DAX, Iran-Konflikt

DAX erholt sich stark um über 1.000 Punkte: Trumps Iran-Wende treibt Index in positives Territorium

24.03.2026 - 09:09:47 | ad-hoc-news.de

Der DAX-Index schloss am 23. März 2026 bei 22.653,86 Punkten mit einem Plus von 1,22 Prozent – getrieben durch Hoffnungen auf Deeskalation im Iran-Konflikt nach Äußerungen von US-Präsident Trump. Nach tagelangem Sell-off kehrt der deutsche Leitindex in die Pluszone zurück, doch anhaltende Unsicherheiten belasten die Stimmung.

DAX, Iran-Konflikt, Börse Frankfurt - Foto: THN

Der DAX-Index hat sich am Montag, den 23. März 2026, spektakulär erholt und über 1.000 Punkte zugelegt. Der deutsche Leitindex schloss bei 22.653,86 Punkten mit einem Plus von 1,22 Prozent, nachdem er im Verlauf des Tages unter die 22.000-Punkte-Marke gerutscht war. Der Auslöser: Eine Wende in der Rhetorik von US-Präsident Donald Trump bezüglich des Iran-Konflikts, die Hoffnungen auf eine Deeskalation weckt und die Märkte beflügelt.

Stand: 24. März 2026, 08:09 Uhr MEZ

Der dramatische Tagesverlauf: Vom Tiefpunkt zur Erholung

Der Handelstag begann mit verstärktem Sell-off-Druck. Gegen 8:16 Uhr fiel der DAX unter die 22.000-Punkte-Marke, beeinflusst durch anhaltende geopolitische Spannungen und steigende Ölpreise. Immobilienaktien litten besonders unter Inflationsängsten, während der gesamte Markt unter dem Gewicht des Iran-Konflikts litt. Doch im Laufe des Tages kehrte das Sentiment: Trumps angekündigte Pivotierung gegenüber Iran – eine Abkehr von harten Sanktionsdrohungen – führte zu einem Rallye-Effekt. Der Index schoss um über 1.000 Punkte nach oben und schloss positiv.

Diese Erholung markiert einen Wendepunkt nach einer schwierigen Woche. In den letzten fünf Handelstagen notierte der DAX volatil: Am 20. März bei 22.380,19 Punkten (-2,01 Prozent), am 19. März bei 22.839,56 Punkten (-2,82 Prozent) und am 18. März bei 23.502,25 Punkten (-0,96 Prozent). Die Performance zeigt die hohe Sensibilität des Index gegenüber globalen Risiken.

Geopolitische Treiber: Iran-Konflikt als Säuretest

Der Iran-Konflikt hat sich in den vergangenen Tagen zum dominanten Risikofaktor für den DAX entwickelt. Steigende Ölpreise, die durch Eskalationsängste befeuert wurden, lasteten auf energieintensiven Sektoren wie Chemie und Automobil. Analysten sprechen vom 'Säuretest' für den Index, da Inflation durch höhere Energiekosten droht. Trumps revidierte Haltung – weg von Konfrontation hin zu möglicher Diplomatie – hat die Märkte beruhigt und den DAX in positives Territorium katapultiert.

Diese Entwicklung unterstreicht die Abhängigkeit europäischer Märkte von US-Politik. Für DACH-Investoren bedeutet das: Geopolitik überwiegt derzeit makroökonomische Daten wie die kürzlich veröffentlichten sinkenden Produzentenpreise in Deutschland, die dennoch keinen nachhaltigen Auftrieb gaben.

Performance im Überblick: Wochentief und Monatsverluste

Über die Woche beträgt der Verlust des DAX 3,86 Prozent, im laufenden Monat sogar 10,40 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt die Performance bei minus 7,50 Prozent. Trotz der Erholung am Montag bleibt der Index weit unter den Höchstständen von Mitte März, als er noch um 24.000 Punkte pendelte. Der P/E-Verhältnis des deutschen Marktes lag am 23. März bei geschätzten 17,77, was auf eine moderate Bewertung hinweist, aber durch Unsicherheiten eingeschränkt wird.

Vergleichsweise zeigten globale Märkte gemischte Signale: Nur zwei von neun internationalen Indizes notierten year-to-date positiv, mit Japans Nikkei an der Spitze. Der DAX profitiert somit von der relativen Stärke europäischer Blauen Chips in Krisenzeiten.

Sektorale Gewinner und Verlierer

Starke Performer waren Verteidigungsaktien wie Rheinmetall, die trotz allgemeinem Druck zulegten. Immobilienaktien hingegen wurden hart getroffen, da Inflationsrisiken Renditen drücken. Im MDax und SDax kommt es zu einem großen Index-Umschichtungen, während der DAX unverändert bleibt. Schaeffler AG wurde dem FTSE All-World Index hinzugefügt, was positives Momentum signalisiert.

Aktuelle News aus DAX-Komponenten: Inclusive Capital Partners plant den Verkauf von Bayer-Anteilen im Wert von rund 327 Millionen Euro. Apollo und Bain bieten für die Industrie-Sparte von Continental. Die EU-Automarkt wächst im Februar moderat, doch Chemiekonzerne ringen um Tarifabschlüsse.

Ausblick: Neue Rückschläge drohen durch Ölpreise

Für Dienstag, den 24. März, wird ein neuerlicher Rückschlag erwartet, da Ölpreise wieder ansteigen. Die Dauer des Iran-Konflikts wiegt schwer auf dem Sentiment. Unternehmen wie ZhongDe Waste Technology und Lithium Africa starten oder setzen Handel an der Frankfurter Börse fort, was Diversifikationschancen bietet. Über 100 börsennotierte Firmen mussten 2025 Gewinnziele senken, was die Vorsicht unterstreicht.

Investoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz sollten auf Volatilität setzen. Der DAX bietet Einstiegschancen bei technischen Unterstützungen um 22.000 Punkte, birgt aber Risiken durch anhaltende Geopolitik. Eine klare Deeskalation könnte den Index schnell auf 23.500 Punkte heben.

Implikationen für DACH-Investoren

Für private und professionelle Anleger im DACH-Raum ist der DAX zentral, da er 40 Blue-Chip-Unternehmen abbildet, die stark in Europa verankert sind. Die Erholung zeigt Resilienz, doch Inflationsdruck aus Energiepreisen könnte EZB-Politik beeinflussen. Diversifikation in ETFs auf MDax oder TecDAX lohnt sich, um regionale Risiken abzufedern.

Langfristig bleibt der deutsche Markt attraktiv mit einem P/E von 17,77, unter dem historischen Durchschnitt. Aktuelle Entwicklungen wie der EU-Automarkt-Wachstum oder Tarifverhandlungen in der Chemiebranche bieten Sektor-spezifische Chancen.

Risiken und Chancen im Detail

Risiken: Persistenter Iran-Konflikt könnte Öl über 100 Dollar treiben und Rezessionsängste schüren. Gewinnwarnungen von über 100 Firmen signalisieren schwaches Umfeld. Chancen: Trumps Pivot könnte Tech- und Rüstungsaktien boosten. Index-Reshuffles im MDax/SDax eröffnen Trading-Möglichkeiten.

Handelsvolumen am Montag: 103 Millionen, was auf gesteigtes Interesse hinweist. Vergleich zu Vorwochen zeigt höhere Aktivität in volatilen Phasen.

Weiterführende Quellen

MarketScreener: DAX Overview und News
Investing.com: DAX Historical Data
ADVFN: DAX Historical Prices
World PE Ratio: Germany Stock Market

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Finanzinstrumente und Märkte sind volatil.

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