DAX 40, Ölpreise

DAX 40 drückt nach Ölpreisschock - Futures fallen stark, Iran-Krise belastet Index

19.03.2026 - 08:32:28 | ad-hoc-news.de

Der DAX 40 steht unter Druck: Nach dem gestrigen Ölpreisanstieg durch Angriffe auf iranisches Gasfeld verlieren die Futures im Frühhandel 407 Punkte auf 23.125. Die Erholung der letzten Tage bricht ein - hier die Gründe und Ausblick für DAX-Investoren.

DAX 40,  Ölpreise,  Iran-Krise - Foto: THN
DAX 40, Ölpreise, Iran-Krise - Foto: THN

Der DAX 40 Index steht heute Morgen unter erheblichem Verkaufsdruck. Die Futures zum deutschen Leitindex sind im Frühhandel um 407 Punkte auf 23.125 Punkte gefallen. Auslöser ist der gestrige Ölpreisanstieg nach Berichten über Angriffe auf das iranische South-Pars-Gasfeld, das seinen Betrieb einstellen musste. Dieser Schock stoppte die kürzliche Erholung des DAX vollständig.

Stand: 19. März 2026

Dr. Markus Lehmann, Chefmarktanalyst Equities. Spezialist für DAX-Sektorrotation und Rohstoffeinflüsse auf europäische Indizes.

Ölpreisschock als DAX-Turnaround

Der DAX hatte in den Vortagen noch bullische Signale gesendet. Am Dienstag schloss er bei 23.714 Punkten mit 26 Gewinnern zu 14 Verlierern. Hannover Rück (+3,45 Prozent), E.ON (+2,76 Prozent) und Brenntag (+2,69 Prozent) führten das Feld an. Doch gestern drehte der Markt: Der Index fiel um 1 Prozent auf 23.502 Punkte. Der Ölpreisanstieg löschte anfängliche Gewinne aus und trieb den DAX ins Minus.

Der Iran-Konflikt verstärkt die Unsicherheit. South-Pars ist eines der größten Gasfelder der Welt. Ein Ausfall treibt Energiepreise und damit die Inflation. Für den exportabhängigen DAX 40 bedeutet das Belastung für Industrie- und Autoaktien, die rund 40 Prozent des Index ausmachen.

Deutsche Investoren spüren das direkt: Höhere Energiekosten drücken Margen bei SAP, Siemens und Volkswagen. Der Index, der 40 Blue-Chips abbildet, reagiert sensibel auf solche Geopolitik-Schocks.

Futures signalisieren DAX-Druck

Im EUREX-Frühhandel am 19. März notieren DAX-Futures bei 23.125 Punkten, nach einem Hoch von 23.271 und Tief von 23.091. 513 Kontrakte wurden bereits gehandelt. Das entspricht einem Rückgang von rund 1,7 Prozent zum Vortagesschluss. Solche Futures-Bewegungen deuten auf einen schwachen Xetra-Start hin.

Für DAX-ETFs und -Zertifikate relevant: Der Index fiel gestern unter die SMA20 bei 23.767 Punkten. Bleibt er unter 23.927, kippt das kurzfristige bullische Szenario. Ziele nach unten: 23.700, dann SMA50 und SMA200.

In Österreich und der Schweiz, wo DAX-Produkte populär sind, steigen die Hedging-Kosten. Der Druck aus Futures zeigt, dass der Öl-Schock breiter wirkt als nur auf Energy-Werte.

Sektor-Rotation unter Öl-Druck

Der DAX 40 ist kein Monolith: 18 Prozent Industrie, 15 Prozent Autos, 10 Prozent Chemie. Gestern verloren Beiersdorf (-2,55 Prozent), Daimler Truck (-1,81 Prozent) und Scout24 (-1,35 Prozent). Heute verstärkt sich das Muster. Energieimporteure wie BASF und Bayer leiden unter höheren Kosten.

Defensives wie Healthcare (Bayer, Fresenius) und Utilities (E.ON) könnten puffern, hielten aber gestern nicht stand. Der Fear-and-Greed-Index bei 22 signalisiert Extreme Fear - historisch oft ein Kaufsignal, doch Öl überlagert das.

Vergleich Euro Stoxx 50: Der paneuropäische Index leidet ähnlich, aber DAX hinkt nach, da deutsche Exporteure geopolitik-sensibler sind als französische Luxuswerte.

Fed-Entscheidung überschattet Öl-Thema

Heute trifft die US-Notenbank. Ökonomen erwarten unveränderte Zinsen, aber einen falkenhaften Ausblick wegen Inflation durch Öl. Das belastet risikoreiche Assets wie DAX-Aktien. Der Euro könnte schwächeln, was Exporteure begünstigt - doch Öl überwiegt.

Bund-Renditen steigen voraussichtlich mit, da Inflation global zunimmt. Rate-sensible Sektoren wie Immobilien (TAG Immobilien +2,5 Prozent gestern) und Financials (Commerzbank +1,5 Prozent) mischen. Unicredit-CEO Orcel signalisiert Dialog, was Stabilität bringt.

Für DACH-Investoren: Der DAX 40 korreliert stark mit S&P 500. Ein Wall-Street-Ausverkauf (Dow -1 Prozent gestern) zieht den deutschen Index mit.

Einzelaktien im Fokus: Gewinner und Verlierer

Gestern glänzte Heidelberg Materials (+2,5 Prozent) nach Morgan-Stanley-Hochstufung. Fielmann (+5 Prozent im MDax) profitiert von Buy-Empfehlung. Hellofresh crashte -14,9 Prozent wegen schwachem Ausblick. Thyssenkrupp Nucera (-4,3 Prozent) senkte Prognosen.

Der DAX-Move ist broad-based negativ, nicht single-stock getrieben. Schwergewichte wie SAP und Allianz bestimmen die Richtung. Öl treibt Energy (Wintershall) hoch, aber Industrie runter.

Austro-schweizer Portfolios mit DAX-ETFs sollten defensiv rotieren: Von Autos zu Pharma und Utilities.

Risiken und Chancen für DAX 40

Kurzfristig: Unter 23.091 droht Panikverkauf zu 23.000. Bullisch nur über 23.927 zurück. Erwartete Range: 23.709 bis 24.213, doch Öl verengt das nach unten.

Mittelfristig: Iran-Krise anhaltend? Dann höhere Volatilität, VDAX über 25. ECB könnte reagieren, doch Fed dominiert. Deutsche PMI-Daten morgen könnten Stabilität bringen.

Warum DACH-Investoren jetzt handeln: Depot-Check auf Energieexposition. DAX-Futures als Hedge nutzen. Der Index ist 20 Prozent unter Hoch, Extreme Fear bei 22 schreit nach Dip-Kauf - wenn Öl nachlässt.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, Aktien und andere Finanzinstrumente sind volatil.

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