Deutschland, Millionen

Deutschland fehlt 1,4 Millionen Wohnungen

10.03.2026 - 02:48:47 | boerse-global.de

Der fünfte Regierungsbericht zeigt ein Defizit von 1,4 Millionen Wohnungen. Trotz steigender Baugenehmigungen sinken die Fertigstellungen, während die Mieten weiter explodieren.

Deutschland fehlt 1,4 Millionen Wohnungen - Foto: über boerse-global.de
Deutschland fehlt 1,4 Millionen Wohnungen - Foto: über boerse-global.de

Der fünfte Regierungsbericht zur Wohnungswirtschaft offenbart ein Rekorddefizit. Trotz leicht steigender Baugenehmigungen bleibt der strukturelle Mangel an bezahlbarem Wohnraum eine massive Belastung für Wirtschaft und Gesellschaft.

Regierungsbericht zeigt schonungslose Lage

Der Anfang März im Bundestagsausschuss vorgestellte Bericht liefert harte Fakten. Die Zahl der Baufertigstellungen sinkt weiter: von 294.000 Wohnungen 2023 auf geschätzt 251.900 im Jahr 2024. Das Regierungsziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wird damit krachend verfehlt.

Gleichzeitig explodieren die Mieten. Für Neuvermietungen lag der Quadratmeterpreis 2024 im Schnitt bei 14,42 Euro. Bei Wiedervermietungen waren es 10,92 Euro. Die Folge: Mieter bleiben in oft unpassenden Wohnungen gefangen, weil ein Umzug unbezahlbar ist.

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Die Zahl der Wohngeldhaushalte hat sich durch Reformen bereits verdoppelt – auf 1,2 Millionen. Auch der Traum von den eigenen vier Wänden wird für viele unrealistisch. Hohe Bau- und Finanzierungskosten bremsen die Bildung von Wohneigentum massiv aus.

Baugenehmigungen: Keine Trendwende in Sicht

Einen vermeintlichen Lichtblick meldet das Statistische Bundesamt. Die Baugenehmigungen stiegen 2025 um 10,8 Prozent auf rund 238.500 Wohnungen. Besonders im wichtigen Segment der Mehrfamilienhäuser gab es Zuwächse.

Auch das Kreditvolumen für Wohnungsbau kletterte um zwanzig Prozent auf 55 Milliarden Euro. Doch ist das schon die Wende? Wirtschaftsanalysten warnen vor zu viel Optimismus.

Das Genehmigungsniveau liegt weit unter den Höchstwerten der Vergangenheit. Zudem dauert es im Geschosswohnungsbau mittlerweile bis zu 34 Monate, bis aus einem Antrag eine bezugsfertige Wohnung wird. Viele genehmigte Projekte werden wegen explodierender Kosten noch immer auf Eis gelegt.

Soziales Drama trifft Junge und Alte

Das Rekorddefizit von 1,4 Millionen Wohnungen trifft nicht alle gleich. Vor allem junge Menschen in Ausbildung und Senioren mit geringen Renten verlieren den Kampf um bezahlbaren Raum.

Ältere Mieter fürchten die Verdrängung aus ihren Vierteln. Junge Erwachsene finden kaum eine bezahlbare Wohnung für den Start ins eigene Leben. Der soziale Wohnungsbau hinkt meilenweit hinterher: Statt der benötigten zwei Millionen gibt es bundesweit nur rund eine Million Sozialwohnungen.

Die Not ist regional extrem ungleich verteilt. In Nordrhein-Westfalen fehlen rund 376.000 Wohnungen, in Bayern 233.000 und in Baden-Württemberg 196.000. Auch in Metropolen wie Berlin ist der Mangel allgegenwärtig.

Wohnungsmangel bremst die Wirtschaft aus

Die Krise ist längst mehr als ein soziales Problem. Sie entwickelt sich zur massiven Wirtschaftsbremse. Unternehmen in Ballungsräumen klagen: Sie finden keine Fachkräfte, weil diese nirgends eine bezahlbare Wohnung finden.

Ökonomen warnen, dass ohne mehr Wohnungen auch die dringend benötigte Zuwanderung ins Stocken gerät. Die Bau- und Immobilienwirtschaft erhöht nun den Druck auf die Politik.

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Verbände fordern einen radikalen Bürokratieabbau, digitalisierte Bauämter und verlässliche Förderprogramme. Der GdW wirft die Frage auf: Worauf wartet Deutschland eigentlich noch? Ein sozialer Bund-Länder-Pakt soll den geförderten Wohnungsbau zur absoluten Priorität machen.

Keine schnelle Entspannung in Sicht

Marktforscher sehen schwarz. Das ifo-Institut prognostiziert für 2026 sogar weniger als 200.000 fertiggestellte Wohnungen. Die Baukosten bleiben auf historisch hohem Niveau.

Zwar könnten sinkende Leitzinsen und neue Fördermaßnahmen wie der „Bau-Turbo“ mittelfristig helfen. Das Rekorddefizit von 1,4 Millionen Wohnungen aber lässt sich kurzfristig nicht auflösen.

Für Millionen Mieter bedeutet das auf absehbare Zeit weiterhin steigende Preise, geringe Auswahl und einen harten Verteilungskampf. Der Weg zu einem sozial verträglichen Wohnungsmarkt in Deutschland bleibt extrem lang.

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