DAX, Rekordniveau

DAX: Rekordniveau im Test

16.01.2026 - 20:18:30

Der deutsche Leitindex konsolidiert nach dem Rekordhoch, während eine deutliche Umschichtung von zyklischen zu defensiven Sektoren das Marktbild prägt. Der Aufwärtstrend bleibt intakt.

Nach dem frischen Rekordhoch zu Wochenbeginn gönnt sich der DAX am Freitag eine Verschnaufpause. Anleger sichern vor dem Wochenende Teile ihrer Gewinne, während eine deutliche Sektorverschiebung im Index für Bewegung sorgt. Entscheidend ist nun, ob der Leitindex das erreichte Niveau stabilisieren kann – oder ob daraus eine breitere Korrektur wird.

Die Fakten im Überblick

  • Aktueller Stand: 25.352 Punkte
  • Veränderung 7 Tage: +0,36 %
  • Entwicklung seit Jahresanfang: +3,31 %
  • 52‑Wochen-Hoch: 25.420 Punkte (Abstand rund –0,3 %)
  • 52‑Wochen-Tief: 19.671 Punkte (Abstand knapp +29 %)
  • Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt: rund +6 %
  • RSI (14 Tage): 45,9 (neutral)
  • Volatilität (30 Tage, annualisiert): 6,83 % (vergleichsweise ruhig)

Damit bleibt der Index klar im Aufwärtstrend und notiert nur minimal unter seinem jüngsten Bestwert.

Sektorrotation prägt das Bild

Im Tagesverlauf zeigt sich der Markt technisch stabil, aber ohne großen Schwung. Nach dem Rekordlauf der letzten Wochen dominiert heute eine klassische Umschichtung innerhalb des Index.

Gestützt wird der DAX vor allem von Rüstungs- und Energiewerten. Titel wie Hensoldt und Rheinmetall profitieren weiterhin von anhaltenden geopolitischen Spannungen und einer soliden Auftragslage im Verteidigungsbereich. Auch Werte aus dem Energiesektor wie Siemens Energy zeigen relative Stärke, gestützt durch die hohe Nachfrage nach Netzinfrastruktur und den anhaltenden Fokus auf Energieumbau und Effizienz.

Auf der Gegenseite steht insbesondere die Auto- und Zulieferbranche unter Druck. Schwächere Signale aus wichtigen Exportmärkten sowie skeptische Branchenkommentare belasten die Stimmung. Unternehmen wie Mercedes-Benz und Daimler Truck geben nach und bremsen den indexschweren DAX damit spürbar. Auch Chemiewerte wie BASF geraten aufgrund von Margenbedenken ins Hintertreffen.

Unterm Strich ergibt sich ein gemischtes Bild: defensive bzw. politisch gestützte Sektoren legen zu, zyklische Industrien und konjunktursensible Branchen treten den Rückzug an.

Charttechnik: Aufwärtstrend intakt

Charttechnisch bleibt der DAX trotz der leichten Tagesverluste in einer komfortablen Lage. Der Index notiert deutlich über seinen mittelfristigen Durchschnittslinien: Der 50‑Tage-Durchschnitt liegt bei rund 24.216 Punkten, der 200‑Tage-Durchschnitt bei etwa 23.936 Punkten. Der Abstand von knapp 6 % zur 200‑Tage-Linie unterstreicht den übergeordneten Aufwärtstrend, ohne auf eine überhitzte Situation hinzuweisen.

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Der RSI mit 45,9 signalisiert ein neutrales Momentum. Nach dem Ausstieg aus einem zuvor überkauften Bereich besteht aus technischer Sicht Spielraum in beide Richtungen, ohne dass kurzfristig ein extremes Signal vorliegt.

Aus taktischer Sicht rückt zum Wochenschluss vor allem das aktuelle Kursniveau in den Fokus: Ein Schlusskurs deutlich über der Zone um 25.300 Punkte würde den bestehenden Aufwärtstrend bestätigen. Rutscht der Index dagegen unter eine engere Unterstützungszone im Bereich von etwa 25.250 Punkten, könnte sich zu Beginn der kommenden Woche eine spürbarere Korrektur nach unten eröffnen.

Makro-Umfeld: Zartes Wachstum, politische Unsicherheit

Fundamental bewegt sich der Markt in einem gemischten Umfeld. Auf der positiven Seite steht das leichte BIP‑Plus: Die deutsche Wirtschaft ist 2025 um 0,2 % gewachsen und hat damit nach zwei Jahren Rezession wieder den Schritt zurück in den Wachstumsmodus geschafft. Das untermauert die jüngste Stärke besonders konjunktursensibler Sektoren – zumindest auf mittlere Sicht.

Demgegenüber dämpfen politische Faktoren die Risikobereitschaft. Die angespannten Beziehungen zwischen den USA und Europa im Zusammenhang mit dem Konflikt um Grönland sorgen für Unsicherheit auf der geopolitischen Bühne. Hinzu kommt, dass die US‑Futures auf S&P 500 und Nasdaq zuletzt kaum verändert notieren und daher wenig frische Impulse vom amerikanischen Markt zu erwarten sind.

Für den weiteren Verlauf des Tages bleibt der Schlussstand entscheidend: Hält der DAX das Niveau knapp unter seinem Rekord und schließt über etwa 25.300 Punkten, wäre das ein Signal für einen robusten Trendfortsetzungspfad. Ein Wochenschluss unterhalb der genannten Unterstützungszone würde hingegen die Tür für eine breitere, technisch motivierte Korrektur in den kommenden Handelstagen öffnen.

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