DAX rutscht unter 23.000 Punkte: Ölpreise explodieren nach Trump-Rede – Hoffnung auf Iran-Kriegsende verpufft
02.04.2026 - 12:35:04 | ad-hoc-news.deDer deutsche Leitindex DAX ist am Donnerstag, 2. April 2026, tief in den roten Bereich gerutscht. Bis zum Mittag fiel er um 1,7 Prozent auf 22.903 Punkte, nachdem er gestern noch mit 2,7 Prozent Gewinn bei 23.299 Punkten geschlossen hatte. Die plötzliche Kehrtwende wird vor allem durch explodierende Ölpreise ausgelöst, die Brent- und WTI-Sorten um rund neun Prozent auf 109 bzw. 108 Dollar pro Barrel hochjagten.
Stand: Donnerstag, 2. April 2026, 10:34 Uhr (Europe/Berlin)
Ölpreisschock als Haupttreiber
Die rasanten Kursgewinne beim Rohöl spiegeln die anhaltende geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten wider. Gestern hatten Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs die Märkte beflügelt, angetrieben durch Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der ein Ende der Militäroperationen in zwei bis drei Wochen in Aussicht stellte. Heute Morgen jedoch schnellen die Ölpreise erneut empor, was auf neue Spannungen hindeutet. Experten sehen darin eine Reaktion auf die Blockade der Straße von Hormus und das bevorstehende Ablauf des Trump-Ultimatums am 6. April.
Der EuroStoxx 50 verlor ebenfalls 1,8 Prozent auf 5.630 Punkte, während der Euro um 0,5 Prozent auf 1,1526 US-Dollar fiel. Die Volatilität dominiert den Markt vor dem langen Osterwochenende, in das das Ultimatum fällt. Anleger minimieren Risiken und reduzieren Positionen.
Rheinmetall und Rüstungsaktien unter Druck
Gestern hatte Rheinmetall die DAX-Gewinnerliste angeführt mit Zuwächsen von bis zu 9,5 Prozent auf 1.542 Euro. Die Aktie profitierte von technischen Gegenbewegungen nach vorherigen Verlusten. Analysten der Citigroup bewerten das Papier jedoch neutral mit einem Kursziel von 1.480 Euro und erwarten einen Nachlass der Nachfrage nach Waffen und Munition. Heute dürfte der Schwung verpufft sein, da sinkende Kriegsängste die Rüstungsbranche belasten. Der europäische Index für Luftfahrt und Rüstung hatte gestern um sechs Prozent zugelegt, heute steht er unter Verkaufsdruck.
Im MDax schloss der Index gestern mit 3,9 Prozent Plus auf 29.238 Punkte. Mittelständische Werte hatten von der allgemeinen Erholung profitiert, doch der heutige Ölpreisschock trifft energieabhängige Sektoren hart.
Deutsche Börse als Ausnahme
Mitten im Marktrückgang stemmt sich die Deutsche Börse gegen den Trend. Die Aktie führt den DAX an, gestützt durch eine frische Kaufempfehlung von Jefferies und gestiegene Volatilität nach Trumps Rede. Charttechnisch gilt das Papier als interessant. Am 1. April 2026 notierte es bei 250,80 Euro mit einer Marktkapitalisierung von 45,22 Milliarden Euro. Langfristig hat die Aktie seit dem Börsengang 2001 stark performt, wenngleich Investoren über ein Jahr ein Minus von 9,36 Prozent hinnehmen mussten.
Die erhöhte Volatilität treibt das Handelsvolumen und damit die Einnahmen der Börse. Dies macht sie zu einem defensiven Play in unsicheren Zeiten.
Konjunkturprognosen gesenkt
Die Folgen des Iran-Kriegs belasten die deutsche Wirtschaft nachhaltig. Führende Institute wie das Ifo haben ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 0,6 Prozent halbiert. Der Energiepreisschock trifft die Erholung hart, so Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Im März verlor der DAX rund zehn Prozent, seit Anfang vergangener Woche bewegte er sich zickzackartig. Der Tiefststand lag bei 22.331 Punkten.
Trotz verbesserter Stimmung in der Eurozone-Industrie bleibt der Ölpreis ein Belastungsfaktor. Airlines hatten gestern von sinkenden Kraftstoffkosten gehofft, heute reversiert sich das.
Einzelaktien im Fokus: Mutares und Deutsche Euroshop
Mutares-Aktien brechen um zehn Prozent auf 25,45 Euro ein. Der Finanzinvestor plant eine Kapitalerhöhung mit bis zu 4,27 Millionen neuen Aktien und einem Volumen von 105 Millionen Euro brutto. Dies lastet auf dem SDax-Schlusslicht.
Deutsche Euroshop fiel gestern um vier Prozent. Der Einkaufszentrum-Betreiber meldete für 2025 Umsatz- und Gewinnrückgänge, erwartet für 2026 steigende Mieteinnahmen bei höheren Zinsen. Die Dividende sinkt deutlich.
Ausblick: Osterpause mit Risiken
Der DAX strebt trotz des heutigen Einbruchs eine positive Wochenbilanz an mit fast 3,5 Prozent Gewinn bis Mittwoch. Die positive Stimmung der ersten drei Handelstage der Karwoche verpufft jedoch. Vor dem Osterwochenende und Trumps Ultimatum am 6. April priorisieren Anleger Cash-Positionen. Spekulative Käufe und Auflösungen von Absicherungen hatten gestern den Aufschwung getrieben.
In den USA hatten die Börsen Dienstag starke Gewinne verbucht, Asien reagierte positiv auf Kriegsende-Hoffnungen. Heute dominiert jedoch die Vorsicht. Deutsche Rohstoff stiegen gestern um 3,1 Prozent nach Ausblickanhebung für 2026.
Implikationen für Anleger im DACH-Raum
Private und professionelle Anleger im deutschsprachigen Raum sollten die Volatilität im Auge behalten. Der DAX als Kernbestandteil vieler Portfolios ist empfindlich gegenüber Ölpreisen und Geopolitik. Diversifikation in defensive Werte wie Deutsche Börse oder Rohstoffe könnte sinnvoll sein. Die gesenkten Konjunkturprognosen deuten auf anhaltenden Druck hin, insbesondere für energieintensive Branchen.
Langfristig bleibt Deutschland von globalen Energiemärkten abhängig. Ein anhaltender Iran-Konflikt könnte Inflation anheizen und EZB-Politik beeinflussen. Anleger sollten auf primäre Quellen wie Institute-Prognosen und Börsenausschreibungen achten.
Markttechnische Analyse
Der DAX testet die 23.000-Punkte-Marke erneut. Nach dem Sprung darüber gestern rutscht er heute darunter. Unterstützung liegt bei 22.331 Punkten. Widerstände bei 23.299. Die Volatilität könnte durch das Wochenende zunehmen.
US-Indizes wie Dow Jones bei 46.341 (+2,49 Prozent gestern), S&P 500 bei 6.528 (+2,91 Prozent) und Nasdaq bei 23.740 (+3,43 Prozent) zeigen ähnliche Muster. Asien: Nikkei +4,80 Prozent, Hang Seng +2,30 Prozent.
Weiterführende Quellen
n-tv: Der Börsen-Tag Donnerstag, 2. April 2026
WiWo: Börse aktuell: Dax startet in den April
Deutsche Börse: Dax gewinnt an Schwung
n-tv: Der Börsen-Tag Mittwoch, 1. April 2026
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Finanzinstrumente und Märkte sind volatil.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.

