Inflation, Teuerungsrate

Deutsche Inflation sinkt auf 1,9 Prozent

12.03.2026 - 00:00:19 | boerse-global.de

Die deutsche Teuerungsrate fiel im Februar auf 1,9 Prozent, entspricht damit dem Eurozonen-Schnitt. Während Energie und Lebensmittel entlasten, treiben Dienstleistungen die Kerninflation weiter an.

Deutsche Inflation sinkt auf 1,9 Prozent - Foto: über boerse-global.de
Deutsche Inflation sinkt auf 1,9 Prozent - Foto: über boerse-global.de

Deutschlands Teuerungsrate hat sich im Februar auf 1,9 Prozent abgekühlt und liegt damit erstmals seit Monaten genau im Schnitt der Eurozone. Während sinkende Energie- und moderierende Lebensmittelpreise Entlastung brachten, treiben vor allem Dienstleistungen die Kerninflation hartnäckig in die Höhe.

Energie billiger, Lebensmittel entlasten

Das Statistische Bundesamt bestätigte die Jahresrate von 1,9 Prozent für Februar. Sie liegt damit unter dem Januar-Wert (2,1 %) und entspricht exakt dem vorläufigen Eurozonen-Durchschnitt. „Die Entspannung wurde maßgeblich durch eine deutliche Abkühlung bei den Lebensmittelpreisen und weiter fallende Energiepreise ermöglicht“, so Destatis-Präsidentin Ruth Brand.

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Konkret sanken die Energiepreise im Vorjahresvergleich um 1,9 Prozent. Haushaletsenergie wurde sogar spürbar günstiger: Erdgas kostete 4,4 Prozent weniger, Strom 4,1 Prozent. Analysten führen das auf staatliche Maßnahmen wie niedrigere Netzentgelte und den Wegfall der Gasspeicher-Umlage zurück.

Bei Lebensmitteln brach die Teuerung auf 1,1 Prozent ein – nach noch 2,1 Prozent im Januar. Doch dieser Durchschnittswert tarnt extreme Gegensätze. Während Butter um fast ein Drittel billiger wurde, legten Süßwaren um über 8 Prozent zu. Auch Grundnahrungsmittel wie Fleisch, Obst und Gemüse verteuerten sich weiter um mehr als 4 Prozent.

Dienstleistungen als Preistreiber Nummer eins

Die wahre Herausforderung bleibt die Kerninflation, die volatile Energie- und Lebensmittelpreise ausblendet. Sie verharrte unverändert bei 2,5 Prozent. Verantwortlich ist der Dienstleistungssektor, dessen Preise um 3,2 Prozent stiegen.

Seit Anfang 2024 ziehen Dienstleistungen die Gesamtinflation nach oben. Im Februar schnellten die Preise für soziale Schutzleistungen um 7,0 Prozent in die Höhe. Der kombinierte Personennahverkehr verteuerte sich um 6,2 Prozent – maßgeblich getrieben von der Preiserhöhung für das Deutschlandticket zum Jahresbeginn.

Auch administrative Gebühren schossen um fast 7 Prozent nach oben, angetrieben durch höhere Kosten für Personalausweise. Pauschalreisen verteuerten sich saisonbedingt deutlich. Diese „Zähigkeit“ der Dienstleistungspreise spiegelt Lohnsteigerungen und behördliche Gebührenanpassungen wider und erschwert das Erreichen einer wirklich niedrigen Kerninflation.

Eurozone: Trendwende nach unten

Während Deutschland sich abkühlte, kehrte sich der Trend in der Gesamt-Eurozone um. Die vorläufige Jahresrate stieg im Februar auf 1,9 Prozent, nach einem 16-Monats-Tief von 1,7 Prozent im Januar.

Die Treiber sind dieselben wie hierzulande: Den stärksten Aufwärtsdruck übten Dienstleistungen mit geschätzten 3,4 Prozent aus. Energie wurde zwar günstiger (minus 3,2 %), aber das Tempo der Deflation verlangsamte sich. Die nationalen Unterschiede sind enorm: Während die Slowakei und Kroatien bei rund 4,0 Prozent lagen, verzeichnete Zypern nur 0,9 Prozent. Frankreich beschleunigte auf 1,1 Prozent, Spanien lag bei 2,5 Prozent.

EZB vor geduldiger Zinspolitik

Die Konvergenz von deutscher und europäischer Inflation knapp unter dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent ist ein positives Signal. Doch für die Notenbank dürfte die Lage nicht entspannt genug sein. Die Kerninflation in der Eurozone stieg von 2,2 auf 2,4 Prozent – ein klares Zeichen, dass die heimischen Preisdrucke nicht besiegt sind.

Experten erwarten deshalb eine geduldige Geldpolitik. Die EZB beobachtet die Dienstleistungsinflation besonders genau, da sie stark von Lohnentwicklung und angespannten Arbeitsmärkten abhängt. Solange sie steigt, sind aggressive Zinssenkungen unwahrscheinlich.

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Zudem trüben geopolitische Risiken die Aussicht. Eskalierende Spannungen im Nahen Osten haben den Ölpreis auf Höchststände seit Anfang 2025 getrieben. Solche externen Schocks könnten die positive Energie-Entwicklung schnell umkehren.

Ausblick: Geteilte Kostenlandschaft

Die weitere Entwicklung hängt am Gegensatz zwischen günstigeren Waren und teuren Dienstleistungen. Die endgültigen EU-Verbraucherpreisdaten folgen am 18. März.

Analysten rechnen damit, dass der Basiseffekt bei Energie weiter entlastet, während die jüngsten Tarifabschlüsse in Deutschland und Europa die Kerninflation bis ins Frühjahr hochhalten werden. Unternehmen müssen sich auf eine strukturell veränderte Kostenlandschaft einstellen: Günstigere Rohstoffe und Energie werden durch höhere Arbeits- und Verwaltungskosten aufgefressen.

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