Deutschlandticket: Preis steigt auf 63 Euro – mit Ausnahmen
06.01.2026 - 00:52:12Ab sofort kostet das beliebte Deutschlandticket monatlich 63 Euro. Die Erhöhung um fünf Euro soll eine milliardenschwere Finanzierungslücke im öffentlichen Nahverkehr schließen und betrifft rund 14 Millionen Abonnenten. Doch es gibt regionale Sonderregeln und Entlastungen für Jobticket-Nutzer.
Die Zeit des bundesweiten Nahverkehrstickets unter 60 Euro ist vorbei. Zum Jahreswechsel ist der Preis für das Deutschlandticket von 58 auf 63 Euro pro Monat gestiegen. Für Millionen Pendler bedeutet das eine spürbare Mehrbelastung. Die Erhöhung ist das Ergebnis eines langen politischen Ringens zwischen Bund und Ländern, um die steigenden Betriebskosten der Verkehrsverbünde zu decken.
Neue Preiskalkulation für Jobtickets
Die Kernänderung betrifft den Standardpreis. Doch besonders für die vielen Beschäftigten mit einem Jobticket gelten komplexe neue Regeln. Nach den Bundesvorgaben ermöglicht eine Arbeitgeberbeteiligung von mindestens 25 Prozent einen weiteren staatlichen Rabatt von fünf Prozent.
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- Grundpreis: 63,00 Euro
- Ermäßigter Jobticket-Preis: 59,85 Euro (neue offizielle Obergrenze)
- Maximaler Eigenanteil des Arbeitnehmers: 44,10 Euro (bei Mindestbeteiligung des Arbeitgebers)
Verkehrsexperten betonen: Trotz des höheren Bruttopreises bleibt das Jobticket die günstigste Option für Pendler – vorausgesetzt, der Arbeitgeber beteiligt sich. Für Beschäftigte, deren Firma die Kosten vollständig trägt, ändert sich persönlich nichts, obwohl die Rechnung an den Arbeitgeber steigt.
Hamburger Seniorenrabatt startet erst im Mai
Eine wichtige Ausnahme betrifft Hamburg. Entgegen einiger Erwartungen ist der viel diskutierte Seniorenrabatt auf 49 Euro dort noch nicht aktiv.
Laut Fahrplan von Senat und Hamburger Verkehrsverbund (HVV) gilt der ermäßigte Tarif für Bürger ab 67 Jahren erst ab 1. Mai 2026. Bis dahin müssen auch Hamburger Senioren den vollen Preis zahlen. Die Umstellung erfolgt automatisch für berechtigte Abonnenten. Die Maßnahme soll dann etwa 78.000 Senioren in der Hansestadt eine jährliche Entlastung von rund 168 Euro bringen. Die Verzögerung wird mit technischem und administrativem Vorlauf für die regionale Sonderregelung begründet.
Finanzierungslücke erzwingt politischen Kompromiss
Der Preissprung auf 63 Euro ist das Ergebnis zäher Verhandlungen. Das bisherige Modell hinterließ eine Finanzierungslücke, die die vereinbarten Subventionen überstieg. Bund und Länder zahlen zwar jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich, um Einnahmeausfälle der Verkehrsunternehmen auszugleichen. Doch steigende Personal- und Energiekosten schufen ein Defizit, das keine Seite mit zusätzlichen Steuermitteln schließen wollte. Der Kompromiss von Ende 2025 verlagerte diese Kosten auf die Nutzer.
Branchenbeobachter deuten an, dass dies die letzte „politisch festgezurrte“ Preisanpassung sein könnte. Ab 2027 könnte ein automatischer Indexierungsmechanismus eingeführt werden. Dieser würde den Ticketpreis an objektive Wirtschaftsindikatoren wie die Inflationsrate koppeln und so jährliche Preiskämpfe überflüssig machen.
Wird der Preis akzeptiert?
Die Erhöhung auf 63 Euro stellt das Deutschlandticket auf eine Bewährungsprobe. Zwar ist es immer noch deutlich günstiger als die meisten Monatstickets vor 2023. Doch die kumulierte Steigerung von fast 30 Prozent seit der Einführung (von 49 auf 63 Euro) testet die Akzeptanzgrenze der Kunden.
Die Verkehrsverbünde beobachten die Abonnentenzahlen im ersten Quartal 2026 genau, um zu prüfen, ob der neue Preis eine Kündigungswelle auslöst. Die Prognosen bleiben vorerst optimistisch, da es kaum konkurrenzfähige Alternativen für bundesweite Mobilität gibt. Andere Bundesländer beobachten derweil das Hamburger Seniorenmodell. Sollte es sich nach dem Start im Mai bewähren, könnte es als Blaupause für weitere regionale Entlastungen dienen.
Abonnenten wird geraten, ihre Kontoauszüge zu prüfen, ob der korrekte Betrag von 63 Euro abgebucht wird, und die Jobticket-Beteiligung ihres Arbeitgebers unter den neuen Preisen zu klären.
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