Deutschland startet digitales Visaportal für Fachkräfte
25.02.2026 - 18:09:45 | boerse-global.deDeutschland hat sein neues E-Visa-Portal für Fachkräfte gestartet. Das System soll die langwierigen Antragsverfahren deutlich beschleunigen und ein zentrales Element der nationalen Digitalisierungsstrategie werden.
Vom Papierberg zur digitalen Pipeline
Seit dem 20. Februar ist das Portal an allen 167 deutschen Auslandsvertretungen live. Es ersetzt das bisherige papierbasierte Verfahren durch einen vollständig digitalen Workflow. Früher dauerten Anträge für die EU-Blue-Card oft über zwei Monate. Pilotdaten zeigen nun eine Halbierung der Bearbeitungszeit von durchschnittlich 66 auf nur noch 27 Tage.
Das System verknüpft Botschaften, Ausländerbehörden und die Bundesagentur für Arbeit elektronisch. Es prüft Anträge automatisch auf Vollständigkeit und fordert fehlende Dokumente frühzeitig nach. Für Bewerber bedeutet das: Einmalige Erfassung biometrischer Daten, Online-Bezahlung und die Möglichkeit, Verlängerungen oder Familiennachzug auch vom Ausland zu beantragen.
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Der „Deutschland-Stack“ als digitale Grundlage
Das Visaportal ist ein erster sichtbarer Baustein der umfassenderen Architektur „Deutschland-Stack“. Dieses dreistufige Infrastrukturmodell des Digitalministeriums soll die Basis für alle künftigen Behördendienste bilden. Kernstück wird die Weiterentwicklung des bestehenden BundID-Kontos zur „DeutschlandID“ noch 2026.
Diese einheitliche digitale Identität soll zum Hauptschlüssel für Bürger und Unternehmen im Umgang mit dem Staat werden. Bis 2027 ist die Integration in die geplante EU-Digital-Identity-Wallet vorgesehen. Die DeutschlandID ermöglicht damit das „Once-Only“-Prinzip: Bürger müssen ihre Daten der Verwaltung nur noch einmal mitteilen.
Kampf gegen die Bürokratie
Die Digitalisierungsoffensive reagiert auf massive Unzufriedenheit. Eine Umfrage von Ende 2025 zeigte, dass 68 Prozent der Bürger mit der Digitalpolitik unzufrieden sind. 56 Prozent nannten langsame Verwaltungsverfahren als größtes Problem.
Die Bundesregierung hat mit einer „Modernisierungsagenda“ und dem Meldeportal „EinfachMachen“ Gegenmaßnahmen ergriffen. Doch selbst existierende digitale Dienste wie die Online-Kfz-Anmeldung (i-Kfz) werden noch zu wenig genutzt. Die Akzeptanz bleibt eine zentrale Herausforderung.
OZG 2.0 und Registermodernisierung als Treiber
Rechtlicher Rahmen ist das Onlinezugangsgesetz 2.0 (OZG 2.0) von 2024. Es etabliert einen Rechtsanspruch auf digitale Verwaltung und fordert vollständig digitale Prozesse. Die technische Voraussetzung dafür ist die Modernisierung der rund 150 öffentlichen Register in Deutschland.
Das National Once-Only Technical System (NOOTS) soll als zentrale Schnittstelle den sicheren Datenaustausch zwischen den Registern ermöglichen. Erst diese Vernetzung macht das „Once-Only“-Prinzip praktisch umsetzbar.
Ausblick: KI, Sicherheit und weitere Dienste
Für 2026 und 2027 stehen entscheidende Weichenstellungen an. Neben der Einführung der DeutschlandID sind ein digitales Führungszeugnis (2026) und Steuerbescheide online-first (2027) geplant. Künstliche Intelligenz soll zunehmend Verfahren beschleunigen.
Während staatliche Stellen verstärkt auf KI-gestützte Verfahren setzen, müssen auch Unternehmen die seit August 2024 geltenden gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Dieser kompakte Leitfaden erklärt verständlich die neuen Kennzeichnungspflichten und Risikoklassen der EU-KI-Verordnung für eine rechtssichere Umsetzung. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zur EU-KI-Verordnung herunterladen
Doch der Weg zur digitalen Verwaltung ist noch lang. Der erfolgreiche Start des Visaportals ist ein wichtiges Signal – aber nur ein Meilenstein auf dem Weg zu einem effizienten und bürgerfreundlichen digitalen Staat. Die größte Hürde bleibt, das Vertrauen der Bürger in die Sicherheit der Systeme zu gewinnen.
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