DAX: Trumps Feuerpause
24.03.2026 - 10:45:19 | boerse-global.deEin Social-Media-Post hat heute gereicht, um den deutschen Leitindex von tiefstem Minus in satte Pluszone zu katapultieren. Wie belastbar diese Wende ist, steht auf einem anderen Blatt.
Zur Eröffnung sackte der DAX um knapp zwei Prozent auf rund 21.947 Punkte ab — die Märkte reagierten auf die anhaltende Ungewissheit im Nahostkonflikt und einen hartnäckig hohen Ölpreis. Dann, kurz nach Mittag, postete Donald Trump auf Truth Social von „produktiven Gesprächen" mit dem Iran und setzte sein Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus für fünf Tage aus. Der Index schoss in weniger als zehn Minuten von unter 22.000 auf zeitweise über 23.000 Punkte — ein Sprung von mehr als 1.200 Punkten. Am Ende stand ein Plus von 1,22 Prozent bei 22.653 Punkten.
Parallel dazu fiel der Brent-Ölpreis innerhalb von Minuten von 119 Dollar auf unter 103 Dollar, bevor er sich bei rund 106 Dollar stabilisierte. Gold legte zu, der S&P 500 eröffnete fester. Die Märkte atmeten kollektiv auf.
Die Kehrseite der Erholung
Doch wie tragfähig ist diese Erholung wirklich? Der Iran dementierte Trumps Darstellung über die Nachrichtenagentur Fars — von „sehr guten und konstruktiven Gesprächen" über eine vollständige Beilegung der Feindseligkeiten will Teheran nichts wissen. Damit prallten heute zwei völlig gegensätzliche Narrative aufeinander, und der Markt entschied sich vorerst für die rosige Version.
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Marktexperten warnen jedoch vor voreiligem Optimismus. Das Prinzip Hoffnung dominiere zwar, doch aufgeschoben sei nicht aufgehoben — die geopolitischen Risiken bestünden fort, und eine rasche Normalisierung auf den Energiemärkten sei selbst im Falle einer diplomatischen Einigung nicht zu erwarten. Zu viele Förder- und Transportanlagen in der Golfregion wurden beschädigt; Schätzungen zufolge könnten einige Kapazitäten erst in Monaten, manche sogar erst in Jahren wiederhergestellt sein.
Hinzu kommt der geldpolitische Druck: Die Inflation steigt wieder, Zinssenkungshoffnungen sind vorerst begraben. Notenbanken stehen zwischen fragiler Konjunktur und neuen Preisschüben — ein Pfad, der zuletzt noch schmaler geworden ist. Das Verbrauchervertrauen in der Eurozone fiel im März auf den tiefsten Stand seit Oktober 2023, deutlich schlechter als erwartet.
Technische Warnsignale blinken rot
Auch das Chartbild des DAX macht wenig Mut. Seit seinem Allzeithoch vom 13. Januar 2026 bei 25.508 Punkten hat der Index bis zu 13,5 Prozent eingebüßt. Dabei wurden nicht nur die 50-Tage-Linie, sondern auch die 200-Tage-Linie nach unten durchbrochen — zwei klare Verkaufssignale. Ein sogenanntes Death Cross, bei dem diese beiden Durchschnittslinien einander kreuzen, droht als weiteres charttechnisches Warnsignal hinzuzukommen. Erschwerend wirkt die anhaltende Schwäche der SAP-Aktie, die heute ein neues Mehrjahrestief markierte und mit rund 9,4 Prozent Indexgewichtung wie ein Klotz am Bein hängt.
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