Deutscher Wohnungsbau: Baugenehmigungen steigen erstmals seit 2021
23.02.2026 - 00:52:12 | boerse-global.deDie Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland sind 2025 wieder gestiegen. Nach Jahren der Talfahrt verzeichnete das Statistische Bundesamt erstmals seit 2021 ein Plus von 10,8 Prozent auf 238.500 genehmigte Einheiten. Die Politik spricht von einer beginnenden Trendwende, doch die Branche mahnt zur Vorsicht.
Ein genauer Blick auf die Zahlen
Die Erholung fiel breit, aber ungleich aus. Besonders deutlich stiegen die Genehmigungen für Einfamilienhäuser – um 17,2 Prozent auf 44.500. Auch der für den Mietmarkt entscheidende Mehrfamilienhausbau legte um 12,1 Prozent auf 128.100 Einheiten zu. Nur bei Zweifamilienhäusern stagnierte die Entwicklung. Die stärksten Zuwächse gab es in der zweiten Jahreshälfte 2025.
Branche warnt vor zu viel Optimismus
Bauträger und Verbände bleiben trotz der besseren Zahlen verhalten. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und der Immobilienverband Deutschland (IVD) weisen auf eine zentrale Hürde hin: Zwischen Genehmigung und Fertigstellung können bis zu 34 Monate vergehen. Angesichts hoher Baukosten, Zinsen und wirtschaftlicher Unsicherheit zögern viele Unternehmen mit dem Baubeginn. Die eigentliche Trendwende misst sich für sie an fertiggestellten Wohnungen, nicht an Genehmigungen.
Markt zeigt sich gespalten
Während der Wohnungsbau erste Hoffnungsschimmer sendet, bleibt das Gesamtbild angespannt. Das Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) sieht den Markt zwar am Boden, einen echten Aufschwung aber noch in weiter Ferne. Der Büromarkt leidet unter Leerstand, während sich Logistik- und Unternehmensimmobilien stabiler zeigen. Diese Kluft zwingt Bauträger, ihre Strategien anzupassen.
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Weit entfernt vom Regierungsziel
Kann der leichte Aufwärtstrend die Wohnungsnot lindern? Die Lücke bleibt gewaltig. Das Regierungsziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wird klar verfehlt. Prognosen für 2026 sehen nur 185.000 bis 215.000 Fertigstellungen. Dem steht ein geschätzter Mangel von rund 1,4 Millionen Wohnungen gegenüber. Langwierige Verfahren, hohe regulatorische Hürden und fehlendes Bauland bremsen den dringend benötigten Neubau weiter aus.
Fragiler Aufschwung steht auf dem Prüfstand
Konjunkturforscher erwarten für 2026 eine leichte Belebung der Bauwirtschaft um 2,4 Prozent. Ob aus den Genehmigungen aber auch gebauter Wohnraum wird, hängt an mehreren Faktoren: Bleiben die Zinsen stabil? Wirken politische Maßnahmen wie der „Bau-Turbo“? Die Bauträger werden die Entwicklung genau beobachten, bevor sie neue Projekte starten. Die Trendwende ist genehmigt – gebaut ist sie noch lange nicht.
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