GDPR-Reform, EU-Datenschutzverordnung

Deutsche Unternehmen fordern radikale GDPR-Reform

21.02.2026 - 09:10:12 | boerse-global.de

Eine große Mehrheit deutscher Unternehmen sieht die EU-Datenschutzverordnung als Innovationshemmnis und verlangt eine grundlegende Überarbeitung, besonders für KI-Entwicklung und Bürokratieabbau.

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bremst nach Ansicht der deutschen Wirtschaft Innovation und Digitalisierung aus. Eine überwältigende Mehrheit der Unternehmen fordert eine grundlegende Überarbeitung der EU-Regeln, um im globalen Wettbewerb – besonders bei Künstlicher Intelligenz – nicht weiter zurückzufallen.

Fast acht Jahre nach Einführung der Verordnung ist die Frustration groß. Eine aktuelle Bitkom-Umfrage zeigt: 79 Prozent der deutschen Firmen verlangen eine umfassende Reform auf EU-Ebene. 71 Prozent plädieren für eine generelle Lockerung der strengen Datenschutzvorgaben.

Bürokratie lähmt den Mittelstand

Der administrative Aufwand treibt Unternehmen um. 97 Prozent bewerten den bürokratischen Effort für die DSGVO-Compliance als „sehr hoch“ oder „eher hoch“. Für 77 Prozent behindern die Vorschriften die Digitalisierung in Deutschland aktiv.

„Die tägliche Unsicherheit ist enorm“, erklärt eine Bitkom-Sprecherin. 82 Prozent der Firmen sind unsicher, was die DSGVO konkret von ihnen verlangt. Diese Grauzone führt zu einem risikoscheuen Klima. 62 Prozent geben zu, aus Angst vor Verstößen über das Ziel hinauszuschießen und übermäßige Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

KI-Entwicklung wandert ab

Besonders kritisch sieht die Wirtschaft die Auswirkungen auf Künstliche Intelligenz. 71 Prozent fordern eine Anpassung der Datenschutzgesetze an das KI-Zeitalter. Die aktuellen Regeln erschweren das Training von KI-Modellen, das große Datenmengen benötigt – das bestätigen 69 Prozent der Unternehmen.

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Die Konsequenz? 63 Prozent befürchten, dass die strenge Regulierung KI-Entwicklung und Talente aus der Europäischen Union vertreibt. Die DSGVO könnte Rechtssicherheit für KI-Anwendungen bieten, doch dafür müsse sie dringend modernisiert werden, so der Tenor.

Konkrete Forderungen an Berlin und Brüssel

Die Wirtschaft hat klare Vorstellungen für eine „DSGVO 2.0“:
* Bürokratieabbau bei Datenschutzvorfällen (85%)
* Abschaffung des Verbots mit Erlaubnisvorbehalt (73%)
* Vereinfachung bei der Nutzung pseudonymisierter Daten für Forschung (63%)
* Differenzierung nach Unternehmensgröße (53%)
* Zentralisierung der Aufsicht auf Bundesebene (53%)

Die EU-Kommission hat mit ihrem „Digital Omnibus“ bereits Reformschritte eingeleitet. Der deutschen Industrie gehen diese jedoch nicht weit genug. Sie fordert grundlegende strukturelle Änderungen, um im globalen Technologiewettlauf bestehen zu können. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Politik einen gangbaren Weg zwischen Datenschutz und Innovationsfähigkeit findet.

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