Robotik-Branche, Krisenjahr

Deutsche Robotik-Branche steuert auf zweites Krisenjahr zu

25.02.2026 - 03:00:48 | boerse-global.de

Der VDMA prognostiziert für die deutsche Automatisierungsindustrie ein Umsatzminus von 5 Prozent. Schwache Nachfrage und internationale Konkurrenz stellen die Unternehmen vor große Herausforderungen.

Die deutsche Robotik- und Automationsindustrie erwartet für 2026 den zweiten Umsatzrückgang in Folge. Eine neue Prognose des Branchenverbands VDMA sagt ein Minus von 5 Prozent auf rund 14,1 Milliarden Euro voraus.

Schwache Nachfrage bremst Investitionen

Hinter den düsteren Zahlen steckt mehr als eine konjunkturelle Delle. „Wir sehen eine anhaltend schwache Nachfrage aus wichtigen Kundensektoren“, erklärt Dr. Olaf Munkelt, Vorsitzender von VDMA Robotics + Automation. Die Order-Eingänge seien vor allem im Inland stark eingebrochen.

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Die Unsicherheit ist groß: Geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Risiken veranlassen Unternehmen, Investitionen in neue Automatisierungslösungen zu verschieben oder zu streichen. Diese Zurückhaltung treibt die Prognose in den negativen Bereich – und stellt die Hersteller vor massive operative Herausforderungen.

Deutschland verliert im globalen Wettlauf

Ein Alarmsignal kommt vom Weltmarkt. Der VDMA warnt: Deutsche Anbieter verlieren zunehmend an Boden, vor allem gegenüber der Konkurrenz aus Asien. Hohe Betriebskosten, regulatorische Bürden und langsame Entscheidungsprozesse in Europa bremsen die Wettbewerbsfähigkeit.

Dabei ist Deutschland eigentlich ein Schwergewicht: Laut International Federation of Robotics (IFR) ist die Bundesrepublik der größte Robotikmarkt Europas und weltweit auf Platz fünf. Mit 449 Industrierobotern pro 10.000 Mitarbeiter in der Fertigung (Stand 2024) hat kein anderes europäisches Land eine höhere Automatisierungsdichte.

Doch während Nordamerika 2025 bereits eine Erholung der Roboter-Bestellungen verzeichnete, geht der trend in Deutschland weiter nach unten. Ein klares Zeichen für unterschiedliche regionale Dynamiken.

Langfristige Chancen trotz aktueller Krise

Blickt man über den aktuellen Tiefpunkt hinaus, bleiben die grundlegenden Wachstumstreiber intakt. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und der Fachkräftemangel werden die Automatisierung langfristig vorantreiben.

Marktanalysten projizieren für den deutschen Industrierobotik-Markt ein Wachstum auf umgerechnet etwa 3,5 Milliarden Euro bis 2035. Das entspräche einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von knapp 8 Prozent ab 2025.

Getragen wird dieser Aufschwung von staatlichen Initiativen wie der Industrie-4.0-Strategie, die Fördergelder für Automatisierungsforschung bereitstellt. Schlüsselsektoren wie Automotive und Elektroindustrie dürften – nach Überwindung der aktuellen Schwächephase – die Nachfrage wieder ankurbeln.

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Appell an die Politik: Rahmenbedingungen verbessern

Die Branche fordert jetzt politische Unterstützung. „Wir brauchen dringend bessere Rahmenbedingungen für Innovation und Wettbewerb“, so Munkelt. Der VDMA drängt auf rasche Deregulierung und wettbewerbsfähigere Kostenstrukturen.

Die kommenden 12 bis 24 Monate werden zur Bewährungsprobe. Kann die deutsche Robotik-Industrie die wirtschaftlichen Gegenwinde navigieren und sich gegen die internationale Konkurrenz behaupten? Die Antwort hängt von zwei Faktoren ab: der Innovationsgeschwindigkeit der Unternehmen und dem politischen Willen zu einem investitionsfreundlicheren Umfeld.

Das langfristige Potenzial ist unbestritten. Doch um es auszuschöpfen, müssen Wirtschaft und Politik jetzt an einem Strang ziehen.

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