist umgehend zu ersetzen. Die DGUV-Information stellt explizit klar: Der Arbeitgeber trägt die Verantwortung für Beschaffung, Instandhaltung und Reinigung dieser essenziellen Sicherheitsausstattung.
Proaktiver Arbeitsschutz als Ziel
Die Überarbeitung spiegelt einen vorausschauenden Ansatz im deutschen Arbeitsschutz wider. Indem sie neue Technologien wie aktive Beleuchtung adressiert und moderne Themen wie Nachhaltigkeit einbezieht, sorgt die DGUV dafür, dass Sicherheitsstandards mit dem industriellen und technologischen Fortschritt Schritt halten. Der weiterhin betonte Fokus auf eine gründliche Gefährdungsbeurteilung als Grundlage jeder Sicherheitsstrategie befähigt Unternehmen, maßgeschneiderte sichere Arbeitsbedingungen zu schaffen.
Branchenexperten erwarten, dass die aktualisierten Leitlinien zu einer breiteren Einführung von Kleidung höherer Klassen und mit moderner Technik führen werden. Das ultimative Ziel ist die Reduzierung von Unfällen, die auf schlechte Sichtbarkeit zurückzuführen sind. Bei der Umsetzung der neuen Empfehlungen wird der Fokus auf effektiver Schulung liegen. Jeder Arbeiter, der Verkehrs- oder Maschinengefahren ausgesetzt ist, soll den bestmöglichen Schutz erhalten.
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