Deutschland verbietet Käfighaltung für Legehennen
06.02.2026 - 15:17:11Eine Ära in der deutschen Landwirtschaft endet: Seit Anfang dieses Jahres ist die Haltung von Legehennen in Käfigen verboten. Auch die sogenannte Kleingruppenhaltung gehört damit der Vergangenheit an. Dieser Schritt markiert den Schlusspunkt einer jahrzehntelangen Entwicklung.
Der gesetzliche Ausstieg, nach einer langen Übergangsfrist nun vollständig in Kraft, verbietet die letzte verbliebene Form der Käfighaltung. Die Kleingruppenhaltung war nach dem Verbot der konventionellen Legebatterien im Jahr 2010 als Kompromiss eingeführt worden. Bereits Ende 2025 stammten weniger als fünf Prozent der Eier aus dieser Haltung.
Die überwiegende Mehrheit der in Deutschland produzierten Eier kommt heute aus alternativen Systemen:
* Rund 58 Prozent aus Bodenhaltung
* Rund 24 Prozent aus Freilandhaltung
* Rund 14 Prozent aus ökologischer Erzeugung
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Ein langer Weg zum Verbot
Das Ende der Käfige ist das Ergebnis eines langen gesellschaftlichen Prozesses. Seit 2004 müssen alle frischen Eier in der EU einen Erzeugercode tragen, der die Haltungsform offenlegt. Diese Transparenz führte dazu, dass Käfigeier im Handel kaum noch nachgefragt wurden.
Der finale gesetzliche Schritt wurde bereits 2015 beschlossen und setzte eine Auslauffrist bis Ende 2025. Für besondere Härtefälle kann diese Frist um maximal drei Jahre verlängert werden.
Deutschland positioniert sich damit als Vorreiter im Tierschutz. Während Österreich die Käfighaltung schon 2020 verbot, sind ausgestaltete Käfige in vielen anderen EU-Ländern weiterhin erlaubt. Die deutsche Entscheidung erhöht den Druck auf die EU-Kommission, ein europaweites Verbot umzusetzen.
Was bedeutet das für die Eier-Qualität?
Ernährungsexperten betonen: Die Nährstoffzusammensetzung hängt primär vom Futter ab, nicht direkt von der Haltung. Doch das Wohlbefinden der Tiere hat einen indirekten Einfluss.
Alternative Haltungsformen ermöglichen den Hennen, natürliche Verhaltensweisen wie Scharren und Sandbaden auszuleben. Weniger Stress und bessere Hygiene können die Tiergesundheit stärken – und so die Qualität der Eier positiv beeinflussen.
Die Tierschutzdebatte verlagert sich nun auf die Optimierung der bestehenden Systeme. Die dominante Bodenhaltung, bei der tausende Tiere in einem Stall leben, rückt stärker in den Fokus.
Der Eier-Code: So erkennen Verbraucher die Haltung
Für den Einkauf frischer Eier bringt das Verbot mehr Klarheit. Die Ziffer „3“ für Käfighaltung wird auf deutschen Eiern nicht mehr zu finden sein. Der Code auf der Schale bleibt der verlässliche Wegweiser:
- 0 = Ökologische Erzeugung: Auslauf und Biofutter.
- 1 = Freilandhaltung: Tagesauslauf im Freien.
- 2 = Bodenhaltung: Stallhaltung ohne Käfige, aber ohne Auslauf.
Eine Herausforderung bleibt die Kennzeichnungspflicht bei verarbeiteten Produkten. In Nudeln, Backwaren oder Mayonnaise müssen die verwendeten Eier nicht deklariert werden. Hier können weiterhin Käfigeier aus dem EU-Ausland landen. Wer sie meiden will, sollte zu Bio-Siegeln oder freiwilligen Kennzeichnungen greifen.
Was kommt nach dem Käfig-Aus?
Mit dem Verbot richtet sich der Fokus auf die nächsten Schritte. Die Debatte dreht sich um die Reduzierung der Besatzdichte in Ställen und die Ausgestaltung von Außenklimabereichen.
Parallel wächst der Druck auf Brüssel. Die Europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age“ wurde von 1,4 Millionen Menschen unterzeichnet und verpflichtet die Kommission zum Handeln. Ein EU-weites Verbot würde nicht nur Tierleid beenden, sondern auch die Wettbewerbsbedingungen für deutsche Landwirte angleichen.
Für die Branche markiert 2026 einen Wendepunkt. Die vollständige Umstellung ist eine Antwort auf den Verbraucherwunsch nach mehr Tierschutz. Jetzt zeigt sich, welche neuen Standards sich in Deutschland und Europa etablieren.
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