DeepMind-Chef, KI-Risiken

DeepMind-Chef warnt vor existenziellen KI-Risiken

22.02.2026 - 12:30:12 | boerse-global.de

Der Leiter von Googles KI-Forschungslabor DeepMind mahnt zu dringender Forschung an Gefahren autonomer Systeme und identifiziert zwei Hauptbedrohungen für die Menschheit.

Der Chef von Googles KI-Forschungslabor DeepMind, Demis Hassabis, fordert internationale Regierungen zu dringender Forschung an den Gefahren autonomer Systeme auf. Auf dem am Samstag zu Ende gegangenen AI Impact Summit in Delhi warnte er vor existenziellen Risiken durch fortschrittliche Künstliche Intelligenz.

Zwei Kerngefahren für die Menschheit

Hassabis identifizierte zwei Hauptbedrohungen, die sofortige wissenschaftliche und regulatorische Aufmerksamkeit erfordern. Die erste ist die Umwidmung leistungsstarker KI-Modelle durch böswillige Akteure für Cyberangriffe, Finanzmanipulation oder Desinformationskampagnen. Die zweite, langfristigere Gefahr sieht er im potenziellen Kontrollverlust der Menschheit über zunehmend eigenständige Systeme.

„Die Regulatoren haben enorme Schwierigkeiten, mit dem exponentiellen Tempo der technologischen Entwicklung Schritt zu halten“, räumte der DeepMind-Chef ein. Auf die Frage, ob die Entwicklung verlangsamt werden sollte, zeigte er sich kooperationsbereit, betonte aber die Grenzen einzelner Unternehmen in einem hochkompetitiven globalen Ökosystem.

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Geopolitische Gräben bei KI-Regulierung

Der Gipfel offenbarte tiefe ideologische Gräben in der Technologie-Governance. Während Indiens Premierminister Narendra Modi und OpenAI-CEO Sam Altman für internationale Zusammenarbeit und koordinierte Regulierung warben, lehnte die US-Delegation unter Trump-Berater Michael Kratsios jede Form zentralisierter globaler Aufsicht strikt ab.

Die US-Position betont ein lokalisiertes, innovationsfreundliches Umfeld und lehnt eine einheitliche globale KI-Aufsichtsbehörde kategorisch ab. Diese Haltung könnte jeden verbindlichen internationalen Konsens verwässern, wie diplomatische Beobachter nach dem Gipfel vermuten.

Googles eigene Initiativen gegen KI-Bedrohungen

Hassabis‘ Appell spiegelt Googles jüngere Unternehmensstrategie wider. Bereits im Oktober 2025 startete der Konzern seine Agentic Threat Intelligence-Plattform, die Cybersicherheitsteams bei der automatisierten Bedrohungsanalyse unterstützt.

Ein Bericht der Google Threat Intelligence Group vom November 2025 dokumentierte zudem einen besorgniserregenden Trend: Cyberkriminelle setzen zunehmend KI-fähige Malware ein, die ihr Verhalten während der Ausführung ändern kann, um Sicherheitsprotokolle zu umgehen. Diese Entwicklungen unterstreichen, warum Hassabis jetzt breitere, branchenweite Forschungsanstrengungen fordert.

Fragmentierte Zukunft der KI-Regulierung

Die Konfrontation in Delhi spiegelt einen grundlegenden Konflikt wider: die Spannung zwischen rascher kommerzieller Verbreitung einerseits und notwendigen Sicherheitsvorkehrungen andererseits. Marktanalysten warnen vor einer Fragmentierung in regionale Regulierungsblöcke, die Compliance für multinationale Technologieunternehmen erschweren und Rückzugsräume für böswillige Akteure schaffen könnte.

Die Kluft zwischen dem aggressiven US-Innovationskurs und dem vorsichtigen Ansatz führender KI-Entwickler erschwert die Finanzierung zukünftiger Bedrohungsforschung. Sicherheitsexperten befürchten, dass private Unternehmen die Hauptlast der Forschung tragen müssen, da internationale Datenweitergabe behindert werden könnte.

In den kommenden Monaten rechnet die Branche mit einem Anstieg privater Investitionen in spezialisierte Bedrohungsforschung und unabhängige Modellbewertungen. Der Druck auf nationale Regierungen, intelligente lokale Regulierungen zu entwerfen, wird zunehmen – ein schwieriger Balanceakt zwischen Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und technologischer Sicherheit in einer zersplitterten Welt.

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