Deutscher, Robotik-Sektor

Deutscher Robotik-Sektor kämpft um seine Spitzenposition

28.01.2026 - 23:03:12

Die deutsche Robotik- und Automationsindustrie verzeichnete 2025 einen massiven Umsatzrückgang und steht vor strukturellen Herausforderungen durch hohe Kosten und globale Konkurrenz.

Deutschlands einst weltweit führende Robotik- und Automationsbranche steckt in einer tiefgreifenden Krise. Nach einem historisch schlechten Jahr 2025 mit zweistelligen Umsatzeinbrüchen steht die Schlüsselindustrie vor einem langwierigen und unsicheren Aufholprozess. Die strukturellen Probleme – hohe Kosten und erbitterter globaler Wettbewerb – bleiben ungelöst.

Ein historischer Einbruch mit Langzeitfolgen

Die Zahlen des VDMA-Fachverbands Robotik + Automation sprechen eine deutliche Sprache: Für 2025 prognostizierte der Verband einen Umsatzrückgang von 10 Prozent auf nur noch 14,5 Milliarden Euro. Dieser Einbruch setzte einen bereits 2024 begonnenen Negativtrend fort und traf alle Teilbereiche. Am härtesten traf es die integrierten Automatisierungslösungen mit einem Minus von 15 Prozent. Selbst der Kernbereich Robotik schrumpfte um 5 Prozent. Einzig die Bildverarbeitung hielt sich stabil – allerdings auf niedrigem Niveau ohne Wachstum.

„Dies ist mehr als eine konjunkturelle Delle“, warnt ein Branchenkenner. „Hier zeigen sich fundamentale Schwächen des Standorts Deutschland.“

Asiatische Konkurrenz und heimische Bremsen

Was hat die deutsche Vorzeigebranche so ins Straucheln gebracht? Der VDMA macht ein Bündel aus externen Schocks und hausgemachten Problemen verantwortlich. Die globale Nachfrage brach ein, als Firmen angesichts geopolitischer Spannungen Investitionen auf Eis legten. Besonders alarmierend: Der heimische Markt in Deutschland brach 2024 um 16 Prozent ein – ein klares Zeichen für strukturelle Schwächen.

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Gleichzeitig drängen asiatische, vor allem chinesische Anbieter, die in ihrem Heimatmarkt gereift sind, aggressiv auf den europäischen Markt. Sie kombinieren inzwischen akzeptable Qualität mit deutlich niedrigeren Preisen und größerer Agilität. Diese externe Bedrohung wird durch interne Standortnachteile verstärkt. Die Branche klagt über eine überbordende Regulierung, zu hohe Energiekosten und bürokratische Hürden, die Innovation ausbremsen.

Vom Automobil-Riesen abhängig

Ein weiteres strukturelles Risiko ist die extreme Abhängigkeit von der Automobilindustrie. Wenn der größte Kunde in eine Krise schlittert, zieht er seine Zulieferer mit nach unten. Die mangelnde Diversifizierung der Kundschaft rächt sich nun schmerzhaft. „Die deutsche Robotik hat es versäumt, rechtzeitig neue Wachstumsfelder zu erschließen“, analysiert eine Wirtschaftsexpertin. „Während andere auf Leichtbaurobotik für KMU oder KI-gesteuerte Lösungen setzten, blieb man zu lange im traditionellen Denken verhaftet.“

Zaghafte Hoffnung für 2026 – aber kein Boom in Sicht

Gibt es Licht am Ende des Tunnels? Die Prognosen für 2026 sind verhalten. Für den gesamten deutschen Maschinenbau erwartet der VDMA ein minimales Plus von einem Prozent. Für die Robotikbranche bedeutet das wohl eher eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau als einen dynamischen Aufschwung.

Ein schnelles Comeback ist unrealistisch. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe signalisierte Ende 2025 weiterhin Kontraktion. Zwar könnten staatlich geförderte Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung einen gewissen Schub bringen. Die entscheidende Kundengruppe der Werkzeugmaschinenbauer erholt sich voraussichtlich erst im Laufe des Jahres 2026.

Weckruf für Politik und Unternehmen

Die Krise ist ein deutlicher Weckruf. Die historische Reputation für deutsche Ingenieurskunst und Qualität reicht heute nicht mehr aus, um Weltmarktführerschaft zu behaupten. Der VDMA fordert eine entschlossene Reformagenda von der Politik: weniger Bürokratie, bezahlbare Energie und verlässliche Rahmenbedingungen.

Die Unternehmen selbst müssen agiler und kosteneffizienter werden. Die Zukunft liegt in der Diversifizierung – weg von der Monokultur Automobil – und in der Innovation in Hochwachstumsfeldern. Künstliche Intelligenz, benutzerfreundliche Roboter für den Mittelstand und nachhaltige Produktionslösungen sind die Schlüsselthemen.

Die Frage ist: Schafft es die deutsche Robotikbranche, aus dieser Zäsur gestärkt hervorzugehen? Das Jahr 2026 wird die Richtung vorgeben.

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