DAX, Iran-Entspannung

DAX: Iran-Entspannung gibt Auftrieb

31.03.2026 - 17:00:24 | boerse-global.de

Der DAX profitiert von Entspannungssignalen im Iran-Konflikt, während eine Ifo-Umfrage massive Belastungen für die deutsche Industrie durch hohe Energiepreise offenbart.

DAX: Iran-Entspannung gibt Auftrieb - Foto: über boerse-global.de

Der März endet, wie er verlaufen ist: volatil und von Nachrichten aus dem Nahen Osten getrieben. Heute Morgen zeigt der DAX aber zumindest eine freundliche Tendenz — der Futures-Kontrakt kletterte zeitweise bis auf knapp 22.900 Punkte, während der Xetra-Start bei rund 22.650 Punkten erwartet wird.

Der Rückenwind kommt aus Washington. Die US-Regierung signalisierte, dass sie Gespräche mit dem Iran fortführen würde — selbst wenn die Straße von Hormus weiterhin blockiert bliebe. Das klingt nach einer kleinen Geste, entlastet die Märkte aber spürbar. Die Hoffnung auf eine diplomatische Annäherung reicht offenbar aus, um zumindest die unmittelbare Nervosität zu dämpfen.

90 Prozent der Industrie unter Druck

Wie tief der Konflikt bereits sitzt, zeigt eine aktuelle Ifo-Erhebung: Neun von zehn deutschen Industrieunternehmen rechnen mit Beeinträchtigungen durch den Iran-Krieg. Am häufigsten genannt werden gestiegene Energiepreise — von mehr als drei Viertel der Befragten. Lieferengpässe bei Rohstoffen und Einschränkungen auf Schifffahrtswegen treffen jeweils gut ein Drittel der Betriebe. Ifo-Experte Klaus Wohlrabe bringt es auf den Punkt: Je länger die Unsicherheit andauert, desto größer werden die wirtschaftlichen Folgeschäden.

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Brent-Rohöl notiert weiterhin knapp unter 108 Dollar — ein Niveau, das die Kalkulation vieler Unternehmen empfindlich belastet. Selbst ein Waffenstillstand würde nicht automatisch Entlastung bringen, solange die Meerenge gesperrt bleibt.

Inflation und Zinsen als zweite Front

Hohe Energiepreise heizen die Teuerung an — das spiegelt sich heute in den Eurozone-Inflationsdaten wider, die am Nachmittag veröffentlicht werden. Die Deutsche Bank erwartet einen Sprung der Gesamtinflation von 1,9 auf 2,6 Prozent. Das wäre kein Pappenstiel, denn der Markt preist bis Jahresende bereits rund drei Zinserhöhungen der EZB ein. Steigende Zinsen und hohe Energiekosten gleichzeitig — eine unangenehme Kombination für die ohnehin angeschlagene Konjunktur.

Auf der Datenseite stehen heute neben den Eurozone-Preisen auch die deutschen Arbeitsmarktdaten auf dem Programm. Aus den USA kommen Einzelhandelsumsätze, Jolts-Daten und der Chicago-Einkaufsmanagerindex — allesamt Gradmesser für die Konjunkturverfassung.

Psychologisch bleibt die 22.000-Punkte-Marke das entscheidende Niveau. Sollte der Index darunter auf 21.863 Zähler fallen, wäre das der tiefste Stand seit dem Zollschock im April 2025. Davon ist man heute zwar noch ein gutes Stück entfernt — aber der März hat bereits mehr als zehn Prozent Verlust aufgetürmt. Das Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.507 Punkten wirkt da wie aus einer anderen Zeit.

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